Anna-Maria Zahring* ist 44 Jahre alt. Seit ihrer Geburt wohnt die Alleinstehende in Freiburg, der südlichsten Großstadt Deutschlands. Ihr Vater,
ein namhafter Wissenschaftler mit Professur an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hatte immer schon einen großen Einfluss auf die Persönlichkeitswerdung seiner einzigen Tochter. Die Mutter verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit unerwartet 1982.
Seither war Professor Zahring alleinerziehender Vater mit viel zu wenig Zeit für seine, seinerzeit fast schon volljährige aber noch lange nicht erwachsene Tochter.
Diese familiär prägenden Ereignisse banden Anna-Maria Z. stark, vielleicht zu stark an den Vater.
Er war immer ihr maskulines Vorbild. Diese übertriebene Prägung auf den Vater war und ist vielleicht die Ursache dafür, dass Anna-Maria Z. nie eine normale Beziehung zu einem (anderen) Mann aufbauen konnte. Sie ist heterosexuell veranlagt, soviel steht auch für sie selbst fest, aber...
Kein Junge und später Mann sollte ihren hoch gesteckten Erwartungen gerecht werden.
Schon im Freiburger Theodor-Heuss-Gymnasium, im „Stadtteil zwischen Reben und Wald“ St.-Georgen, wie ihn die Freiburger liebevoll nennen, in Nähe ihres damaligen Wohnsitzes, war sie die Einzige der Abschlussklasse, die keinen festen Freund vorweisen konnte.
Zuvor besuchte Anna-Maria Zahring die freie Waldorfschule in St. Georgen, des Waldorfschulverein Breisgau e.V.
Nach dem erfolgreichen Erlangen des Abitur, immatrikulierte Frau Zahring in die
Albert-Ludwigs-Universität ihrer Heimatstadt »Fakultät für Biologie«.
Mit ihrem Vater kam sie als Studentin dort nur sporadisch in Kontakt, denn Prof. Zahring lehrt am Mathematischen Institut der Universität Freiburg.
In der Uni galt sie bei ihren Kommilitonen als etwas sonderbar und ziemlich zurück gezogen. Wenn nicht gerade Gruppenprojekte betreut wurden, meidete Anna-Maria Zahring die Gesellschaft der Anderen.
- Die Natur war und ist ihr persönliches Rückzugsgebiet.
Im sechsten Semester beteiligte sich Anna-Maria Zahring an einem Projekt im Rahmen des Biologiestudiums auf den Kanaren (Islas Canarias), genauer im Nebelwald auf La Gomera (Provinz Santa Cruz de Tenerife).

Es ging um die Auswirkungen des damals beginnenden globalen Klimawandels auf die einzigartige, ausgedehnte Flechtenvegetation und den, inmitten der Insel gedeihenden größten noch zusammenhängenden Lorbeerwald der Erde.
Forschungsgebiet war der Nationalpark Garajonay / La Gomera (UNESCO-Weltnaturerbe), wo die deutschen Studenten zusammen mit Kollegen aus Spanien im Freien kampierten.
Während des Fluges vom EuroAirport - Aéroport Basel-Mulhouse-Freiburg, saß damals Frank Bunder direkt neben Anna-Maria Zahring. Sie empfand die Gegenwart des Frank als äußerst unangenehm. Er ließ keine Gelegenheit aus, bei Anna-Maria zu „baggern was das Zeug hält“. In seiner plumpen Art hatte Frank Bunder sogar versucht sich schon einen Platz im Zelt von Anna-Maria auf der Insel zu sichern, was sie als bodenlose Frechheit und fernab jedweder Realität empfand.
Nach der Landung auf dem Inselflughafen Teneriffa Süd (span. Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía, engl. Reina Sofía Airport, IATA-Code TFS ICAO-Code GCTS), wich der lästige Begleiter nicht von der Seite seiner „Angebeteten“, bis Anna-Maria Zahring ausrastete:
„Lass mich in Ruhe du kleiner Wurm, sonst zerquetsche ich dich!“, schrie sie im Terminal des Flughafens so laut und mit brachialer Stimme, dass erst einmal eisiges Schweigen in der Halle herrschte. Selbst Einheimische und Touristen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, waren aufmerksam geworden und sichtlich geschockt.
„Nazi like!“, äußerte sich ein britischer Landsmann zu seiner Ehefrau am Gepäckausgabeband kopfschüttelnd über die Blondine aus Germany.
