Detektiv

"Gefährliche Spielsucht"!

Ermittlungen und

Beobachtungen

Die Eheleute Engenhahn(*) bewohnen im beschaulichen Taunusstein ein stattliches Eigenheim mit Grundstück in bester Lage. Beide Kinder sind längst ausgezogen. Tochter Brunhild(*) hat sich nach dem Studium an der Goethe-Universität Frankfurt, Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften, für einen langfristigen Auslandsaufenthalt in Südafrika (South Africa) entschieden. Von Kapstadt (Cape Town) aus betreut sie als Sprach- und Kulturwissenschaftlerin Projekte im ganzen Süden des Kontinents zum Beispiel in

  • Namibia (Republic of Namibia)
  • Angola, Sambia (Republic of Zambia / Nordrhodesien)
  • Botsuana (Botswana)
  • Simbabwe (Zimbabwe)
  • Tansania (Tanzania)
  • Mosambik (Moçambique)


Ein bis zweimal im Jahr, meist zur Weihnachtszeit oder dem Geburtstag eines Elternteils, reist Brunhild Engenhahn nach Deutschland.

Sohn Giselher(*) ist promovierter Geschichtswissenschaftler. Sein Spezialgebiet, die Geschichte der Turkvölker, hat ihn in den eurasischen Großraum mit

  • Türkei
  • Aserbaidschan
  • Kasachstan
  • Kirgisistan
  • Turkmenistan
  • Usbekistan
  • Mongolei


verschlagen.

Derzeit wohnt er mit seiner Familie in der Hauptstadt Ulan Bator. Auf einer Expeditionsreise zu den Wurzeln des Temüüdschin, auch als Dschingis Khan bekannt, lernte er seine Ehefrau Hoe’lun-Ujin (Üdschin) nahe dem heiligen Berg Burchan Chaldun kennen. Als Austauschstudentin von 1990 bis 1994 an der Universität zu Heidelberg, ist sie der deutschen Sprache mächtig und begleitete die Expedition als Dolmetscherin im Auftrag der Nationaluniversität der Mongolei. Aus der Ehe sind zwei Kinder hervorgegangen, die beide noch schulpflichtig sind.
Bio Chemischen Entwicklungsbetriebes für Molekularbiologie
Gernot(*) Engenhahn, 69 Jahre alt, ehemaliger Mitarbeiter eines Laboratoriums für Molekularbiologie, ist geschäftsführender Gesellschafter eines Bio-Chemischen-Entwicklungsbetriebes in Wiesbaden. Mit seinem Partner, Dr. Ambrosius(*) aus Bad Kreuznach, gründete er vor 30 Jahren das innovative Unternehmen. Stetiges Wachstum in Umsatzzahlen und Personalbestand, haben das weltweit bekannte Labor auf relativ krisenfeste solide Fundamente gestellt. Das der Sohn Giselher und Tochter Brunhild nie in die Fußstapfen des Vaters getreten sind, sondern fern der deutschen Heimat, zwar akademisch geprägten Berufen, aber ohne die Chance damit richtiges Geld zu verdienen nachgehen, hatte der erfolgreiche Unternehmer nie verstanden und auch nicht überwunden.

Seit die Kinder aus dem Haus sind kriselt die Ehe der Engenhahns. Enkel, die etwas frischen Wind und neue familiäre Aufgaben bringen würden wohnen am sprichwörtlich anderen Ende der Welt.

Gernot Engenhahn war schon immer ein Freund des Glückspiels. Während seiner Studienzeit in Frankfurt am Main und im Praktikum am weltweit größten Chemiestandort in Houston / Texas (USA), wenn seine Kommilitonen die private Kasse mit Tellerwaschen oder Kellnerjobs aufbesserten, setzte E. alles auf eine Karte. In legalen und illegalen Spielkasinos, z. B. in der Spielbank Bad Homburg oder im Frankfurter Bahnhofsviertel hatte Gernot E. einen Namen. In seiner Zeit in den Vereinigten Staaten, ließ er es sich nicht nehmen, an den Abenden dem Houston Casinos & Gambling einen Besuch abzustatten und an den Wochenenden sogar nach Las Vegas (Nevada / Clark County) zu fliegen, um die sagenhafte Glücksträhne nicht abreißen zu lassen. Allerdings, das gehörte so zu sagen zum „Berufsrisiko“, kam es auch schon mal vor, dass E. sein Rückflugticket verspielte und somit per Greyhound Lines mühsam mit dem Bus durch die Staaten

  • Kalifornien (California)
  • Arizona (Phoenix)
  • New Mexico (Nuevo México / Santa Fe / Albuquerque)
  • Texas


mit

  • Amarillo (Potter County)
  • Lubbock
  • Abilene
  • Fort Worth
  • Dallas
  • DeSoto
  • Waco
  • Austin
  • San Antonio
  • Kingwood (Texas)


nach Houston zurücklegen mußte.

