Mark Blume* ist seit einem Jahr von seiner Frau Marina Blume geborene Flach* geschieden.
Aus der Ehe ging die heute dreijährige Tochter Marie* hervor.
Zur Trennung sollte es kommen, weil seinerzeit von der Privatdetektei Detektiv Tudor nachgewiesen wurde, dass Marina Blume während der häufigen beruflich bedingten Abwesenheiten ihres Mannes, diesen mit dem Nachbarn betrügt.
Frau Blume blieb damals wegen des Kindes zu Haus. I
hre Tätigkeit als Krankenschwester in der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, so war es geplant, wollte sie nach zwei Jahren Auszeit wieder aufnehmen.Die junge Familie hatte sich in Mainz-Laubenheim ein Reihenhaus finanziert. Als Mitarbeiter im Vertriebsmanagement eines bekannten Herstellerbetriebes aus Mainz für chemische Haushaltsprodukte, dessen Firmenwappen ein „gekrönter Rana“ ziert, verdiente er ausreichend, um Haus, Frau und Kind während dieser Phase versorgen zu können.
Allerdings ist Mark Blume meist von Montag bis Freitag mit seinem Firmenwagen, Audi A4 Avant 2.0 TDI DPF multitronic on Tour.
- Zeit für die Familie blieb demnach nur an den Wochenenden.
Unangekündigt, als Überraschung so zu sagen, kehrte Mark Blume eines Tages schon an einem Donnerstag von seinem letzten Termin aus Lörrach, der Kreisstadt im Südwesten Baden-Württembergs vom Dreiländereck Deutschland - Frankreich - Schweiz heim.
Der Besuch bei einem Großabnehmer der Produkte seines Arbeitgebers aus Mainz, in Zürich / Dietlikon war kurzer Hand verlegt worden. Damit bot sich ein langes Wochenende an.
Genau zum Zeitpunkt seines Eintreffens im Reihenhaus viertel von Laubenheim, verließ der sportlich gebaute Nachbar von gegenüber, Hendrik Hesse* den Wohnsitz der Familie Blume. Hastig um sich schauend lief er schnurstracks aus dem Haus. Marina Blume winkte ihm mit den Fingern aus dem Türspalt noch nach. Sie sah ihren Mann gar nicht ankommen.
Herrn Blume lief ein kalter Schauer über den Rücken. Er hatte partout nicht damit gerechnet je einmal mit solcher Situation konfrontiert zu werden.
Nachdem er sein Haus betrat fand Mark Blume seine Ehefrau völlig verstört vor. Die kleine Tochter Marie schrie wie am Spieß. Marina Blume lief feuerrot an, stammelte etwas von defekter Waschmaschine, Schlauch ab, Nachbar gerufen, hatte geholfen...
Das hier etwas faul war, begriff Mark Blume sofort. Seine Frau stritt, selbst auch nur den Anschein einer Romanze mit Hendrik Hesse vehement ab. Für Mark Blume glaubhaft war dies aber nicht. Zu eindeutig hatte sich der Sachverhalt dargestellt. Er müsste ja ein Riesentrottel sein, wollte er nicht an, zumindest einen, Seitensprung seiner Frau denken.
- Es sollte sich das Verhältnis zwischen den Eheleuten Blume seither nicht mehr normalisieren.
Über mehrere Tage seiner Abwesenheit wurde das Reihenhaus in Mainz rund um die Uhr observiert.Das Ergebnis der Beobachtung im direkt am Rhein gelegenen Stadtteil der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz war eindeutig. Täglich frequentierte Hendrik Hesse zum Zwecke des Beischlafs mit Marina Blume das Anwesen des Auftraggebers.
- Allein die brutale Vernachlässigung des Säuglings, der gemeinsamen Tochter Marie, war ohne Beispiel.
Selbstverständlich reichte Mark Blume die Scheidung ein. Anhand der detaillierten, Gerichts- verwertbaren Observations-Berichte und persönlichen Zeugenaussagen der an der Beobachtung
beteiligten Ermittler aus dem Hause Tudor, sollte auch das alleinige Sorgerecht an der Tochter Marie an Mark Blume gehen.Seine Eltern, wohnhaft in Bad Kreuznach, der Kurstadt und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Rheinland-Pfalz, wollten das Kind an den Wochentagen ganztägig betreuen.
