Beobachtung in Magdeburg wegen Fehlbeständen von Cathin!


Beyendorf-Sohlen, die kleine Gemeinde vor den Toren Magdeburgs im herrlichen Sülzetal, sehr idyllisch direkt am Fuße der Sohlener Berge gelegen, wurde 2001 als ein Stadtteil der Landeshauptstadt eingemeindet.

Kevin Gerwisch(*), geboren 1985 in Magdeburg, aufgewachsen in der Börde, im Dorf Sohlen, hat die DDR nicht mehr wirklich erlebt. Nach Abschluss der Realschule und Pharmaproduktion - Pharmaindustrieanschließender Berufsausbildung bei einem Pharmaproduktions- und Logistikzentrum nördlich der Landeshauptstadt, im Bereich der Biotechnologischen Produktion, wurde Kevin G. in den innovativen Betrieb, entsprechend seiner Ausbildung übernommen.

Unmittelbare Vorgesetzte, Abteilungsleiter und Gruppenleiter bescheinigen in den kommenden Jahren Kevin Gerwisch stets einen guten Leumund. Er ist immer motiviert, hilfsbereit und gewissenhaft in seiner Arbeit. Unabdingbare charakterliche Voraussetzungen, in der hoch sensiblen Pharmaindustrie. Als börsennotiertes Unternehmen, hätte der Konzern bei Unregelmäßigkeiten in der Qualität seiner Pharmaprodukte nicht nur erhebliche Imageschäden zu erwarten, es würden auch auf dem „Parkett“ sprichwörtlich die Werte der Konzerngruppe weg brechen, wobei die Konkurrenz beispielsweise aus Frankreich, der Schweiz oder den USA, erheblich von den Schwächen des „geschäftlichen Gegners“ profitieren würden.

Jedes noch so kleine Rädchen im großen Getriebe der globalen Unternehmensgruppe ist also von existenzieller Relevanz.

30. April 2007

Im Magdeburger „Prinzenclub“, einem bekannten Domizil mit Szene diverser Stars und Sternchen aus ganz Deutschland und Europa, die den Aufenthalt in der Landeshauptstadt Sachsen Anhalts mit einem Pflichtbesuch im In-Club aufpeppen, hat Kevin G. die Einladung eines Bekannten wahrgenommen und ist zum „Tanz in den Mai“ erschienen.

Oleg Saratow, Wolgadeutscher und Spätaussiedler, ist dieser „gute“ Freund. Bei einem Spiel des 1. FC Magdeburg gegen ZFC Meuselwitz in der MDCC-Arena lernten die beiden sich kennen. Im Verlauf der lockeren Unterhaltung zwischen den FCM-Fans, bei dem relativ langweiligen Spiel seinerzeit, kam die Sprache auch auf die Arbeitsstelle -
  • „Binn irch zurr Zeit nooch arrbeitsloss!“ - entgegnet der dreiundzwanzigjährige Heimkehrer seinem Gegenüber – „Ich arbeite beim „Pillendreher!“ - antwortet Gerwisch - „Waas is Piellendreeherr?“ - „Na der Pharmabetrieb hier in Machteburch.“ - stellt Kevin G. mit seinem ausgeprägten Ostfälisch-Magdeburgischen Akzent klar.
Nun wird der strohblonde, kräftig untersetzte Urdeutsche aus Samara hellhörig. Von Kevin Gerwisch möchte er mehr über die Produktionsbedingungen im Betrieb erfahren. Dabei sind für ihn die verwendeten Rohstoffe, Mengen und Verarbeitungsprozesse von Interesse.

Mit der Unterschrift unter seinem Lehrvertrag war Kevin G. seinerzeit die Verpflichtung eingegangen, überbetriebliche Abläufe, Verfahren und Rezepturen, keine Details an Dritte außerhalb des Unternehmens sowie Unbefugte im Konzern, preiszugeben. Darauf weist er seinen Gesprächspartner auf der Tanz-in-den-Mai-Party hin. Oleg Saratow bestellt darauf hin erst mal zwei Wodka aus schwedischer Produktion im Format „cто грамм“, wie er scherzend die gut gefüllten Gläser herüberreicht.