Es rechnete sich. Wie durch ein Wunder nahm er weit mehr ein, als er für Organisation und Spieleinsatz ausgab. Zudem übte das Zocken einen psychologischen Effekt auf ihn aus. Stress, Bindungsängste, Heimweh – alles schien wie weggeblasen, vergessen, überwunden.

Gegenwart

Ein schwarzer BMW der Fünferreihe wird in das Eigenheimwohngebiet in Taunusstein gefahren. In unmittelbarer Nähe des Anwesens der Familie kommt der Wagen zu halt. Zufällig blickt Kriemhild Engenhahn aus dem Fenster zur Straße hinaus, als sie den PKW mit Mainzer KfZ-Kennzeichen registriert. Die beiden männlichen Insassen fertigen aus dem Auto heraus Fotos des Anwesens der Familie Engenhahn.

  • „Was soll das denn bedeuten? Sind das vielleicht Einbrecher, die hier die Gegend ausspionieren?“ - fragt Frau E. zu sich selbst.


Als resolute Person, wartet Kriemhild E. nicht lang. Sie geht auf die Straße, um die Herren im BMW, die sich gerade irgendwelche Notizen zum zuvor fotografierten Grundstück machen, anzusprechen.

  • „Darf ich wissen, was sie an unserem Haus so interessiert?“
  • „Wir sind Immobilienmakler aus Mainz und Haben einen Auftrag zur Bewertung des Anwesens!“


Wie es sich gehört, überreichen die Makler ihre Visitenkarten, denn zu verbergen haben sie offensichtlich nichts.

  • „Immobiliebüro Hessen-Rheinland/Pfalz-Saarland“ steht auf der Karte.
  • „Wir gehören zu den ganz Großen hier in Südwestdeutschland von Bingen bis Boppard und von Idar-Oberstein bis Kaiserslautern!“ – verkünden die smarten Villenmakler selbstbewusst, um sich verabschiedend, das gehobene Wohngebiet bereits wieder zu verlassen.


Perplex geht Kriemhild Engenhahn zurück ins Haus. Ihr Ehemann Gernot ist in der Früh um 8:00 Uhr in das Büro nach Wiesbaden gefahren, wie er sagte. Die gemeinsam geschmiedeten Zukunftspläne sahen eigentlich immer vor, wenn Sohn Giselher mit Frau und Kindern aus Mittelasien nach Deutschland käme, wo er einen Lehrstuhl als ordentlicher Professor an einer Universität (oder wie er immer, frei nach Heinrich Heine, zu scherzen pflegt, auch als „unordentlicher Professor“) antritt, sollte er das große und geräumige Haus samt Anwesen überschrieben bekommen, während zum Erbausgleich Tochter Brunhild ausgezahlt werden würde.

Ein Gedankenblitz durchfährt Frau Engenhahn. Sie befürchtet, dass Gernot E. wieder der Spielsucht verfallen sein könnte. Vor Jahren gab es bereits eine große Ehekrise, als Gernot im Spiel eine so gewaltige Summe verloren hatte, dass eine seiner Lebensversicherungen vorzeitig ausgezahlt werden musste, um die Schulden tilgen zu können. Ein Großteil des Privatvermögens brachten seinerzeit die Gesellschafter in das Unternehmen ein, weil ein Konkurrent aus Ludwigshafen am Rhein (Rheinland-Pfalz, nach Mannheim die zweitgrößte Stadt der Metropolregion Rhein-Neckar) in einer Art „feindlichen Übernahme“ in der GmbH des Gernot Engenhahn und Dr. Ambrosius(*) aufging.

Als Ausgleich zur damaligen geschäftlichen Zockerei, flüchtete sich E. in das Spiel. Aber die Zeiten der Jugend waren nicht mehr die Selben. Fortuna meinte es nicht gut mit Gernot E., was ihn beinahe an den finanziellen Ruin brachte und die Ehe riskierte.