Das Familiengericht Mainz lehnte ab. Das Sorgerecht ging zu gleichen Teilen an die leiblichen Eltern, wobei Mark Blume zugesprochen wurde seine Tochter an den Wochenenden zu sich zu nehmen, da er ja sowieso beruflich über der Woche dazu nicht in der Lage wäre.
Für alle Beteiligten der Seite des Mark Blume blieb völlig unverständlich, dass das Gericht nicht ausreichend die Beweislast der Vernachlässigung des Kindes während des außerehelichen Beischlafs würdigte, was ja durchaus zweifelsfrei von den Tudor-Detektiven durch die Observation belegt war.
Die Entwicklung der Tochter verfolgte Mark Blume in der nachfolgenden Zeit mehr und mehr mit Argwohn.
Seine Ex-Frau führt flüchtige Beziehungen, die nie länger als einige Wochen halten. Sie arbeitet wieder halbtags in ihrem Beruf als Krankenschwester. In dieser Zeit ist Marie in einer Kindertagesstätte versorgt, was einen gewissen Ausgleich zum windigen Lebenswandel der Mutter darstellt. Nichts des so trotz hat auch die KiTa mit Mark Blume mehr als einmal den Kontakt gesucht, um über Verhaltensauffälligkeiten seiner Tochter zu sprechen.Wenn er das Kind an jedem zweiten Wochenende zu sich und seiner neuen Ehefrau (Vertreterin eines Modekonzerns mit Sitz in Wiesbaden) nimmt, stellen auch sie fest, dass sich Marie mehr und mehr zurückzieht und wenig Kommunikationsbereitschaft zeigt.
Sie kommen zu dem gemeinsamen Entschluss, erneut das Detektivbüro Tudor zu beauftragen, um endlich zweifelsfrei und Gerichts-verwertbar zu dokumentieren, ob und wie die Ex-Frau Marina Blume-Flach, wie sie sich jetzt nennt, ihren mütterlichen Pflichten nachkommt oder eben nicht.
Die Zielperson ist, das wird Detektiv Tudor während der Auftragsbesprechung übermittelt, weiter im Reihenhaus in Mainz-Laubenheim wohnhaft.
Der Auftraggeber Herr Mark Blume ist auf die rechtsrheinische Seite nach Hessen in den Ort Eltville am Rhein in den Rheingau-Taunus-Kreis verzogen. Hier lebt er mit seiner neuen Frau in einem alten renovierten Weingut.
Bei der Auftragserteilung an die Detektei Tudor sind auch die Eltern Herrn Blume aus Bad Kreuznach zugegen. Sie werden als Unterauftraggeber einen Teil der Detektivkosten mit tragen.
An das Detektivbüro Tudor geht das Mandat, nach eigenem Ermessen, mindestens jedoch an drei Wochentagen, Marina Blume-Flach zu überwachen, um deren Lebenswandel und dessen Auswirkungen auf das Sorgeverhältnis zur gemeinsamen Tochter Marie schlüssig für eine gerichtliche Auseinandersetzung aufzuzeigen.
1.Tag der Beobachtung / Montag
Morgens gegen fünf Uhr beziehen die Berufsermittler der Detektei Tudor ihre unterschiedlichen Observierungspositionen im Reihenhauswohngebiet von Mainz-Laubenheim mit Blick auf das Zielobjekt, den Wohnsitz von Frau Marina Blume-Flach.
Sechs Uhr, erkennen die Detektiv-Sachbearbeiter an den Fenstern des Anwesens zur Straße hinaus gedämpftes Licht. In der schwach beleuchteten Küche wird zweifelsfrei Marina Blume-Flach identifiziert. Sie hält sich allein in der Räumlichkeit auf und ist damit beschäftigt Kaffee zu kochen sowie Frühstück vorzubereiten.
Wenig später verschwindet sie im Bad des Hauses.
Nach einer dreiviertel Stunde tritt die Zielperson wieder in der einzusehenden Küche in Erscheinung. Sie setzt ihre Tochter Marie auf einen Kleinkindstuhl, damit diese auf Höhe des Tisches hantieren kann. Das Kind weint, während Frau Blume-Flach wild um sie herum gestikuliert. Dabei wirkt die Ex-Frau des Auftraggebers hektisch und scheinbar der Situation nicht gewachsen.