Der Abend verläuft feucht fröhlich. Nach dem dreihundertsten Gramm des russischen Grundnahrungsmittels ist Kevin G. schon ordentlich abgefüllt. Mit lockerer Zunge lenkt er das Gespräch ganz von selbst auf seinen Arbeitgeber - „Wenn ich dir erzähle, was bei uns alles so für Pulverchen angeliefert werden...!“- gibt er lallend von sich - „Hast du Lust auf einen Tee?“ - fragt Saratow - „Tee, spinnst du? Jetzt, hier, nach all dem Fusel?“ - „Ich meine Abessinischen Tee. Weißt du was das ist? Sagt dir Kath etwas?“ - „Kath?, Kat?, Qat?, Qad?, ? ‏Klar, hatte ich während meiner Lehrausbildung, auch bekannt als DMG, qāt, Gat, Chat oder Miraa, richtig?“ - „Rrichtik, daas iest auus deem Kathstrauch geemaachte Drooge!“ – bestätigt Oleg S. mit extra stark russischem Akzent – „Wir haben von unserem Berufsschullehrer, Dr. Drogist irgendwas gelernt, dass der Kathstrauch (Catha edulis) hauptsächlich in Kenia, Oman, Jemen und Äthiopien angebaut wird. Im Yemen, Eritrea, Somalia, sowie im Norden Kenias, in Dschibuti und im nordöstlichen Afrika, ist Miraa die Alltagsdroge schlechthin.“ - plaudert der Sachsen-Anhaltiner, einem Wasserfall gleich, unter dem Einfluss des Alkohols. Oleg Saratow zieht seinen Gesprächspartner in den Außenbereich, vor das Etablissemẹnt. „In Großbritannien, den Niederlanden und in Dänemark ist das Zeug legal, wieso eigentlich nicht in Deutschland?“ - fragt hämisch lachend Saratow, während er Gerwisch den Stoff herüberreicht. Bekanntlich wird unter dem Einfluss dieser Droge (unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz / BtMG), neben anderen Wirkungen, der Wunsch, sich mitzuteilen, erhöht.

Kevin Gerwisch legt den Arm um den Hals des Oleg Saratow und zieht ihn zu sich heran, um ihm ins Ohr zu flüstern „Ich verrate dir jetzt ein großes Geheimnis mein Freund. In der Abteilung, wo ich arbeite, bekommen wir Cathin (INN, Norpseudoephedrin, Pseudonorephedrin, β-Hydroxyamphetamin), den Wirkstoff des Kathstrauchs, zweimal jährlich gleich Säcke weise geliefert. Das Zeug geht in die Produktion für Cathin-haltige Arzneimittel. Die werden dann als Anorektika (Appetitzügler) verkauft“.