Hoch und heilig hatte er seiner Frau versprochen, nie wieder spielen zu wollen. Eine Therapie lehnte er ab.

  • „Ich brauche Klarheit!“ überlegt Frau Engenhahn „Gernot wird mir seine Spielsucht freiwillig nicht zugeben. Das ist eine Krankheit. Ich kann ihn nur mit den knallharten Realitäten konfrontieren!“


Neben dem Fernsprecher liegt das Telefonbuch von Wiesbaden. Seit eh und je prangt die Reklame der Firma Detektiv TUDOR auf der Umschlagseite, gehört also praktisch schon zur Familie. Kriemhild Engenhahn wählt die Rufnummer

Kostenlose Servicerufnummer: 0 800 / 29 45 95 0


der Detektei in Frankfurt am Main. Schnell wird ein Beratungstermin in den Büroräumlichkeiten in Frankfurt vereinbart.

Im Verlauf der umfangreichen Auftragsbesprechung erarbeitet die Geschäftsleitung der Detektei TUDOR mit der Klientin aus Taunusstein die Vorgehensweise, um zweifelsfrei festzustellen, ob ihr Ehemann tatsächlich, wie sie vermutet, der Spielsucht frönt und in wie weit dadurch bereits ein wirtschaftlicher Schaden für die Familie entstanden ist.

Schließlich erteilt Kriemhild Engenhahn Detektiv TUDOR den Auftrag, durch Beobachtungen und Ermittlungen zu Gernot E. den Sachverhalt zu klären.

Am folgenden Morgen bereits hat sich die Beobachtungsgruppe aus Frankfurt im Taunus am Eigenheim der Familie Engenhahn postiert.

8:30 Uhr - Erscheint die Zielperson Gernot E. aus dem Anwesen kommend im Beobachtungsbereich der Detektivsachbearbeiter. Er wirkt müde und abgespannt. E. öffnet mit einer Fernbedienung das Doppelgaragentor. Minuten später fährt er mit seinem auffälligen weißen Volkswagen VW Touareg R50 vom Areal.

Detektivsachbearbeiter der mobilen Beobachtungsgruppe übernehmen die weitere Observation der Zielperson. Noch in Taunusstein bringt Herr Engenhahn seinen SUV an einem Toto-Lotto-Kiosk zu halt. Er betritt das kleine Geschäft, während einer der Detektive folgt. Hier ist Gernot E. offensichtlich kein Unbekannter, denn er wird mit Vornamen vom Inhaber begrüßt. Mit zittriger Hand zieht er einen Lottoschein aus der Jacketinnentasche

  • „Dieter, schau doch bitte mal nach, ob ich was gewonnen habe.
  • Sicher, ich könnte auch im Internet die Mittwochsziehung aufrufen, jedoch der Aberglaube, du weißt! Nichts dabei heute für dich, Gernot. Tut mir leid. Na gut, die Zahlen sind perfekt, da bin ich mir sicher. Verlängere mir den wieder um eine Woche, hier sind achtzig Euro!“


Taunusstein verlassend fährt Gernot Engenhahn zum Sitz des Bio-Chemischen-Entwicklungsbetriebes im Gewerbegebiet Max-Planck-Park in Wiesbaden-Delkenheim an der BAB66 Wiesbaden-Frankfurt am Main. Er parkt den VW auf einer reservierten PKW-Abstellfläche am Zugang zum Gebäudetrakt, um das Zielobjekt zu betreten. Die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter der Firma Detektiv TUDOR beziehen ihre unterschiedlichen Beobachtungspositionen im Wiesbadener Gewerbepark mit Blick auf den Ein- und Ausgang.

10:00 Uhr - Geht über den Betriebsfunk der Beobachtungsgruppe die Meldung, dass die Zielperson allein das Gewerbegebäude verlässt. Gernot Engenhahn macht einen unruhigen Eindruck. Er redet mit sich selbst und kaut an den Fingernägeln, während er sich im Touareg platziert.