Zumindest auf der Überfahrt von Teneriffa (span. Tenerife, sie ist die größte der Kanarischen Inseln und gehört zu Spanien) nach La Gomera mit der Schnellfähre Garajonay Expres(der Flughafen auf La Gomera, Aeropuerto de La Gomera, IATA-Code GMZ ICAO-Code GCGM, in der Gemeinde Alajeró gelegen, 34 Kilometer von der Inselhauptstadt San Sebastián de la Gomera entfernt, wurde erst 1999 eröffnet), gewährte ihr, ihr resolutes Auftreten Ruhe.
Später im Camp, während des mehrwöchigen Aufenthalts auf der politisch zu Spanien und geografisch zu Afrika gehörenden Kanareninsel La Gomera, versuchte Frank Bunder wieder und immer wieder bei Anna-Maria Zahring anzubandeln.
- Einmal schlich er sich nachts an das Zelt von Anna-Maria, wurde dabei aber in flagranti von einem spanischen Forscher ertappt und wäre fast nach Hause geschickt worden.
- Zwei Jahre später.
Mit ihrem VW Golf II wird Anna-Maria selbstständig nach Laupheim anreisen, wo sie eine Unterkunft für sich und ihren Mischlingshund aus dem Tierheim, der nun seit einem Jahr an ihrer Seite lebt, gefunden hat. Der Vater kann das Tier nicht betreuen, weil er regelmäßig in Deutschland und der Schweiz Vorträge hält.
Menschlich gesehen ist die nun 24 Jährige noch immer Single.
Frank Bunder wechselte die Studienrichtung. Er ist weiter an der Uni Freiburg eingeschrieben, studiert aber an der Fakultät für Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften.
In der Mensa in der Rempartstraße in 79098 Freiburg im Breisgau, begegnen sich Anna-Maria Zahring und Frank Bunder gelegentlich.
- „Absurd, dass der mal was von mir wollte!“, denkt sich Anna-Maria, jedes mal, ihm 'tötende Blicke' zuwerfend.
Von Freiburg im Breisgau fährt Frau Zahring mit ihrem vierbeinigen Begleiter durch den Schwarzwald über Villingen-Schwenningen, Rottweil, Albstadt, Biberach an der Riß nach Laupheim. Mehrmals glaubt sie ganz sicher bemerkt zu haben, dass ihr ein Auto vom Typ Opel Kadett folgt.
„...hat der Bunder nicht so einen Wagen?“, überlegt Anna-Maria mehrmals während der Fahrt.
In Laupheim angekommen, fährt sie den Wagen auf das Areal des Anwesens einer älteren Dame, die ihr die Einliegerwohnung vermietet.
„Das der Hund mir aber nicht auf den Rasen macht“, fällt die Begrüßung ziemlich derb aus.
Noch einmal beim Entladen des Wagens meint Anna-Maria einen Opel Kadett in der ruhigen Straße wahrzunehmen. „Ich spinne wohl schon..., komm Lieschen, wir gehen gleich Gassi!“, liebkost sie den spanischen Hundemischling, in dem sich genetisch scheinbar die halbe Costa Blanca verewigt hat.
Die praktischen Tätigkeiten der Anna-Maria am Institut für Biotechnologie verliefen ohne Probleme. Freilich, ihren Hund „Lieschen“ musste sie natürlich zu Hause lassen. Sie nutzte täglich die Mittagspause, um das Tier zu versorgen.
Irgendwie hatte Frau Zahring aber stets und ständig das Gefühl beobachtet zu werden. Plötzlich sah sie überall, weiße Opel Kadett um sich herum.
- Fast zum verrückt werden!
Dabei schaut sie direkt für eine Sekunde in ein schmales Männergesicht, das von Außen in die Kellerwohnung starrt und dann verschwindet.
Der Hund, der normal bei jedem Pieps der sich im Vorgarten tut leise knurrend anschlägt, bleibt seltsamerweise ganz ruhig. Bleich vor Schreck, läuft Anna-Maria in den Vorgarten. „Du Schwein, verschwinde endlich!“
Jetzt bellt auch der Hund, im Garten aber ist niemand zu sehen. Von dem Krach wird die 77 Jährige Vermieterin wach, die täglich immer um 21:30 Uhr zu Bett geht.