Wie und wann Kevin G. die Party in Magdeburg verlassen hat, ist ihm am nächsten Vormittag, dem 1.Mai, absolut schleierhaft und nur vage erinnert er sich an den begangenen Geheimnisverrat. Dabei betet er, dass es sich nur um einen bösen Traum handeln möge. Wodka, Chat und die gerauchten Schmuggel-Zigaretten aus Polen, zollen ihren Tribut. Sein Körper fühlt sich nicht nur ausgelaugt an, er ist es auch. Nach einem Spaziergang in die Sohlener Berge und reichlich Mineralwasser, erholt sich G. langsam. Plötzlich klingelt sein Handy. Am Apparat ist Oleg Saratow, der ihm verkündet, Kevin Gerwisch morgens gegen fünf Uhr in ein Taxi gesetzt zu haben, damit er wohl behalten in Beyendorf-Sohlen ankomme. Zuvor hatte er mit dem Fahrer einen Festpreis vereinbart. Diese Kosten schenke er seinem Gast Kevin. Für die nächsten Tage, vereinbaren die beiden einen Treff in Magdeburg-Cracau, rechts der Elbe, in der Wohnung des arbeitslosen Heimkehrers.
  • „Ich kann mich partout an nichts mehr vom „Tanz in den Mai“ erinnern, alles wie ausgelöscht. Danke noch mal, dass du meine Heimfahrt organisiert hast, Oleg.“ -
  • „Habe ich doch gern getan, für meinen Fußballkumpel. Mein Gedächtnis hat aber nicht gelitten. Ich kann mich sogar noch daran erinnern, dass du mir von deiner Arbeit erzählt hast und den Säcken mit Cathin, die ihr dort verarbeitet. Ist ein gutes Zeug. Du hast es ja in pflanzlicher Form bei unserer Feier probiert.“ -
  • „Oh ja, so langsam aber sicher dämmert es mir.“ -
  • „Hör mal, wenn du, sagen wir so zehn Kilo im halben Jahr beiseite schaffen würdest, was wäre dann? Fällt das auf?“ -
  • „Das ist nicht dein Ernst. Nicht genug, dass ich dir diese strengen Firmengeheimnisse im Rausch anvertraut habe, jetzt soll ich auch noch Stoffe aus meiner Abteilung verschwinden lassen. Wofür brauchst du die Substanz denn?“ -
  • „Nimm erst mal eine kleine Stärkung!“ -
raunt ihm Oleg Saratow zu, wobei er auf dem Glastisch eine Line Kokain zieht drogenkonsum(Cocain, weltweit verbreitete Rauschdroge mit hohem Abhängigkeitspotenzial) - Kevin Gerwisch kann nicht glauben was er da sieht. Koks, einfach so auf dem Tisch serviert.
  • „Das war mal Coca Negra, so genanntes Schwarzes Kokain, mit Kobalt- und Eisenchlorid vermischt. Drogenhunde und Spürgeräte schlagen nicht an. Somit kommt das Zeug direkt von Bogotá in Kolumbien (República de Colombia, grenzt sowohl an den Pazifischen Ozean als auch an das Karibische Meer und auf dem Festland an Panama, Venezuela, Brasilien, Peru und Ecuador) hier nach Europa. Später wird es dann aus diesem nicht konsumierbaren Zustand bei uns wieder reextrahiert. Wo, das kann ich leider nicht verraten.“ - erklärt O. Saratow.
Die Neugier ist groß für Kevin G. Nie in seinem Leben hatte er überhaupt irgendwelche Drogen konsumiert. Er greift zum Röhrchen, hält gekonnt, wie er es aus Filmen kennt, ein Nasenloch zu und zieht intranasal eine ordentliche Linie. Die Stimmungsaufhellung, als eine der Wirkungen des Kokainismus lässt nicht lange auf sich warten. Anschließend bedient sich Oleg S. an dem weißen Pulver. Plauderlaune macht sich breit.
  • „O.K., was willst du mit dem Zeug machen, wenn ich es dir tatsächlich beschaffen könnte?“ – fragt Gerwisch.
  • „Hör zu товарищ (Towarisch), Freunde aus meiner alten Heimat, die jetzt in Zerbst/Anhalt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld im Land Sachsen-Anhalt wohnhaft sind, haben eine Rezeptur entwickelt, zu deren Grundstoff eben das Cathin benötigt wird. Mit den anderen Zutaten und dann in Tablettenform gepresst, ein echter Hammer. Das Zeug reißen die uns mittlerweile in ganz Ostdeutschland von Salzwedel, Stendal, Havelberg, Waren/Müritz über Neubrandenburg, Oranienburg, Ostberlin und Westberlin bis Spremberg und Oschatz aus den Händen. давай (komm), fahren wir in das Labor, dort wirst du auch Pawel den Imker und Steven den Checker kennen lernen, die die Küche nicht nur betreiben sondern die Smarties auch von »Rostock bis Sonneberg verticken“.
Vom Magdeburger Stadtteil Cracau fahren sie alsdann mit dem VW Scirocco des Oleg Saratow über Königsborn, Menz, Wahlitz, Gommern, Dannigkow, Leitzkau und Güterglück in den Ortsteil Zerbst / Walternienburg, an der Nuthemündung in die Elbe, gegenüber Barby. Auf einem renovierungsbedürftigen Bauernhof öffnet sich sogleich das große Doppelflügeltor der Einfahrt in den Innenhof. Sofort schließt die ca. Anfang dreißig jährige männliche Person das Tor, um Oleg S. zu begrüßen – Здравствуйте (Grüß Dich!) Oleg, du hast einen Gast dabei!“.