Die Lage vor Ort will es so, dass die Detektive aus ihrer Beobachtungsposition vor dem Haus heraus, unmittelbaren Einblick in die Räume im Erdgeschoß des Anwesens haben.
Dabei wird erkannt, dass Frau Blume-Flach am Küchentisch für eine weitere Person eingedeckt hat. Dritte sind im Reihenhaus aber, seit Aufnahme der Observation am heutigen Morgen, noch nicht gesichtet worden.
- Marie wirkt müde, kränkelnd und phlegmatisch.
- Derweil jammert das Kleinkind am Tisch vor sich hin und will so gar nichts essen.
Dann nimmt er, ohne Marie eines Blickes zu würdigen, am Tisch platz - trinkt einen großen Becher Kaffee und sofort danach noch eine ganze Mineralwasserflasche. Mit einem lauten Rülpser, der bis auf die Straße zu hören ist, beendet er sein Gelage. Er verlässt die Küche.
Frau Marina Blume-Flach nimmt das Kind vom Tisch. Sie macht sich und die Tochter fertig das Haus zu verlassen.
Kurz vor acht Uhr gelangt sie aus dem Anwesen kommend in den Beobachtungsbereich der Detektiv-Sachbearbeiter. Die Tochter trottet hinterher. Der im Haus beobachtete Mann tritt dabei nicht in Erscheinung.
Auf dem PKW-Abstellplatz unmittelbar vor dem Reihenhaus angelangt, öffnet die Zielperson einen roten VW Polo Vorgängermodell mit Mainzer KfZ-Kennzeichen. Der Kleinwagen ist mit einem Kindersitz bestückt. Sie verfrachtet die Tochter auf dem Sitz, um dann trotz ihrem kürzlichem Alkoholkonsum hinter dem Steuer des Polo Platz zu nehmen. Frau Marina Blume-Flach fährt aus dem Wohngebiet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der mobilen Beobachtungsgruppe der Detektei Tudor folgen. Der getarnte Beobachtungsbus bleibt besetzt vor dem Anwesen.
Mainz-Laubenheim verlassend fährt die Zielperson in den angrenzenden Stadtteil Mainz-Weisenau. An einer städtischen Kindertagesstätte bringt sie den Wagen zu halt. Marina Blume-Flach lässt ihre Tochter vom Rücksitz aussteigen.
- Das Kind weint!
Wenig später ist die Zielperson beim Verlassen der KiTa zu beobachten. Im Polo nimmt sie irgendwelche Tabletten. Dann startet sie hektisch das Auto und fährt vorbei am Volkspark in Mainz auf die innerstädtische Bundesstraße 40 zum Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität zu Mainz.
Eine Teilgruppe des Beobachtungsteams der Detektei Tudor verbleibt am Klinikum, mit Blick auf den VW Polo Frau Marina Blume-Flach, um die Zielperson bei Verlassen ihrer Arbeitsstelle wieder aufzunehmen.
Die Beobachtung wird zeitgleich am Wohnsitz in Mainz-Laubenheim fortgeführt.
Neun Uhr, Personen haben das Zielobjekt weder betreten noch verlassen. Die am frühen Morgen in der Küche beobachtete männliche Person ist im Anwesen zugegen.
Es ist gleich zehn Uhr morgens, da beobachten die Detektive am Reihenhaus in Mainz-Laubenheim wie der Mann mit schulterlangem Haar das Anwesen verlässt. Er ist nur mit einem ärmellosen Unterhemd, kurzer Hose und Badelatschen bekleidet. Insgesamt macht er einen sehr ungepflegten Eindruck. Bei sich trägt die männliche Person eine gefüllte Plastikeinkaufstüte. Am Kreuzungsbereich, ca. einhundert Meter vom Haus entfernt, entsorgt er aus der Plastikeinkaufstüte vier leere Weinflaschen in einen Altglascontainer. Dann schlendert er zurück zum Anwesen, öffnet die Tür zum Haus mit einem Schlüssel, um dann nach einem Blick in den Briefkasten das Gebäude zu betreten.
Zehn Uhr fünfzehn, wird ein hellblauer Peugeot 107 / 70 Petit Filou (50 kW) mit polizeilichem Kennzeichen KIB für Kirchheimbolanden in Nähe des Wohnsitzes Frau Marina Blume-Flach zu halt gebracht.