- „Was ist denn hier los? Ich hatte ihnen doch gesagt, wenn das mit dem Hund nicht...!“

„Bei uns in Laupheim gibt es so etwas nicht und gab es nie! Sie spinnen doch! Wenn jemand am Fenster hätte hereingeschaut, dann wären jetzt seine Fußabdrücke auf dem frisch geharkten Beet vor dem Fenster!“. Die Vermieterin leuchtet mit ihrer riesigen Taschenlampe auf den Boden. "Nichts, da ist gar nichts! Sagen sie junge Dame, nehmen sie Drogen? Bei euch Studenten...„
„Ich??? Das verbitte ich mir!“ - Entgegnet Anna-Maria empört. "Ich rufe jetzt sofort die Polizei!“ „Das möchte ich nicht, lassen sie das! Hier war immer Frieden, bis sie kamen!“, so die Vermieterin.
Frau Zahring ruft die örtliche Polizeistation an. Wenig später braust mit Blaulicht ein Streifenwagen heran. Eine Polizeibeamtin und ihr männlicher Kollege nehmen die Anzeige entgegen.
Ein Spanner habe Frau Anna-Maria Zahring durch das Fenster der Kellergeschoßwohnung beobachtet und sei dabei entdeckt worden und dann plötzlich verschwunden. Erste polizeiliche Untersuchungen führen aber ebenfalls zu keinem Ergebnis. Spuren, die zu finden sein müssten, sind einfach nicht vorhanden. Auch den weißen Opel Kadett, der öfters in Erscheinung getreten ist, dessen Kennzeichen Frau Zahring aber nie erkennen konnte, wird in die Anzeige aufgenommen.
Am nächsten Morgen zieht Anna-Maria Zahring ihre Konsequenzen. Sie verlässt Laupheim kurz vor erfolgreichem Abschluss ihres Praktikums.
Einige Wochen später, auch die Universität macht Druck auf die Studentin, denn ohne Praktikum keine Zulassung zu den Abschluss-Klausuren, erhält Frau Zahring einen Brief der Staatsanwaltschaft aus Laupheim:
„Das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ist eingestellt. Es konnte kein Täter ermittelt werden.“Bei einer Begegnung nach einiger Zeit in der Mensa mit Frank Bunder, grinst dieser sie an und haucht ihr entgegen: „Was macht der Hund?“
In diesem Moment ist Anna-Maria so perplex, dass sie kein Wort hervor bringt.
Frank Bunder schleicht sich davon.
- Wenige Tage später stirbt der Hund!
Die Todesursache des circa zehnjährigen Vierbeiners ist nicht feststellbar.
- Anna-Maria Zahring erstattet Anzeige bei der Polizei Freiburg.
Ihre Anzeige wird später eingestellt. Es lassen sich keine Fremdeinwirkungen nachweisen.
Diese Ereignisse stellen einen Wendepunkt im Leben der Mitte zwanzig Jährigen dar.
Sie schmeißt das Studium, der Vater will deshalb von ihr nichts mehr wissen.
Ziellosigkeit, Ratlosigkeit, Tristesse bestimmen die kommenden Jahre.
Eine Zeit der versuchten Selbstfindung folgt. Aber Anna-Maria Zahring findet sich nicht.
Freiburg im Breisgau 2008
Eine Versammlung der Partei 'Grüne Alternative Freiburg' tagt. Mit im Saal sitzt Anna-Maria Zahring. Nach Außen hin vermittelt sie das typische Bild einer Esoterikerin.
Sie ist noch immer Single, Kinderlos, ohne abgeschlossenes Studium. Professor Zahring verstarb an einem Herzinfarkt im Hochsommer 2007 bei einer Tagung in Bern (Schweiz).
Er hatte seiner Tochter ein stattliches Erbe vermacht. Mit dem Bargeld, der Familienvilla in Freiburg aus den dreißiger Jahren und noch einigen Immobilien im Schwarzwald, ist Anna-Maria für alle Zeit materiell abgesichert.
An das Podium tritt eine männliche Person heran, der als Dr. Bunder vorgestellt wird.
„Nein, ich glaube das nicht... nicht der!“, denkt Anna-Maria. Und doch, ohne Zweifel, der Redner dort vorn ist Frank Bunder oder besser, jetzt Dr. Frank Bunder, der promovierte Geowissenschaftler ist Spezialist auf dem Gebiet der globalen Erwärmung.