Über den Rhein geht die Fahrt in das Bundesland Rheinland-Pfalz nach Mainz. Mit detektivischem Geschick folgen die Sachbearbeiter der Detektei TUDOR. Im Gonsenheimer Villenviertel endet die Strecke der Zielperson durch die Landeshauptstadt. Gernot E. betritt eines der denkmalgeschützten ehemaligen Offiziershäuser. Am Anwesen firmiert das Immobilienbüro Mainz, aus dessem Hause Tage zuvor zwei Makler den Bungalow in Taunusstein der Familie Engenhahn inspiziert hatten. Minuten später wird Herr E. im Erdgeschoß der Geschäftsvilla, in Nähe eines geöffneten Fensters, im Büro des Geschäftsführers erkannt. Die Situation vor Ort macht es den Detektivsachbearbeitern möglich, das Gespräch mitzuverfolgen -

  • „Sie haben das Objekt besichtigt und bewertet? Ich will hoffen, dass ihre Mitarbeiter diskret vorgegangen sind, denn meine Frau soll von den Absichten noch nichts wissen!“.


Worauf hin der Villenmakler entgegnet -

  •  „An Hand ihrer Innenaufnahmen, der Grundrißskizzen und einer Analyse der Wohnlage, haben wir im Rahmen des Vergleichswertverfahrens einen derzeitigen Verkehrswert der Immobilie von 385 Tausend Euro errechnet.“
  • „Dies sollte für eine ausreichende Beleihung langen“ - überlegt E. laut.


Die Zielperson gibt im Maklerbüro Mainz ein entsprechendes Gutachten über den Zustand der Bestandsimmobilie mit seiner Unterschrift in Auftrag, um dann in Eile die Räumlichkeiten zu verlassen.

Wieder am Steuer seines Touareg, tätigt er im Fahrzeug bei noch laufendem Motor, ein Telefonat. Einige Minuten später verfolgen die Detektivsachbearbeiter Gernot E. durch die Mainzer Innenstadt. In der Rheinstraße auf Höhe der Spielbank Mainz stoppt die Zielperson abrupt den Wagen, parkt verkehrswidrig halb auf dem Gehweg, springt aus dem SUV, um zur Eingangstür des Kasinos zu laufen. Er rüttelt an der Eingangspforte, die zu diesem Zeitpunkt, am frühen Vormittag, noch verschlossen ist. Schließlich schreit Gernot Engenhahn laut vor sich hin

  • „Automatenspiel täglich von 12:00 - 4:00 Uhr, was soll der Schei…, wenn wir alle so arbeiten würden!“


Sichtlich genervt steigt er zurück in den VW, wendet gegen die StVO verstoßend auf der Rheinstraße, um Richtung Süden Mainz zu verlassen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Detektei TUDOR folgen mit höchstem detektivischem Geschick.

Über die Autobahn gelangt E. nach Bad Kreuznach. Das Fahrverhalten analysierend, schließen die erfahrenen Ermittler aus Frankfurt nicht selten auf den psychologischen Zustand der Zielperson(en). Herr Engenhahn fährt sehr unruhig. Permanent wechselt er die Geschwindigkeiten. Detektiv TUDOR - Bad KreuznachAuch die Spur hält er nicht konstant. Unmotiviert, ohne erkennbarem Anlass betätigt Gernot E. auf der Autobahn immer wieder die Bremse oder überholt, um im weiteren Verlauf der Strecke wieder auffallend langsam zu fahren, wobei sich die eben erst Überholten, dann wieder selbst genervt vor sein Fahrzeug setzen. Diese Unkonstanz ist für ungeübte Beobachter zermürbend. Immer wieder stellt sich die Frage, ob die Zielperson seine Verfolger möglicherweise bemerkt hat und so versucht sie abzuschütteln. Im Fall des Gernot Engenhahn ist dieses observationstechnische „worst-case scenario“ zum Glück nicht eingetroffen. Detektiv TUDOR ist sicher, nicht aufgefallen zu sein.

In Bad Kreuznach, der Kur- und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Rheinland-Pfalz, stellt G.E. den Volkswagen am Domina Hotel - Kurhaus & Conference Park

  • (Domina Hotel Group Milano mit Niederlassungen z.B. in Rome - Italien, Novate Milanese - Italia, Bari - Italy, Malpensa Somma Lombardo - Italie, Bad Kreuznach - Deutschland, Riga - Lettland, Tallinn - Estland, Rotterdam - Niederlande, Sharm El Sheikh - Ägypten, Sankt Petersburg - Russland, Lipetsk - Russia, Novosibirsk und Tyumen)

ab.