Die Fahrerin, allein im französischen Kleinwagen, wird an Hand der vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten Daten und Fotos für den Auftrag, zweifelsfrei als die zwei Jahre jüngere Schwester der Ex-Frau identifiziert.
Sie trägt einen extrem kurzen Minirock, schwarze enge ärmellose Bluse und hochhackige Schuhe. An der Zugangstür zum Zielobjekt angelangt betätigt sie die Klingel. Einige Sekunden später öffnet die zuvor im Haus beobachtete männliche Person. Die Schwester Frau Blume-Flach betritt das Reihenhaus.
Sogleich aktivieren die Privatermittler im Observationsbus speziell verstärkende detektivische Technik und richten diese auf das Anwesen.
Und richtig, wie von den Tudor-Detektiven vermutet, sind aus dem Beobachtungsobjekt zweifelsfrei Stöhngeräusche zu vernehmen, die darauf schließen lassen, dass der „Besuch“ beim „Schwager“ wohl dem Charakter des Beischlafes hat. Ob Marina Blume-Flach Kenntnis von diesen Spielen während ihrer Abwesenheit aus dem Haus hat, ist fraglich. Zumindest ist auch diese Beobachtung ein weiterer Beleg für die zerrütteten privaten Verhältnisse im Umfeld der mit dem Sorgerecht beauftragten Mutter.
Noch vor elf Uhr ist der „Quicky“ beendet. So schnell wie sie kam, verlässt die Schwester das Reihenhaus auch wieder und fährt aus dem Beobachtungsbereich der Detektiv-Sachbearbeiter.
Zwölf Uhr, fertigen die Ermittler Fotos wie der Freund Frau Marina Blume-Flach aus dem Haus tritt. Er trägt nun Jeanshose und ein kariertes Hemd. Nachdem er das Anwesen verschlossen hat, geht er in der Zielstraße an einen silber farbenen Opel Astra 2.0 DTI mit dem polizeilichen Kennzeichen AZ für Alzey heran, öffnet das Fahrzeug, platziert sich hinter dem Steuer des Wagens und fährt aus dem Wohngebiet.
- Zwei Einsatzwagen der Detektei Tudor folgen.
Dort fährt er auf das Firmenareal eines großen Herstellerbetriebes der im Bereich Hoch-, Tief- und Straßenbau sowie Wassertechnik seine Leistungen als Generalunternehmer anbietet. Gleichzeitig gehört das Unternehmen auch zu einem bedeutenden Produzenten der Rohstoffgewinnung, der Produktion von Baustoffen jeder Art und des Handels.
Volker Zuber* wie die nachfolgenden Ermittlungen der Detektei Tudor ergeben, tritt dort zu diesem Zeitpunkt seine Spätschicht an, denn der aus Osthofen (einer verbandsfreien Stadt im Wonnegau des Rheinland-pfälzischen Landkreis Alzey-Worms) stammende Mitte Dreißigjährige, arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Produktionsarbeiter im Alzeyer Großbetrieb.
Die mobile Beobachtungsgruppe der Firma Detektiv Tudor beendet zu diesem Zeitpunkt die Überwachung Herrn Volker Zuber und fährt an die Arbeitsstelle der Zielperson Marina Blume-Flach.
Am Uni-Klinikum-Mainz beziehen sie ebenfalls ihre unterschiedlichen Observierungspositionen mit Blick auf den VW Polo Frau Blume-Flach.
Wenige Minuten nach fünfzehn Uhr erscheint Marina Blume-Flach aus dem Krankenhaus kommend an ihrem Volkswagen. Sie setzt sich ans Steuer, nimmt Tabletten zu sich, fährt vom Parklatzareal und im weiteren Verlauf der Strecke, gefolgt von den Tudor-Ermittlern, nach Mainz-Weisenau.
- An der Kindertagesstätte eingetroffen betritt sie das städtische Betreuungsobjekt.
Völlig gefühllos öffnet Frau Blume-Flach die Tür des Autos und dabei vernehmen die Beobachter zweifelsfrei, wie die Zielperson wörtlich zu ihrer Tochter meint, dass diese genau so dumm wäre, wie ihr Vater! Ohne die Hilfe der Mutter steigt das Mädchen auf den Kindersitz auf dem Rücksitz zu und wischt sich dabei die Tränen aus den Augen.