Frau Zahring ist sich sicher von Dr. Bunder, ihrem ehemaligen Peiniger, als den sie ihn noch heute empfindet, entdeckt worden zu sein. Sie läuft, völlig aufgelöst aus dem Saal.
Ab diesem Moment fühlt sich Anna-Maria Z. wieder permanent verfolgt. „Dieser weiße Mercedes der E-Klasse, den hatte ich doch gestern schon bemerkt...“.
Sonntags
Detektiv Tudor erhält den Anruf einer Dame aus Freiburg im Breisgau.
Am Apparat ist Anna-Maria Zahring. Sie fragt zunächst sehr zaghaft an, ohne den Grund für ihr Bedürfnis zu nennen, ob die Privatdetektei Tudor denn auch Aufträge im südlichen Baden-Württemberg bearbeitet.
Selbstverständlich sind die Berufsdetektive des Hauses Tudor bundesweit, in Europa und Übersee, wo immer sie angefordert werden, vor Ort im Einsatz.
Baden, Südbaden, der südliche Schwarzwald mit Freiburg im Breisgau aber auch Straßburg in Frankreich (Strasbourg, Region Elsass / Alsace, Département du Bas-Rhin), die Arrondissements Strasbourg-Campagne und Strasbourg-Ville, Neuf-Brisach (Neubreisach, Département du Haut-Rhin in Frankreich / France), Colmar, der gesamte Arrondissement Mulhouse sowie die schweizerische Stadt Basel / Schweiz / Suisse / Swiss (Bâle, Basilea) oder beispielsweise das ganze Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich, sind regelmäßige Auftragsgebiete des Detektivbüro Tudor.
Frau Zahring möchte fernmündlich nicht über ihren Fall sprechen. Die Geschäftsleitung der Detektei Tudor bietet ihr umgehend einen persönlichen Beratungstermin in Freiburg an. Gern nimmt die Interessentin das Angebot an, bittet aber darum, wenn möglich, dass eine Detektivin der Firma Tudor kommen möge, da es ihr gegenüber einer Frau einfach leichter fällt, über ihre Probleme zu sprechen.
Detektiv Tudor setzt seit Gründung des Dienstleistungsunternehmens 1967, permanent auch weibliche Ermittlerinnen erfolgreich ein. Deshalb kommt das Haus Tudor gern dem Wunsch der Klientin nach und wird eine erfahrene Privatdetektivin für die Auftragsbesprechung nach Freiburg im Breisgau entsenden.
Gleich für den Folgetag setzt Frau Zahring den Termin an. Sie bittet darum den Treff in Kirchzarten, einer Gemeinde im Südschwarzwald im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, im Hotel Sonne zustande kommen zu lassen. Dort im Restaurant „Alte Stube“ sei man ungestört und die Atmosphäre so entspannend.
Vereinbarungsgemäß trifft sich die langjährig erfahrene Mitarbeiterin der Detektei Tudor in Kirchzarten. Sie trifft die Auftraggeberin psychisch sichtlich instabil an.
Anna-Maria Zahring schildert der Privatermittlerin ihren oben geschilderten Lebenslauf.
Am Ende, nach circa zwei Stunden Gesprächszeit, kommt sie verzweifelt zu dem Résumé:
„Der Bunder hat mein Leben zerstört und er versucht mich weiter fertig zu machen. Das ist irre, aber niemand glaubt mir, im Gegenteil, bei der Polizei halten sie mich für verrückt. Bitte helfen sie mir, ich brauche Beweise!“
Frau Zahring bricht in Tränen aus, während die Tudor-Ermittlerin sie mit psychologischem Fingerspitzengefühl beruhigt. „Machen sie sich keine Sorgen Frau Zahring, wenn wir mit unseren Leuten bei ihnen vor Ort sind, kann ihnen nichts zustoßen. Wir leisten zum einen Personenschutz und zum anderen werden wir ihr Haus und sie selbst rund um die Uhr observieren. Diese Einsätze werden gerichtsverwertbar dokumentiert und unsere Detektive stehen ihnen später als Zeugen bei einer Verhandlung zur Verfügung!“
„Wann können sie anfangen?“, fragt Frau Zahring. „Unsere Mitarbeiter sind für sie per sofort verfügbar!“. „Bitte fangen sie noch heute an, ich brauche Klarheit, deshalb beauftrage ich sie mit Beobachtungen, Ermittlungen und Personenschutz in meiner Sache!“
Für die Observation mit Personenschutz und Objektschutz an der Stadtvilla der Auftraggeberin in Freiburg, kommen zeitgleich fünf Ermittler zum Einsatz.