In der Lobby platziert sich Herr Engenhahn an einem kleinen Tischchen, um einen Kaffee zu bestellen. Ein Ermittlerpärchen (männlich/weiblich) nimmt in unmittelbarer Nähe der Zielperson platz. Die Tarnung ist perfekt. Gernot E. nimmt von den Detektivsachbearbeitern keine Notiz. Nach fünfundzwanzig Minuten geht über Funktelefon an die Kollegen im Hotel die Nachricht, dass das Außenteam beobachtet hat, wie ein schwarzer BMW Siebener vorgefahren wird. Der Wagen fällt den auch als Personenschützer agierenden Detektiven deshalb sofort auf, weil das Fahrzeug gepanzert ist. Der Chauffeur steigt aus, öffnet die hintere Tür, um in russischer Sprache seinen Insassen aus dem Wagen zu bitten

  • („…bitte schön Chef, ich darf ihren Telefonanruf erwarten?“)


Der hundertfünfzig Kilo Recke erhebt sich schnaubend aus der Limousine, um seinen Fahrer, keines Blickes würdigend, mit einer lässigen Handbewegung davon fahren zu lassen. An die Beobachtungsgruppe vor dem Hotel geht die Bestätigung, dass sich der Russe tatsächlich am Tisch von Herrn Engenhahn platziert hat. Mit lauter, auffallend tiefer Stimme und recht hartem Akzent führen sie die Unterhaltung. Somit ist es für die Ermittler in dieser Situation ein Leichtes, dem Gesprächsverlauf Wort für Wort zu folgen.

In der Spielbank Bad Ems, das entnehmen die Detektive der Detektei TUDOR dem Meeting, hatten sich Gernot Engenhahn und Juri Komarow(*) aus Perm vor gut zwei Jahren kennen gelernt. Nach einigen gemeinsamen Kasinobesuchen, auch in der Spielbank Trier, stellten Engenhahn und Komarow fest, dass ihnen die „legalen Spielchen“, wie sie es nannten, nicht den Kick bringen. Der mit einer Russlanddeutschen verheiratete gewiefte Geschäftsmann, mit Kontakten zu Erdöl- und Erdgasproduzenten in der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten mit Hauptquartier in Minsk Weißrussland Belarus) vermittelte Gernot E. an einen nicht legalen Ring von Roulett- und Pokerspielern in Deutschland.

Im ausgebauten Keller eines großen Privatanwesens in Kaiserslautern, tätigte Herr Engenhahn seiner Zeit die ersten illegalen Rouletterunden mit seinen neuen „Kameraden“. In internationaler Runde aus Russen, Polen, Italienern, Franzosen und Deutschen wurde Geld verzockt, für das es vielfach keinen offiziellen Nachweis gab. Noch nie zuvor hatte Gernot Engenhahn eine solche Glücksträhne in seinem langen Spielerleben. Drei mal in der Woche traf sich die Runde an verschiedenen privaten Standorten wie Baden-Baden, Landau in der Pfalz, Mannheim oder Esslingen am Neckar.

Dann verließ ihn das „große“ Glück. Bei einem illegalen Zockertreffen in Leimen bei Heidelberg wurde Gernot Engenhahn von seinen Mitspielern beim Pokern regelrecht in die Mangel genommen. Kein Bluff sollte Gernot E. gelingen. Es grenzte an Manipulation, dass mit absoluter Selbstsicherheit seine Gegenüber setzten was das Zeug hielt. An einem Tag verlor E. an die einhunderttausend Euro. Geld, das er eigentlich, so war es bei der letzten Gesellschafterversammlung beschlossen worden, für eine Kapitalerhöhung des Laboratoriums für Molekularbiologie in Wiesbaden einzuzahlen hatte.

  • „Beim nächsten Mal in Mutterstadt, wenn wir bei Pawel(*) zocken, hast du mehr Glück!“ - vertrösteten ihn seine windigen Berater.


Nachdem Herr Engenhahn, sichtlich niedergeschlagen, als erster das Privatanwesen in Leimen verlassen hatte, um sein Glück an diesem schwarzen Tag noch einmal im Kasino Bad Homburg zu versuchen, gaben sich die Kriminellen die „Fünf“ -

  • „Der hat angebissen. Die installierten Kameras hat dieser spielsüchtige, blinde Trottel überhaupt nicht wahr genommen. Mit dem sind wir noch nicht fertig!“

Privatdetektei TUDOR - FrankfurtEinen Tag darauf ist Gernot Engenhahn nach Frankfurt am Main unterwegs.