Auf dem Areal, das der in Drogenkreisen Checker genannte Steven Calbe(*) von seinen Großeltern geerbt hatte, ist eine kleine Fabrik für Tabs (Drogen in Tablettenform) eingerichtet worden. Im Verlauf der umfangreichen Besichtigung erhält Kevin Gervisch ein Angebot, dem er nicht widerstehen kann. Einmal im halben Jahr soll er um die zehn Kilo Cathin liefern, das ihm zu einem Kilopreis von eintausendfünfhundert Euro abgenommen wird.
  • „Hey, du kannst dir jedes Jahr so einen neuen Scirocco kaufen, wenn du willst, oder ein neues Motorrad oder, oder, oder...!“
Eineinhalb Jahre später

Die Hauptzentrale der Wirtschaftsdetektei TUDOR in Frankfurt am Main erhält den Anruf einer renommierten Anwaltskanzlei für Wirtschaftsrecht aus »München. Man vertrete einen Konzern aus Oberbayern mit Filialen in beispielsweise Dänemark, Türkei, China, Japan, Indonesien und Brasilien. Gleich für den nächsten Tag ist eine Auftragsbesprechung im Rhein-Main-Gebiet, in den Räumlichkeiten des Ermittlungsbüros Detektiv TUDOR angesetzt.

Telefon: 0800 / 29 45 95 0 oder 0 69 / 29 46 52


Die Rechtsanwälte aus Bayern sind mit der Arbeitsweise der Berufsdetektive der Detektei TUDOR bestens vertraut, denn seit Jahren arbeiten die Industrieanwälte mit dem europaweit bekannten Büro für Beobachtungen und Ermittlungen, Lauschabwehr sowie Transportschutz und Personenschutz, hoch erfolgreich zusammen.
  • „Meine Herren, im Werk unserer Mandanten in Sachsen-Anhalt werden Verluste eines Rohstoffs für die Herstellung Cathin-haltiger Arzneimittel verzeichnet. Dieses Alkaloid unterliegt in der Bundesrepublik Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Die akribische Aufklärung des Sachverhalts, unter Einhaltung eines Höchstmaß an Konspiration, ist also auch deshalb für das Unternehmen von immenser Bedeutung, weshalb wir wieder sie für die Bearbeitung vorgesehen haben!“
Aus konzernstrategischen Gründen hatte der Vorstand in Abstimmung mit dem Betriebsrat beschlossen, behördliche Ermittlungen zunächst nicht tätigen zu lassen, zum einen um den Betriebsfrieden nicht zu stören und zum anderen gänzlich auszuschließen, dass nicht doch logistische oder produktionstechnische Fehlerquellen die Ursachen für die Fehlbestände sind.

An Detektiv TUDOR geht der Auftrag, nach eigenem Ermessen eine Lösungsstrategie zu erarbeiten, um mit den detektivischen Methoden Observationen und Ermittlungen, zweifelsfrei und vor Gericht verwertbar, die tatsächlichen Umstände zu beweisen.

Der Kreis, der in die Ermittlungen eingeweihten zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der pharmazeutischen Niederlassung in Magdeburg, wird so klein wie möglich gehalten.

Werksleiter Herr Burg, der über die Beauftragung der Detektei Magdeburg Detektiv TUDOR informiert ist, erstellt den Kreis der Betriebsangehörigen, der gerade unbedingt für die Einweisung und Unterstützung der Wirtschaftsdetektive erforderlich ist.

Ein konspirativer Treff wird für einige Tage später, außerhalb der Betriebsstätte angesetzt.

Zunächst war ein Meeting im Herrenkrug Parkhotel an der Elbe im Stadtteil Magdeburg Herrenkrug angesetzt. Dann aber wurde ermittelt, dass die Ehefrau eines der Kollegen in der betreffenden Abteilung, in der die Cathin-Lieferungen Fehlbestände aufweisen, in der Hotelanlage angestellt ist und somit ein so genanter Rückläufer nicht ausgeschlossen werden kann. Das Steigenberger Hotel Fürst Leopold in Dessau-Rosslau wird als geeignet ausgewählt. In einem eigens reservierten Konferenzraum findet dort die Einsatzplanung schließlich statt.