Wohl weil der Wagen in der Sonne stand und offensichtlich nicht mit einer Klimaanlage ausgerüstet ist, kurbelt Marina Blume-Flach die Scheibe während der Fahrt herunter.
Ihre Tochter ist dabei einem permanenten verwirbelten Luftstrom ausgesetzt.
An der Anschlußstelle Mainz-Weisenau nimmt sie die Auffahrt auf die Bundesautobahn BAB 60 und weiter am Kreuz Mainz die BAB 63. Während der vierzig Kilometer Autobahnfahrt lässt Frau Blume-Flach, ohne Rücksicht auf ihr Kind, die Scheibe ganz unten. Die Haare des Mädchens, das dokumentiert auch das Beweisvideo der Detektei Tudor, wirbeln wild umher. Mehrmals telefoniert Marina Blume-Flach, grob gegen die StVO verstoßend und ihre Tochter gefährdend im Fahrzeug, bei einhundertvierzig km/h Geschwindigkeit!
Es ist fast sechzehn Uhr als das Zielfahrzeug von der Autobahn 63 über die Ausfahrt 11 nach Kirchheimbolanden, der Kreisstadt des Donnersbergkreises, gefahren wird. Am Wohnsitz ihrer Eltern bringt Frau Blume-Flach den Polo zu halt. Am Haus steht der Peugeot 107 ihrer Schwester ebenfalls geparkt. Die Tochter Marie wirkt, das ist definitiv zu beobachten, von der schnellen Autobahnfahrt bei offenem Fenster wie benommen. Sie läuft zum Zugang des Anwesens ihrer Großeltern. Vor dem betreten raunt Marina Blume-Flach ihre Tochter laut an sich gefälligst zusammen zu reißen und nicht wieder zu „flennen“.
- Die Ermittler bleiben vor Ort, um die Situation weiter zu beobachten.
Früher Abend
Die Situation in Kirchheimbolanden (Kibo) ist gleich bleibend. Trotz Einbruch der Dämmerung sitzen die Zielpersonen weiter im Garten der Eltern. Sie lachen und feixen. Das Wohl der Tochter scheint dabei keinen der Familienangehörigen zu interessieren.
Das Kind liegt auf dem Rasen neben seinem Spielzeug und schläft.
Über die Zentrale der Firma Detektiv Tudor wird der Auftraggeber Herr Mark Blume über die haarsträubenden Zustände im unmittelbaren Umkreis seiner Tochter informiert. Er zeigt sich schockiert. Sofort informiert Herr Blume seinen Rechtsanwalt. Dieser empfiehlt die Option offen zu lassen, die Beobachtung ganz und gar vorzeitig abzubrechen, um über eine einstweilige Verfügung, der Mutter sofort und gleich das Sorgerecht zu entziehen und die Tochter mit Hilfe staatlicher Organe in Gewahrsam zu nehmen, um damit die unmittelbaren Gefahren, die für das Kind gegenwärtig sind, abzuwenden.
- Die Tudor-Ermittler werden bevollmächtigt, nach eigenem Ermessen im Interesse des Wohls der Tochter Marie Blume einzuschreiten.
Es ist kurz vor zweiundzwanzig Uhr, da registrieren die Beobachter in „Kibo“ das Eintreffen des Opel Astra Herrn Volker Zuber am Zielobjekt. Er ist gleich nach seiner Spätschicht aus Alzey kommend in das nur zwölf Kilometer entfernte Kirchheimbolanden gefahren.
Wenig später verlassen Marina Blume-Flach in Begleitung Herrn Volker Zuber das Haus der Eltern. Die kleine Tochter ist wieder erwacht und trottet, völlig übermüdet hinter der angetrunkenen Mutter her. Das Kind wird auf den Rücksitz des Opel Astra Herrn Zuber gelegt. Der Kindersitz, der im VW Polo Frau Blume-Flach montiert ist, wird nicht in den Astra umgebaut. Somit liegt das Kleinkind einfach auf der Rückbank und schläft sofort wieder ein.
Vor dem Haus folgt eine laute Konversation. Es geht dabei darum, ob Marina Blume-Flach ihr Auto nun stehen lassen soll oder nicht. Den Eltern von ihr scheint alles egal, sie drängt darauf selbst zu fahren, während ihre Schwester die Situation nutzt, sich noch einmal sehr intim, unbemerkt von Marina Blume-Flach, bei deren Freund zu verabschieden(!).