Er hat mit seinem persönlichen Ansprechpartner in der Privatbank der Mainmetropole einen Termin vereinbart. Weil seine Ehefrau online Einsicht auf die gemeinsamen Konten hat, ist es ihm nicht möglich, vor ihr unbemerkt größere Summen zu transferieren.

Wenn eine der Lebensversicherungen aber in bar ausgezahlt wird, sollte sie hiervon mittelfristig nichts bemerken. Zumal Gernot Engenhahn als krankhafter Spieler davon ausgeht, dass das Glück ganz schnell wieder auf seiner Seite ist.

Das war es nicht. Gernot Engenhahn war einem Betrügerring aufgesessen, der ihn nun Stück für Stück zu demontieren vorhatte. Seine dreihundertfünfzigtausend Euro aus der Lebensversicherung war er schneller los als gedacht. Wieder trieb er Bargeld zusammen, für das er Jahrzehnte gearbeitet hatte. Schritt zwei waren die Gesellschafteranteile am Laboratorium für Molekularbiologie. Der lange Arm nach Moskau (Moscow) des Juri Komarow, der ihn in diese verhängnisvolle Spirale vorsätzlich hineinmanövriert hatte, weckte Begehrlichkeiten seiner Hintermänner, High-Tech-Firmen in Westeuropa zu vereinnahmen oder zumindest anfangs durch Anteilsanteile an diesen, Zugang zu wertvollem Know-how zu erlangen.

Der Treff im Domina Hotel - Kurhaus & Conference Park in Bad Kreuznach endet zwischen Engenhahn und Komarow mit einer Fristvereinbarung zur Tilgung seiner Spielschulden an den konspirativen Kreis der Sockergangster.

  • „Wenn sie mich als Schlichter nicht hätten, lieber Freund, dann wäre die Geduld der Herrschaften sicher lange schon am Ende. Ich möchte nicht ausmalen, wie, sagen wir, undiplomatisch Schulden in diesen Kreisen eingetrieben werden. Sie verstehen mich…?“ - wendet sich Komarow im russischen Akzent, mit starker Stimme, an sein nervlich sichtlich aufgeriebenes Gegenüber.
  • „Bitte, ich habe bei einem seriösen Maklerbüro in Mainz ein Gutachten über mein Haus in Taunusstein in Auftrag gegeben. In Kürze werde ich die Immobilie beleihen. Sie, ich meine die Herren Mitspieler werden ihr Geld bekommen, sicher. Aber lassen sie mir die Firma. Das ist mein Lebenswerk. Mein Sohn oder meine Enkel sollen dies einmal fortführen. Verstehen sie!“ - fleht Engenhahn mit zittriger Stimme.


Juri Komarow zieht gelangweilt die Mundwinkel nach unten, um sich schnaubend aus dem für ihn zu schmalen Clubsessel zu erheben. Ohne Engenhahn noch eines Blickes zu würdigen, entfernt er sich aus dem Hotel. Dabei ordert er per Mobiltelefon seine Limousine herbei.

Die Ermittler von Detektiv TUDOR reagiert sofort auf die neue Situation. Die Beobachtungsgruppe wird geteilt. Team I beobachtet weiter Gernot Engenhahn, Team II ist auf Juri Komarow angesetzt, um über ihn weitere Erkenntnisse zu den Drahtziehern der räuberischen Erpressung zu erlangen.

Zeitgleich als Komarow aus dem Hotel tritt, fährt der gepanzerte BMW vor. Nach Manier eines Leibwächters inspiziert der Fahrer, der wohl auch als Bodyguard fungiert, die Halbsphäre um das Hotel ab. Die Verfolgung der russischen Zielperson wird schwierig und verlangt von den Detektivsachbearbeitern sicher alles ab. Bad Kreuznach verlassend geht die Tour entlang der Bundesstraße B41 Sobernheim, Kirn, Idar-Oberstein nach Birkenfeld. Das Zielfahrzeug wechselt auf die Autobahn A62 Nohfelden, BAB 1 Nonnweiler, Hermeskeil über den Hunsrück nach Trier entlang der Mosel über Konz nach Luxemburg.