Gruppe I bezieht die unterschiedlichen Beobachtungspositionen, getarnt mit zwei Observationsbussen, am Wohnsitz von Frau Anna-Maria Zahring. Das gesamte Areal ist damit abgesichert. Jeder und Alles was das Zielobjekt betritt oder verlässt, wird Tag und Nacht zweifelsfrei erkannt und dann von der mobilen Beobachtungsgruppe II, die mit drei Einsatz-Funkwagen in den angrenzenden Nebenstraßen ihre Bereitschaftspositionen einnehmen, verfolgt.
Der Observations-, Objekt- und Personenschutzeinsatz ist von Detektiv Tudor bei der zuständigen Polizei angemeldet.
Tag I
Während der Beobachtung in den Tagesstunden haben die Tudor-Detektive keine Auffälligkeiten beobachtet. Die Lage am Objekt ist ruhig. Lediglich ein paar Eichhörnchen gehen, durch den Schmiedezaun hüpfend, ein und aus. Personen die den Wohnsitz der Auftraggeberin ausspähen oder Fahrzeuge, die auffällig an der alten Stadtvilla der Zahrings vorbeifahren, wurden nicht registriert. Frau Anna-Maria Zahring tätigt einmal Lebensmitteleinkäufe. Dabei wird sie verdeckt von den Personenschützern der Detektei Tudor begleitet. Fahrzeuge die folgen sind nicht in Erscheinung getreten.
Nacht I
Vollmond. Alles ist auch ohne den Einsatz der Infrarot- und Wärmebildtechnik der Firma Tudor zu erkennen. Punkt 23:00 Uhr löscht Frau Zahring das letzte Licht im Haus.
01:16 Uhr, ein Schatten, ein Huschen, etwas schleicht auf dem Grundstück umher!
Die Detektive sind über Funk informiert und in höchster Alarmbereitschaft. Ziel lokalisiert, ein Marder macht zwischen dem alten Baumbestand im Vorgarten Jagd auf Kleintiere.
Am Morgen die Meldung an die Zentrale der Detektei Tudor nach Frankfurt am Main:
+ + + Die Lage ist ruhig. + + + Fremdpersonen haben das Zielobjekt weder betreten noch verlassen. + + + Observation wird fortgesetzt. + + +Tag II
08:00 Uhr. Der Tagesablauf und die Planung desselben wird mit der Auftraggeberin persönlich besprochen. Als Handwerker getarnt, betreten zwei Detektive der Firma Tudor hierfür das Haus Frau Anna-Maria Zahring. Sie wünscht, dass die Beobachtung und der Personenschutz fortgesetzt wird und betont, „Ich habe so ein Gefühl, dass heute irgend etwas passiert!“
Die Tudor-Ermittler lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und setzen ihre Tätigkeit mit gleich bleibender detektivischer Präzision fort.
Gegen 10:00 Uhr, wie angekündigt, gelangt Frau Zahring aus dem Haus kommend, in den Beobachtungsbereich der Detektive. Sie trägt „Försterlook“, öffnet die Garage auf dem Objekt, um dann mit ihrem dunkelgrünen, topp gepflegten Mercedes G 3,5-Liter- Turbodiesel mit 136 PS, Baujahr 1988, ein Erbstück ihres Vaters, vom Areal zu fahren.
Ein Teil der mobilen Personenschutz- und Beobachtungsgruppe folgt verdeckt, wie besprochen. Die Standobservation und Objektschutz an der Villa, aus den Beobachtungsbussen heraus, wird fortgesetzt.
Anna-Maria Zahring ist in den Schwarzwald unterwegs. Ihr Geländewagen ist nicht der Schnellste, aber für Fahrten im unwegsamen Gelände geradezu prädestiniert. Über Denzlingen gelangt Frau Zahring, verdeckt gefolgt von den Personenschützern, nach Hinterheuweiler in 79194 Heuweiler. Fremdfahrzeuge folgen nicht, stellen die Detektive fest.
Auf einem Waldparkplatz stellt Anna-Maria Zahring den Wagen ab, um den Wanderweg in den Naturpark Südschwarzwald zu nehmen. Sie wird, so ist es geplant bis in den Nachmittag hinein unterwegs sein. Während ein Einsatzwagen der Detektei Tudor den Mercedes G 3,5 D sichert, begleiten in gebührendem Abstand die Leibwächter ihre Schutzperson.