Argumentierend, dass man nach ein paar „Gläschen Weinchen“ doch noch selbstverständlich fahren könne, platziert sich die Zielperson in ihrem Volkswagen, dem Opel Astra Herrn Volker Zuber folgend der, scheinbar nüchtern Marie Blume transportiert.
Die Fahrt geht nach Mainz-Laubenheim zum Wohnsitz im Reihenhausviertel.
Zwischen zweiundzwanzig Uhr dreißig und dreiundzwanzig Uhr erreichen die Zielfahrzeuge das Objekt in Laubenheim. Im circa halbstündigen Fahrtverlauf zwischen Kirchheimbolanden und Mainz zeigte Frau Blume-Flach eindeutige Anzeichen einer alkoholbedingten Fahruntüchtigkeit. Mehr schlecht als recht parkt sie den VW vor dem Haus. Zuvor hatte Volker Zuber das Anwesen erreicht und die kleine schlafende Marie in das Objekt getragen.
Etwa um Mitternacht wird das letzte Licht im eingeschossigen Reihenhaus gelöscht. Nach Rücksprache mit der Einsatzleitung in Frankfurt am Main wird die Beobachtung für den heutigen Tag weisungsgemäß abgebrochen.
2. Tag der Beobachtung / Dienstag
In aller früh stehen die Tudor-Detektive wieder am Haus der Zielpersonen in Mainz-Laubenheim. Zum Zeitpunkt des Eintreffens der Ermittler ist das Anwesen noch völlig verdunkelt. Die Fahrzeuge Frau Marina Blume-Flach und Herrn Volker Zuber stehen unverändert an gleicher Position wie nachts abgestellt geparkt.
Zeitgleich wie am Vortag um circa sechs Uhr wird Licht in einer Räumlichkeit des Reihenhauses zur Straße hinaus eingeschaltet. Bewegung ist im Objekt aber nicht feststellbar. Nach etwa zehn Minuten wird das Licht ausgeschaltet. Die Lage ist ruhig.
Acht Uhr, es haben sich keine Veränderungen ergeben. Offensichtlich wird der heutige Morgen etwas anders ablaufen, als der gestrige Tag.
Gleich neun Uhr, vernehmen die Observateure bis zu ihrer Beobachtungsposition auf die Straße hinaus durch ein angeklapptes Fenster aus dem Zielobjekt das schon bekannte Weinen der kleinen Marie Blume. Aus dem Obergeschoß brüllt dabei Volker Zuber er müsse noch schlafen, denn schließlich stehe ihm noch eine Schicht bevor.
Neun Uhr dreißig beobachten die Detektive, dass Marina Blume-Flach mit ihrer Tochter an der Hand das Objekt verlässt. Frau Blume-Flach wirkt zermürbt nach dem Gelage vom Vortag und das Kleinkind ist im Gesicht weiß wie eine Kalkwand.
In den VW Polo steigt Marie selbstständig ein, um auf dem Kinderrücksitz Platz zu nehmen. Mürrisch startet die Zielperson den Wagen und fährt aus dem Wohngebiet. Im benachbarten Bodenheim, ca. 12 km südlich von Mainz-Stadtmitte am Rande des Rhein-Main-Gebiets im Landkreis Mainz-Bingen, kommt sie verdeckt gefolgt vom Tudor-Team, an einer Kinderarztpraxis zu halt. Marie weint.
- Nur mit Widerwillen schleppt sich das Kind mit seiner Mutter in die medizinische Einrichtung.
Gegen elf Uhr gelangt Frau Blume-Flach mit ihrer kranken Tochter zurück zum Wohnsitz. Volker Zuber ist noch im Haus. Wieder weinend entsteigt das Kleinkind dem Volkswagen. Marina Blume-Flach zerrt die Tochter ins Haus. Aus der noch geöffneten Tür ist Herr Zuber schreiend zu vernehmen, wie er sich beschwert noch kein Frühstück bekommen zu haben.
Elf Uhr dreißig, Volker Zuber verlässt das Zielobjekt. Er ist allein. Aus dem Fenster im Erdgeschoß winkt ihm Marina Blume-Flach nach. Mit seinem Opel Astra fährt der Freund Frau Blume-Flach aus dem Beobachtungsbereich der Detektiv-Sachbearbeiter am Reihenhaus. Eine Teilgruppe der mobilen Beobachtungsgruppe folgt dem Astra.