Derweil ist Gernot Engenhahn auf dem Weg an die hessische Bergstraße. Detektivsachbearbeiter folgen der Zielperson entlang der Autobahn A61

  • Langenlonsheim
  • Sprendlingen
  • Gau-Bickelheim
  • Armsheim
  • Albig
  • Alzey
  • Eppelsheim
  • Westhofen
  • Flörsheim-Dalsheim
  • Worms


im weiteren Fahrtverlauf auf der Bundestraße B47 über Bürstadt und Lorsch nach Heppenheim, der Kreisstadt des Kreises Bergstraße im südlichen Hessen am Rande des Odenwaldes. An einer Villa in exponierter Lage, entlang dem Starkenburgweg, bringt Engenhahn seinen VW zu halt. Mit dem Telefon meldet er seine Ankunft zunächst an. Am Kamera überwachten Zugang betätigt Gernot E. die Klingel zweimal lang und zweimal kurz. Nach kurzer Wartezeit wird ihm die Pforte geöffnet. Die Detektivsachbearbeiter bringen sich in Beobachtungsposition, um das Geschehen am Anwesen in Heppenheim lückenlos überwachen zu können.

Im Großherzogtum Luxemburg unmittelbar im Zentrum der Stadt Lëtzebuerg betritt Juri Komarow die Niederlassung der Belagroprombank mit einem Aktenkoffer. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Detektei TUDOR fertigen verdeckt Fotoaufnahmen als Beweismittel. Aus Sicherheitsgründen ist es nicht möglich Komarow in die weißrussische Bank zu folgen, weil er einen nicht öffentlichen Bereich des Gebäudekomplexes aufsucht.

In Heppenheim sind weitere Personen mit Fahrzeugen aus


Roulletteeingetroffen. Immer nach gleichem Schema, mit vorherigem Anruf und der Klingelkombination zweimal lang und zweimal kurz, gelangen die, vom Erscheinungsbild eher dem kriminellen- bzw. Rotlichtmilieu zugehörig in die Villa. Parallel tätigt die Zentrale der Detektei TUDOR Ermittlungen zu diesem Objekt. Tatsächlich wird das Anwesen, laut den Erkenntnissen der Privatdetektei und Wirtschaftsdetektei aus Frankfurt, dem kriminellen Milieu Heppenheims zugeordnet.

Offiziell gemeldet ist dort der polizeibekannte Sali Topi(*) aus Tirana (Tiranë), Hauptstadt der Republik Albanien (Republika e Shqipërisë). Spezialtechnik der Firma Detektiv TUDOR erlaubt es den Sachbearbeitern zweifelsfrei zu beobachten, dass in den Kellerräumlichkeiten des umzäunten und mit Koniferen umwachsenen Anwesens, Französisches Roulette gespielt wird. Dabei werden große Mengen an Bargeld verwendet.

Nach etwa einer Stunde gelangt Juri Komarow aus der belarussischen Bank in Luxemburg-Stadt kommend in den Beobachtungsbereich der Detektivsachbearbeiter. Er wirkt nervös. Sein Fahrer hat die gepanzerte BMW-Limousine noch nicht vorgefahren. Komarow schnaubt wütend vor sich hin. Als nach relativ kurzer Wartezeit der schwarze Siebener am Nebenausgang des Bankgebäudes zu halt kommt fährt der Boss den Fahrer und Leibwächter an

  • „Wo warst du? Ich werde dich erschießen!“.


Zitternd, den Kopf gesenkt öffnet der „Leibeigene“ seinem Dienstherrn die Tür des Wagens. Juri Komarow stößt den Arm des Fahrers beiseite, wirft wütend den Koffer in das Fahrzeug, um sich zu platzieren. Mit quietschenden Reifen, den Blicken der Passanten ausgesetzt, entfernt sich das Zielfahrzeug in Richtung A1 deutsche Grenze. Mit Sicherheitsabstand folgen die Detektivsachbearbeiter.

Derweil hält das illegale Glücksspiel in Heppenheim (Bergstraße) an.