Dabei erhält die Einsatzgruppe Magdeburg der Detektei TUDOR alle Informationen, wie beispielsweise die genauen Transportwege des Guts, inklusive der dabei involvierten Logistik, Personen die mit der Substanz in Kontakt kommen und dem Personenkreis, der die Möglichkeit hat, sich Zugang dazu zu verschaffen.

Auf Grund der Schwere möglicher Konsequenzen für den Gesamtkonzern, sieht auch der Betriebsrat die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt und stimmt unvermeidlichen Personenüberwachungen der Ziel-Belegschaft zu. Allerdings, so die Auflage, sind die Überwachungsberichte zu den in Frage kommenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, noch vor Übergabe an die Konzernleitung dem Betriebsratsvorsitzenden vorzulegen, der für den Fall nicht relevante Passagen und Fotos aus dem Beweismaterial entfernt, um damit die Persönlichkeitsrechte der Betriebsangehörigen maximal zu wahren.

Eine Woche vor der halbjährlichen Lieferung des Rohprodukts Cathin an die Magdeburger Filiale beginnt, nach umfangreicher Vorbereitung und Planung, der „scharfe“ Einsatz der Detektive Sachsen-Anhalt. Mittels detektivischer Methoden steht die Lagerstätte der unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) fallenden Grundstoffe, wo auch das Cathin gelagert ist, während aller Schichten, rund um die Uhr, unter Beobachtung.

Cathin wird direkt aus dem Umfeld der Arabischen Halbinsel (Bahrain, Jemen, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigten Arabische Emirate, Irak und Jordanien) per Flugzeug über den Flughafen Berlin - Schönefeld (Airport Berlin Brandenburg International BBI) importiert. Ein Logistik- und Kurierunternehmen aus Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg) empfängt die Ware am Flughafen nach Erledigung der Zollformalitäten, um schließlich auf der Tour von Schönefeld nach Sachsen-Anhalt über Blankenfelde-Mahlow, Großbeeren, Teltow (Landkreis Potsdam-Mittelmark), Stahnsdorf (südlich von Kleinmachnow), Potsdam, Werder (Havel), Groß Kreutz, Brandenburg an der Havel, Genthin (Landkreis Jerichower Land), Elbe-Parey, Rogätz (Landkreis Börde) und Wolmirstedt nach Magdeburg zu gelangen.

Die mobile Observationsgruppe der Firma Detektiv TUDOR hat die Einsatzaufgabe, lückenlos die Einfuhr und den Transport der Zielware bis zur Anlieferung in Magdeburg zu beobachten. Ab dann übernimmt das - Observationsteam Betrieb - die permanente Kontrolle über das Cathin.

Tag zwei der Observation im Werk Magdeburg

Den Detektivsachbearbeitern fällt während der Spätschicht der Mitarbeiter Kevin Gerwisch besonders auf. Er wird dabei beobachtet, wie er den, auch für ihn zugänglichen Lagerraum der BtMG-Rohware, wie er betriebsintern genannt wird, betritt, um das noch vorhandene Cathin besonders zu mustern. Portionen entnimmt er aber von dort nicht, sondern bedient sich, so wie es seine derzeitige Fertigungslinie auch vorsieht, an Zusatzstoffen der laufenden Produktion, zu denen Cathin-haltige Arzneimittel nicht zählen.

Herr Gerwisch wird auf Grund seines Verhaltens im Verlauf auch der folgenden Tage der Observation, zum potentiellen Täterumfeld zählig. Ein besonders analytischer Fokus zielt deshalb den Beobachtungsverlauf auf diese Zielperson.

Ergebnis:
Kevin G. zeigt Anzeichen einer narkotisch bedingten Abhängigkeit. Entweder bedient er sich an der BtMG-Rohware, Endprodukten oder bezieht außerhalb der Firma Drogen. Damit wäre er, zumindest für den Einsatz im bisherigen Produktionsbereich, nicht mehr geeignet.
In Abstimmung mit dem Auftraggeber und dem Betriebsrat wird beschlossen, Kevin Gerwisch nach verlassen seiner Arbeitsstelle bei Schichtende, weiter zu beobachten. Der PKW, welcher auf den Mitarbeiterparkplätzen steht, ist beim Objektschutz der zuständigen Wach- und Schließgesellschaft Magdeburg registriert, und kann damit über den Umweg der Betriebsleitung, die hierfür eine Legende verwendet, denn der Wachdienst Magdeburg ist nicht involviert, Detektiv TUDOR Sachsen-Anhalt übermittelt werden.