Mittag
12:00 Uhr, melden beide Einsatzgruppen nach Frankfurt am Main in die Detektivzentrale:
+ + + Die Lage ist ruhig. + + + Keine Vorkommnisse. + + + Zahring im Wald. + + + Im und am Haus keine Personen aufgefallen! + + +Circa 13:30 Uhr werden die Einsatzkräfte Standort Freiburg im Breisgau, Wohnsitz Frau Zahrings auf einen weißen MERCEDES BENZ 300 TE (W 124) mit Schweizer (CH) KfZ.Kennzeichen des Kanton Basel-Landschaft, auch Baselland oder Baselbiet genannt, aufmerksam.
Im Fahrzeug sitzt allein eine männliche Person, klein wirkend, schmale Statur, Horn-Brille, brauner-glatter Scheitelschnitt, bekleidet mit grauer Anzughose und hellem Hemd. An einem Kleiderhaken im Fondbereich des Kombi hängt ein graues Jackett und eine hellblaue Krawatte.
Das Schweizer Fahrzeug wird auffallend langsam, vorbei an der Objektumzäunung, im Karree um das in einem Kreuzungsbereich gelegene Anwesen Frau Zahrings gefahren.
Die Ermittler fertigen Fotoaufnahmen, um der Auftraggeberin nach deren Rückkehr diese zur Identifikation vorzulegen.
Der Mercedes mit dem Kennzeichen aus dem Kanton Basel-Landschaft wird aus dem Beobachtungsbereich der Ermittler gefahren. Um ein Auffallen zu vermeiden, folgen die Ermittler der mobilen Observationsgruppe zu diesem Zeitpunkt nicht.
Später Nachmittag. Anna-Maria Zahring trifft, in konspirativer Begleitung der Tudor-Personenschützer, von ihrem Ausflug in der Natur kommend, wieder am Wohnsitz ein.
Sie öffnet, über Fernbedienung das schmiedeeiserne Zufahrtstor zum Grundstück, um den Mercedes Geländewagen in die Garage zu fahren. Gleich betritt sie das Haus. Telefonisch teilt Frau Zahring mit, dass sie nun erst einmal eine Erholungspause brauche. Der vorgeschlagene Gesprächstermin wird für den frühen Abend angesetzt.
18:00 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der weiße Mercedes-Benz aus der Schweiz in den unterschiedlichen Beobachtungsbereichen der Detektive in Freiburg nicht wieder registriert. Weitere Personen sind nicht auffällig geworden.
Abends
gegen 20:00 Uhr, es ist bereits circa zwanzig Minuten nach Sonnenuntergang, bittet Anna-Maria Z. einer der Personenschützer, als Installateur getarnt in ihr Haus. Die während ihrer Abwesenheit gefertigten Fotos des Fahrers des Schweizer Mercedes werden der Auftraggeberin präsentiert. Sie ist verdutzt. „Oh ja, nein, doch das könnte wirklich Frank Bunder sein, wenn da nicht....diese Brille, er hat keine Brille!“ „So etwas kann sich schnell ändern“ gibt der Berufsdetektiv zu bedenken. „Also, ich bin mir nicht sicher, aber er könnte es sein. Sehen sie ich bin nicht verrückt!“ „Wir sind weiter verdeckt in ihrer unmittelbaren Nähe, machen sie sich keine Sorgen, wir bleiben dran!“.
Nacht II
„Danach kann man ja die Uhr stellen“, scherzen die Privatdetektive über Funk als, wie am Vorabend das letzte Licht im Haus um 23:00 Uhr erlischt.
01:02 Uhr. Nur der Marder ist heute etwas früher. Einer Maus hinterher jagend flitzt das flinke Tier durch das Zielareal.
Gegen zwei Uhr Nachts schieben sich dicke Wolken vor den Vollmond. Mit dem guten Naturlicht ist es jetzt vorbei. Die Objektschützer aktivieren die Spezialtechnik, um auch bei völliger Finsternis Personen im Beobachtungsbereich zu erkennen und Aufnahmen derer anzufertigen.