Nach dem Passieren der Grenze setzt sich auf der Bundesautobahn 64 vor den BMW Siebener mit Komarow als Insassen ein Mercedes T-Modell. Gerade als Juri K. seinem Fahrer den Befehl zum überholen gibt, leuchtet die Aufschrift ZOLL-BITTE FOLGEN auf. Über die Ausfahrt Neuhaus, B51 Bitburger Straße Richtung Bitburg, wird das Zielfahrzeug auf einen Zollhof geleitet. Dort angekommen, werden Fahrer und Insasse Juri Komarow aus dem Auto gebeten. Der Wagen ist nun Mittelpunkt des Interesses der Zollfahnder. Noch gelingt es den Mitarbeitern der Detektei TUDOR zu beobachten, wie der Aktenkoffer des Juri K. aus dem BMW genommen wird, als die Zielperson und sein Koffer schließlich in das Dienstgebäude gebracht werden. Der Fahrer bleibt am Wagen, um mitzuverfolgen, wie die Limousine peinlichst genau vom Zoll inspiziert wird.

Als bereits die Dämmerung einsetzt, verlassen nach und nach, immer im Abstand von zwei bis drei Minuten, die Spieler in Heppenheim das illegale Kasino. Von allen Beteiligten fertigen die Sachbearbeiter detaillierte Großfotos. Selbstverständlich sind auch deren Fahrzeuge mit vollständigen Kennzeichen registriert und werden in den Beobachtungsberichten dokumentiert. Der letzte, der die Runde der Gäste verlässt ist Gernot Engenhahn. Er wird persönlich von Sali Topi an die Pforte gebracht. Mit Tränen in den Augen fleht Gernot E. Topi an, ihm eine Frist zur Rückzahlung seiner Spielschulden zu gewähren

  • „Ich weiß nicht was los ist Sali. Eine solche Pechsträhne kann nicht normal sein. In Kürze erhalte ich im Rahmen einer Hypothek auf mein Haus in Taunusstein eine größere Summe. Einen Teil davon will ich einsetzen und mit dem Rest eine Teiltilgung tätigen!“
  • „Wir schauen mal!“ erwidert, ohne Regung oder einem erkennbaren Zeichen des Mitgefühls, der etwa Mitte fünfzig jährige Albaner.


Für heute scheint Gernot Engenhahn mit seinen Spielernerven am Ende zu sein, denn er fährt über die Autobahn A5 vorbei an

  • Bensheim
  • Zwingenberg
  • Alsbach
  • Bickenbach
  • Seeheim-Jugenheim
  • Pfungstadt


der A67 folgend

  • Griesheim
  • Büttelborn
  • Groß-Gerau
  • Nauheim
  • Königstädten


auf die BAB60

  • Ginsheim-Gustavsburg
  • Rüsselsheim
  • Bischofsheim


anschließend die BAB671

  • Gustavsburg
  • Mainz-Kostheim
  • Hochheim am Main
  • Mainz-Kastel
  • Biebrich
  • Wiesbaden
  • Taunusstein


Noch am gleichen Abend geht das umfangreiche Beobachtungsmaterial in die Auswertung an die Zentrale der Firma Detektiv TUDOR nach Frankfurt. Nachermittlungen und die Anfertigung detaillierter Beobachtungsberichte, inklusive dem belastenden Fotomaterial werden umgehend erstellt, um mit dem Rechtsanwalt der Auftraggeberin schnellstmöglich die weitere Vorgehensweise zu veranlassen.

Um etwa Mitternacht liegt die Entscheidung auf dem Tisch. Der Hausanwalt der Auftraggeberin Frau Kriemhild Engenhahn hat Erkenntnisse, dass Juri Komarow seit seiner vorläufigen Festnahme, veranlasst im Verlauf der Zollkontrolle durch die zuständige Staatsanwaltschaft, in Untersuchungshaft einsitzt. Genauere Details sind nicht bekannt. Offensichtlich haben aber wohl die Beobachtungen der Detektei TUDOR am gleichen Tag im Zusammenhang damit eine gewisse Relevanz. Fest steht, dass Gernot Engenhahn in den Ring einer kriminellen Vereinigung geraten ist, deren Absicht darin liegt, seine Spielsucht ausnutzend, sich an ihm und seinem Vermögen in verbrecherischer Absicht zu bereichern und Interessenten aus Osteuropa den Weg frei zu machen, an Know-how des Unternehmens der Zielperson, dem Bio-Chemischen-Entwicklungsbetrieb in Wiesbaden, zu gelangen.

Ohne Zeitverzögerung, so die Entscheidung, wird Gernot Engenhahn mit den Ermittlungsergebnissen konfrontiert. Über eine Selbstanzeige werden zeitgleich die umfangreichen Beobachtungsergebnisse der Firma Detektiv TUDOR der Staatsanwaltschaft zugeführt.