21:00 Uhr - Der PKW von Herrn Gerwisch, ein weißer VW Scirocco III 2.0 TSI mit 147 kW (200 PS), ist von den Detektiven im Außeneinsatz geortet. Mit Blick auf das Zielfahrzeug haben die mobilen Beobachter verdeckt Überwachungsposition auf den Wagen bezogen.

22:00 Uhr - Die Spätschicht endet. Weitere Auffälligkeiten haben die Detektivsachbearbeiter nicht registriert. Mit Wechsel der Spät- auf die Nachtschicht, übernehmen auch die Kolleginnen und Kollegen des Nacht-Teams der Detektei TUDOR ihre Beschattung. Die Observationsbesatzung wird durch eine "frische" Mannschaft ausgetauscht. An die mobile Beobachtungsgruppe geht per Funk die Information, dass die Zielperson Kevin Gerwisch das Betriebsgelände verlässt. An seinem Sportcoupé (2+2-Sitzer, dreitürig) angelangt, platziert er sich hinter dem Steuer des recht auffälligen, hochpreisigen Volkswagens, um vom Areal zu fahren. Geschickt nutzen die Ermittler das allgemeine Kommen und Gehen auf dem großflächigen Betriebsparkplatzgelände, um ohne von Kevin G. registriert zu werden, dem Zielwagen zu folgen.

Durch die Stadtteile Magdeburgs - Kannenstieg, Neustädter See, Neue Neustadt, Alte Neustadt und Altstadt geht es über die Ernst-Reuter-Allee, Brückstraße auf die ostelbische Seite nach Cracau. Dabei legt Kevin Gerwisch einen auffälligen Fahrstil an den Tag, während er mit dem Handy am Ohr telefoniert. Unruhig, mal schnell, mal langsam, wild die Spuren wechselnd, zeigt er eine gewisse Unkonzentriertheit und Instabilität.

22:31 Uhr - In der „Siedlung Cracau“ (zwischen 1929 und 1938 in den Formen der Architektur des so genannten „Neuen Bauens“ errichtete Wohnsiedlung) bringt G. den Scirocco zu halt. Aus einem der Anwesen kommt eine circa Mitte zwanzigjährige männliche Person, stabile - untersetzte Statur, blondes - leicht gewelltes - nackenlanges Haar, bekleidet mit schwarzer langer Lederhose und schwarzem - engem T-Shirt.

Auf dem Gehweg vor dem Haus begrüßen sich die Zielpersonen. Aus der verdeckten Beobachtungsposition der Detektiv-Sachbearbeiter gelingt es, unter zu Hilfename technischer Verstärker, den Gesprächsverlauf mit zu verfolgen-
  • „Hallo Oleg, früher ging’s nicht.“ - „Я приветствую тебя! (Ich grüße Dich!), wie sieht es aus bei dir? Kommt die Lieferung bald? Die letzten Male, hat es doch immer perfekt funktioniert, очень хорошо (sehr gut). Hier ist schon mal ein Teil der Anzahlung in Naturalien, so zu sagen“.
Auf Video dokumentieren die Privat- und Wirtschaftsdetektive aus Frankfurt, wie Oleg Saratow seinem Gegenüber ein winziges Päckchen reicht. Mit zittrigen Händen entnimmt Kevin Gerwisch eine Fingerspitze, reibt sich das weiße Pulver professionell auf das Zahnfleisch, um dann zufrieden lächelnd den Kokainnachschub in der Hosentasche verschwinden zu lassen.
  • „In der Nacht von Sonntag auf Montag wird das Cathin geliefert, wenn nicht der Flieger abstürzt oder im Nahen Osten der Krieg ausbricht oder so was.“ - gibt Kevin G. an seinen Kumpan Rapport.
  • „Pass auf dich auf Kevin, es hängt eine Menge Kohle davon ab!“
Als Oleg S. zurück in das Wohnhaus geht, verlässt zeitgleich eine männliche Person, um die dreißig Jahre alt, das Anwesen. An kurzer Leine führt er einen American Pit Bull Terrier (APBT) Kampfhund, der sofort aggressiv Saratow angeht.
  • „Mann, kauf dem mal einen Maulkorb! Ich erschrecke mich immer fast zu Tode.“ - echauffiert sich berechtigt der Russlanddeutsche - „Sorry Alter, hast du noch etwas Gras für mich, dass du mir günstig verticken kannst?“ - entschuldigt sich der verantwortungslose Hundehalter - „Klopf später einfach bei mir an der Wohnungstür, dann gebe ich dir einen echten Leckerbissen zum Sonderpreis. Tabak aufgepeppt mit Haschischöl. Das ist der Hammer!“- verspricht Oleg Saratow, der offensichtlich als Dealer in der Magdeburger Szene bekannt ist, seinem Kunden.
Derweil startet Kevin Gerwisch den relativ teuren Sportwagen der Unteren Mittelklasse. Mit hoher Motordrehzahl fährt er aus dem Wohngebiet. Größtes detektivisches Geschick ist gefragt, um der Zielperson ohne von ihm oder Außenstehenden bemerkt zu werden, zu folgen.