Über die Landesstraße L431 fährt Herr Zuber in das Naturschutzgebiet - Laubenheimer-Bodenheimer Ried -.
Dort bringt er den Wagen auf einem Naturparkplatz zu halt und telefoniert. Nach einigen Minuten fährt ebenfalls auf das Parkplatzareal der Peugeot 107 mit Kennzeichen KIB der Ex-Schwägerin des Auftraggebers. Beide steigen aus begrüßen sich mit lang anhaltendem Intimkuss, um schließlich gemeinsam in Richtung eines angrenzenden Weihers zu verschwinden. Um ein Auffallen zu vermeiden, folgen die Detektive den Zielpersonen nicht, da zu diesem Zeitpunkt auf dem Feld- und Flurwanderweg absolute Ruhe herrscht. Weil am Vortag bereits zweifelsfrei beobachtet wurde, dass beide ein intimes Verhältnis pflegen, wird davon auszugehen sein, dass sie dies auch hier in freier Natur ausleben werden.
Circa dreißig Minuten später treffen Volker Zuber und die Schwester seiner Freundin gemeinsam wieder von ihrem „Naturerlebnis“ kommend am Parkplatz ein. Die weibliche Begleitung hat merklich zerzausterte Haare als zuvor und auch Herr Zuber kann an Hand von Blattwerk auf dem Rücken den vorherigen Bodenkontakt kaum verheimlichen.
Eng umschlungen, mit lang anhaltendem Intimküssen verabschieden sie sich an ihren Fahrzeugen. Als erster fährt Volker Zuber vom Areal und im weiteren Fahrtverlauf nach Alzey zu seiner Arbeitsstelle, um die Spätschicht anzutreten.
- Derweil beobachten die Tudor-Detektive das Eintreffen der Schwester am Wohnsitz der Zielperson in Mainz-Laubenheim. Sie betritt das Haus.
- Somit verbleibt Marie allein im Haus(!).
Über die Geschäftsleitung der Firma Detektiv Tudor wird der Auftraggeber umgehend über diesen Sachverhalt informiert. Nach Rücksprache mit seinem Rechtsanwalt entschließt sich Mark Blume zum sofortigen handeln. Er sagt seine noch anstehenden beruflichen Termine in Stuttgart und Ulm ab und fährt sofort in das Rhein-Main-Gebiet. Sein Anwalt erwirkt zwischenzeitlich einen - einstweiligen Rechtsschutz -, um noch am gleichen Tag nicht nur die subjektiven sondern auch die objektiven Rechte der Tochter Marie bereits vor einer Entscheidung im Hauptsacheverfahren wirksam zu schützen, also das Kind aus der Vernachlässigung der leiblichen Mutter zu befreien und erst einmal vollends der elterlichen Sorge der Marina Blume-Flach zu entziehen, um im Interesse des Leib und Wohl des Kindes die Personensorge vorläufig alleinig dem leiblichen Vater Mark Blume zu übertragen.
Sechzehn Uhr.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist Marina Blume-Flach mit der Schwester nicht zum Wohnsitz zurückgekehrt. Mit absoluter Kaltblütigkeit setzt sie ihren Einkaufs- und Stadtbummel in Mainz fort.
- Das Kind ist mit seinem hohen Fieber allein gelassen in höchster Gefahr.
- Die Zeit drängt!
Dessen ungeachtet, absolut sorglos, mit unfassbarem strafbarem Vorsatz, als Krankenschwester sehr wohl über den Ernst der Lage in Kenntnis sein zu müssen, lässt Marina Blume-Flach ihr erkranktes Kleinkind über Stunden sich völlig selbst überlassen allein zu Haus. Mit ihrer Schwester tätigt sie zwischenzeitlich Lebensmitteleinkäufe in einem großen Center in Mainz-Mombach.
Unmittelbar vor siebzehn Uhr sind die Detektive vor Ort drauf und dran über den Notruf die Rettungskräfte der Feuerwehr Mainz zu benachrichtigen, denn aus dem Zielobjekt ist permanent das Husten und weinerliche Wimmern der kleinen Marie zu vernehmen.

Da fährt auch schon Herr Mark Blume mit seinem Audi A4 Avant 2.0 TDI gefolgt von einem Streifenwagen der Polizei, Beamten staatlicher Kinder- und Jugendschutz-Organe und einem Notarztwagen in das Reihenhauswohngebiet von Mainz-Laubenheim.