02:29 Uhr. Absolute Ruhe. Alles schläft. Nur die engagierten Detektive aus Frankfurt sind hellwach. Da ist Licht eines PKW zu erkennen. Das Fahrzeug kommt näher. Ein Mercedes, hell, Kombi.Das KfZ-Kennzeichen wird durch die Spezialtechnik sichtbar. Schweizer Kennzeichen, Kanton Basel-Landschaft.
- Ja, es ist der Wagen vom Tag, der so auffällig um das Haus seine Runden drehte!
- Höchste Alarmstufe für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Detektei Tudor.
Der Eindringling schleicht sich unter das Fenster im Schlafgemach der Auftraggeberin, das sich aber im Obergeschoß der Villa befindet. Er zieht die mitgebrachte Stange, ein Teleskopstab auseinander, um das Pappschild am oberen Ende zu befestigen. Erst jetzt gelingt es den Detektiven, das Schild zu identifizieren.
Es ist ein lebensgroßer Fotoabzug des Dr. Frank Bunder, aufgeklebt auf Pappmaschee.
Bunder nimmt sein Mobiltelefon aus der Hosentasche und telefoniert. Wartet! Zeitgleich erhält die Detektivin der Detektei Tudor einen Anruf. Am Apparat ist Frau Zahring, erkennbar an ihrer mitgesendeten Rufnummer. Flüsternd sagt sie:
„Ich habe einen Anruf auf meinem Hausapparat, was soll ich machen?“ „Heben sie ab, wir haben alles unter Kontrolle!“
Gedämpftes Licht im Schlafzimmer der Schutzperson. Sie hebt ab, die hauchende Stimme des Bunder ist zu vernehmen.
„Geh ans Fenster, ich bin immer bei dir!“ Er legt auf, hievt die Teleskopstange mit seinem Abbild nach oben, um es vor das Schlafzimmerfenster im Obergeschoss zu halten.
Langsam schiebt sich die Gardine zurück. Ein kurzer Aufschrei!
Dr. Bunder nimmt die Stange nach unten, schiebt sie zusammen und gelangt, flink wie der Marder zuvor, aus dem umzäunten Areal. Sekunden später braust er mit seinem Mercedes noch ohne Licht davon. Die mobile Beobachtungsgruppe folgt.
Schluchzend und nervlich am Ende, meldet sich Anna-Maria Zahring am noch offenen Handy:
„Er ist hier oben! Haben sie ihn? Er hat eine Leiter! Bitte, ich habe solche Angst!“.
Die psychologisch geschulte Detektivin des Hauses Tudor betritt die Villa, um die Auftraggeberin über den tatsächlichen Sachverhalt aufzuklären und zu beruhigen.
Während dessen folgen die Ermittler der Zielperson. Er fährt auf die Bundesautobahn 5 Richtung Basel. Alle Einsatzwagen der Detektei Tudor sind mit gültigen Schweizer Maut-Vignetten bestückt, so dass sie auch problemlos die Fahrt auf Schweizer Gebiet fortsetzen können.

Der Grenzübergang Basel ist passiert. Von seinen Verfolgern ahnt Dr. Bunder nichts. Von der Schweizer Autobahn 2 | E35 geht es weiter auf die Autobahn 3 | E60, Ausfahrt nach Liestal (eine politische Gemeinde im Bezirk Liestal des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz, 17 km südöstlich von Basel gelegen).
Es ist bereits beinahe vier Uhr morgens, als die Zielperson seinen Mercedes im Ortsteil Rösernbach von Liestal* auf das Areal eines Zweifamilienhauses fährt. Er öffnet die Garage am Haus und fährt den Mercedes hinein. Am Briefkasten, amerikanischer Art, erkennen die Privatermittler die Aufschrift: Familie Dr. Bunder
Details am vermeintlichen Wohnsitz der Zielperson in der Schweiz werden aufgenommen und gesichert. Danach erfolgt die Rückfahrt nach Deutschland.
Tag II
Frau Anna-Maria Zahring schläft nach der ereignisreichen Nacht, erst mal aus.
Die Hauptzentrale der Detektei Tudor in Frankfurt erhält gleich um acht Uhr morgens den detaillierten Rapport der Nacht. Es wird entschieden den Hausrechtsanwalt der Firma Tudor nach Freiburg zu entsenden, um die weitere Vorgehensweise mit der Auftraggeberin, den deutschen und schweizerischen Behörden zu besprechen. Auf jeden Fall, so lobt der Anwalt, war es absolut richtig, auf eine sofortige vorläufige Festnahme der Zielperson zu verzichten, da die Regelmäßigkeit seines Tun zweifelsfrei und gerichtsverwertbar nachgewiesen werden muss.