Cracau verlässt Herr Gerwisch Richtung Magdeburg-Prester. Aus der Landeshauptstadt rast er mit hoher Geschwindigkeit, weit jenseits der StVO, mit hohen Kurvenkräften auf der relativ schmalen Landstraße via Pechau, Randau-Calenberge, Schönebeck-Elbenau, Grünewalde, Schönebeck/Elbe, Frohse, Richtung Magdeburg-Westerhüsen nach Sohlen. Offensichtlich wählte G. diesen Umweg, um sich mit seinem Scirocco auf den fast leeren Straßen um diese Uhrzeit auszutoben und abzureagieren.

In Beyendorf-Sohlen bewohnt der ledige Kevin Gerwisch die Einliegerwohnung (nach § 11 Wohnungsbaugesetz) des elterlichen Eigenheims. Das Anwesen verfügt über eine Garage und einen Carport. Kevin G. stellt den VW auf den Platz unter die Überdachung. Beim Aussteigen aus dem PKW prüft er noch einmal, ob auch tatsächlich das Päckchen mit den illegalen Drogen in seiner Hosentasche vorhanden ist. Ohne mit seinen Eltern in Kontakt zu treten, gelangt er über den separaten Eingang in seine Nebenwohnung.

Nach Rücksprache mit der Zentrale in Frankfurt am Main, werden die Detektive angewiesen, auf Order der Auftraggeber, für weitere zwei Stunden Herrn K. Gerwisch zu beobachten.

02:00 Uhr - Kevin G. hat das Zielobjekt in der Magdeburger Börde bis zu diesem Zeitpunkt nicht wieder verlassen. Die mobile Beobachtungsgruppe beendet weisungsgemäß die Überwachung von Herrn G.

In den fortlaufenden betrieblichen Abläufen des Pharmaproduktions- und Logistikzentrum in Magdeburg sind keine weiteren Relevanzen mehr festgestellt worden.

Folgender Vormittag

Ein Dringlichkeits-Meeting Anwaltskanzlei/Auftraggeber - Detektiv TUDOR ist angesetzt. Die jüngsten Ereignisse während der Beobachtung in Magdeburg sind selbstverständlich Tagesordnungspunkt Nr. 1.

Detektei TUDOR ist in dieser Phase der Ermittlungen in der Lage, mit großer Wahrscheinlichkeit den Verursacher, sprich Straftäter, für die Verluste an Cathin im Magdeburger Werk zu benennen.

Fest steht, der Mitarbeiter Kevin Gerwisch konsumiert Drogen. Er beschafft sich die unter das Betäubungsmittelgesetz fallenden harten illegalen Suchtstoffe (verkehrs- und verschreibungsfähige Betäubungsmittel wie starke Analgetika, Narkotika, Psychopharmaka und Halluzinogene) im kriminellen Milieu Magdeburgs, der bandenmäßigen Drogendealer und der Beschaffungskriminalität. Außerdem sind den detaillierten Beobachtungsberichten der eingesetzten Detektive zweifelsfrei zu entnehmen, dass Kevin Gerwisch mit Komplizen außerhalb des Betriebs plant, wie es auch schon mehrere Male zuvor getätigt wurde, in einer noch nicht genau bekannten Raubaktion, in den Besitz von Cathin aus der nächsten Lieferung zu gelangen.