Mit im Fahrzeug des Auftraggebers ist sein Rechtsanwalt.
Die Detektiv-Sachbearbeiter geben ihre Tarnung auf. Vor dem Zugang zum Haus treten sie mit Herrn Blume, seinem Anwalt und der Polizei in Kontakt, um über den aktuellen Stand der Lage zu berichten.
Seinerzeit musste auf gerichtliche Anordnung hin Mark Blume seine Schlüssel zum ehemals gemeinsamen Wohnsitz mit Marina Blume-Flach abgeben.
Sie bestand darauf. Deshalb ist die Polizei gezwungen, im Zuge der Notstandssituation die Tür zum Reihenhaus gewaltsam zu öffnen, um der Tochter Marie sofortige ärztliche Versorgung zukommen zu lassen.Mit seinem Rechtsanwalt gelangt Mark Blume in das Objekt. Der Zustand im Innern des seinerzeit topp gepflegten Neubaus ist erschlagend. Wie bei Menschen mit dem so genannten Messie-Syndrom (von engl. mess= Unordnung, Dreck, Schwierigkeiten) stellt sich die Situation dar. Staub fliegt umher, geleerte Alkoholflaschen stehen herum und der Abwasch türmt sich in der Küche.
- Zu aller erst gilt das Handeln jedoch der Tochter Marie, die in ihrem Kinderbett im Obergeschoß liegt.
Noch im Rettungswagen erfolgt die erste ärztliche Notversorgung.
Das Kleinkind hat um die vierzig Grad Fieber und benötigt dringend Kochsalzinfusionen, um einer möglichen Dehydrierung entgegen zu treten.Die Ironie des Schicksals will es, dass Marie sofort in das Uni-Klinikum-Mainz eingeliefert wird, der Arbeitsstelle seiner Mutter.
Gerade ist der Krankenwagen mit der Tochter, welchen Herr Mark Blume begleitet, aus dem Wohngebiet, da meldet die mobile Beobachtungsgruppe der Detektei Tudor, dass sich die Zielpersonen Richtung Mainz-Laubenheim bewegen.
Anwalt, Beamte staatlicher Kinder- und Jugendschutz-Organe und Polizei sind noch vor Ort. Sie werden über das baldige Eintreffen Frau Marina Blume-Flach und ihrer Schwester informiert.
Wenig später biegt das Zielfahrzeug in das Reihenhauswohngebiet ein. Völlig außer sich stürmt Marina Blume-Flach zum Zugang ihres Wohnsitzes. Sie verlangt Aufklärung.
Diese erhält sie umgehend in Form einer vorläufigen Festnahme.
Von nun an hat der Staatsanwalt das Wort, denn wie sich noch am selbigen Abend im Klinikum herausstellt, war der Zustand der Tochter Marie durchaus für deren Leib und Leben bei noch längerer Vernachlässigung höchst bedrohlich!
Nicht auszudenken wie das Drama hätte enden können, wären die Detektive der Detektei Tudor nicht vor Ort gewesen und beispielsweise Frau Marina Blume-Flach wäre etwas zugestoßen, was ihre baldige Rückkehr zum Wohnsitz verhindert hätte...
Nach letztem Informationsstand wurde Frau Blume-Flach das Sorgerecht entzogen. Sie ist mit einer Bewährungsstrafe belegt und zudem wegen ihrer -krankhaften Trink sucht- in Behandlung. Volker Zuber ist nun offiziell mit der Ex-Schwägerin des Auftraggebers liiert.
Das wichtigste aber, das Kind Marie wächst wohl behütet in geordneten Verhältnissen bei ihren Großeltern Herrn und Frau Blume in Bad Kreuznach auf. Am Wochenende und abends nach seinen berufsbedingten Fahrten ist der leibliche Vater Mark Blume mit seiner jetzigen Ehefrau, die ebenfalls unentwegt beruflich abkömmlich ist, für Marie da.
Anmerkung:
(*)Namen der Beteiligten sowie Orts- und einige Detailangaben wurden aus Diskretionsgründen geändert. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Auftraggeber.
(*)Namen der Beteiligten sowie Orts- und einige Detailangaben wurden aus Diskretionsgründen geändert. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Auftraggeber.