Im Ergebnis der Absprache mit der deutschen und der schweizerischen Polizei wird festgelegt, die Observation, Objektschutz und Personenschutz Maßnahme fortzusetzen, bis Dr. Bunder wieder einreist, um eventuell zu versuchen sich Zutritt zum Privatgrundstück der Auftraggeberin zu verschaffen. Frau Zahring stimmt dem zu, sie hat zunächst mit den Detektivkosten in Vorlage zu gehen, bis der Täter gestellt und schuldig gesprochen wurde, um dann diese Auslagen bei ihm in einem Zivilverfahren wieder einzuklagen.
Nacht III
Außer allerlei Getier, registrieren die Detektive keine Eindringlinge. Auch telefonische Angriffe des Stalkers bleiben diese Nacht aus. Bei einer Kontrollfahrt zum Wohnsitz Herrn Dr. Frank Bunder nach Liestal (Schweiz), werden am Objekt keine Auffälligkeiten bemerkt. Die Garage am Haus ist verschlossen.
Tag IV
Die Auftraggeberin traut sich heute, in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, seit Jahren wieder einmal in die dicht gedrängte Innenstadt von Freiburg. Unter dem verdeckten, diskreten Personenschutz der Detektei Tudor, gönnt sie sich einen ausgiebigen Bummel.
Vorkommnisse werden nicht verzeichnet. Auch während der Abwesenheit vom Haus tritt Dr. Bunder nicht in Erscheinung.
Nacht IV
„Oh, es ist garantiert schon 23:01 Uhr oder so“, scherzen die Detektive, denn wie immer erlischt um diese Zeit das Licht im Schlafzimmer Frau Zahring.
Die Lage ist ruhig.01:59 Uhr. Die mobile Beobachtungsgruppe in der Nebenstraße, nahe der Zahring-Villa, meldet über Funk den weißen Mercedes Herrn Dr. Frank Bunder Richtung Zielobjekt fahrend.
Er parkt an gleicher Stelle, wie die Nacht zuvor. Entnimmt aus dem Kofferraum seine perverse „Apparatur“, schaut aufmerksam die Straße auf und ab, um dann auf das Grundstück der Auftraggeberin zu gelangen.
„Heute machen wir kurzen Prozess, der AG (Auftraggeberin) ersparen wir unnötigen Stress! ZP (Zielperson) steht schon am Haus unter dem Fenster!“ „Okay, rauf aufs Gelände und vorläufig festnehmen! Auto sichern!“
Völlig perplex von dem massiven Aufgebot wie aus dem Nichts, erkennt Dr. Bunder seine ausweglose Situation und lässt sich widerstandslos festnehmen.
Die alarmierten Kollegen der Polizei aus Freiburg, führen den Straftäter in Gewahrsam ab.
Der Auftrag ist damit erfolgreich abgeschlossen.
Jetzt hat der Staatsanwalt das Wort!
Bei einem Treff mit Frau Anna-Maria Zahring und der Mitarbeiterin der Detektei Tudor verkündet diese ganz stolz:
„Mein Leben hat sich nach ihrem Einsatz komplett geändert. Ich bin psychisch rehabilitiert. Dieser ganze kranke Terror des Frank Bunder war keine Einbildung von mir, sondern basierte auf seinem, über Jahre verschlepptem Rachebedürfnis, weil ich seine Zuneigung nicht erwidert habe und auch nicht konnte. Trotz meines Alters habe ich mich an der Uni Freiburg eingeschrieben, um meinen Studienabschluss doch noch zu beenden“ lacht Frau Zahring.
„Und was macht die Liebe?“ fragt die Mitarbeiterin der Detektei Tudor.
„Nun, ich habe jetzt einen Kater. Moritz heißt er und ist sooo süß! Sehen sie den schwarzen BMW da unten auf der Straße vor meinem Haus? ...der ist mir schon öfter aufgefallen!“ Sie lacht und kann sich kaum noch beruhigen.
Anmerkung:
(*)Namen der Beteiligten sowie Orts- und einige Detailangaben wurden aus Diskretionsgründen geändert. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Auftraggeber.
(*)Namen der Beteiligten sowie Orts- und einige Detailangaben wurden aus Diskretionsgründen geändert. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Auftraggeber.