Das Amphetamin soll, so die Erkenntnisse der Firma Detektiv TUDOR, der illegalen Produktion von Cathin-haltigen Aufputsch- und Betäubungsmitteln zugeführt werden.

Die neue Einsatzstrategie legt fest, dass im Ergebnis der abgeleisteten »Beobachtungen und »Ermittlungen in Magdeburg, der Fokus direkt auf die Zielperson Kevin Gerwisch und seine Hinter- bzw. Mittelsmänner und Auftraggeber zu richten ist. Ziel ist, die exakte Vorgehensweise der Straftäter durch detektivische Methoden gerichtsverwertbar zu belegen und die vorläufige Festnahme der Beteiligten, auf frischer Tat, zu veranlassen.

Um die geforderte maximale Wahrung der Persönlichkeits- und Arbeitnehmerrechte unbeteiligter Kolleginnen und Kollegen zu realisieren, wird die Breitband-Observation beendet. Nachfolgende Ermittlungen sind bis zum Anlieferungstermin am kommenden Wochenende auf Herrn Gerwisch und sein unmittelbares Umfeld ausgerichtet.

Samstag

In der Hauptniederlassung und Zentrale der Berufsdetektei Detektiv TUDOR in Frankfurt am Main, geht der Anruf des Werksleiters Herrn Burg ein. Er teilt in einer Dringlichkeitsmeldung mit, dass die Anlieferung des Cathin nicht wie geplant mit einer Frachtmaschine am Flughafen Berlin-Schönefeld erfolgen wird, sondern dass ein Frachtflugzeug einer Cargo-Gesellschaft aus Tansania (Tanzania) in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag, die bestellte Ware am Flughafen Leipzig/Halle anliefert. Ein Kurierunternehmen in Sachsen, das Herr Burg ebenfalls namentlich benennt, transportiert die Verschlußware nach Magdeburg.

Den nächtlichen Haupteinsatz am relevanten Wochenende plant Detektiv TUDOR umgehend, an die neue Vorgabe heran. Die mobile Beobachtungsgruppe wird danach ab Leipzig/Halle Airport das Verladen, den Transport und die Anlieferung des Cathin nach Magdeburg, lückenlos überwachen.

Bei der Personenüberwachung in der Nacht von Samstag auf Sonntag dokumentieren die TUDOR-Detektive abermals einen Treff zwischen Kevin Gerwisch und Oleg Saratow. Zusammen begeben sie sich in die Grossraum-Disco "Funypark" Salbker Chaussee in Magdeburg. Im Verlauf dieser Beschattung, ist wiederholt der Konsum von Drogen bei Kevin G. belegt und der illegale Handel damit nachgewiesen.

Sonntag

Mitarbeiter des Detektivbüro Detektei TUDOR werden bei der zuständigen Polizeibehörde vorstellig, um den nächtlichen Einsatz mit den Kolleginnen und Kollegen abzustimmen denn, sollte wie herausgearbeitet, Kevin Gerwisch und Mittäter den Diebstahl tätigen, wird die Polizei nach deren vorläufiger Festnahme nach »§ 127 Abs. 1 StPO, die weitere Bearbeitung im Zuge einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft übernehmen.

In den Abendstunden beziehen die Detektivsachbearbeiter der mobilen Einsatzgruppe die Beobachtungsposition am Frachtterminal Flughafen Leipzig/Halle. Kevin Gerwisch ist im Werk Magdeburg anwesend. Er wirkt heute sichtlich nervös. Öfter als sonst, geht er in den Lagerraum für die BtMG-Produkte, um die noch verbliebenen Säckchen mit Cathin zu überprüfen.

Pünktlich auf die Minute landet die McDonnell Douglas MD-11 (Boeing MD-11) Cargo Aircraft aus Afrika kommend in »Leipzig. Nach nur einer Stunde verlässt der Mercedes Sprinter des sächsischen Dienstleisters für Schnell- und Spezialtransporte den Flughafenbereich. Umgehend nehmen die Beobachter der Detektei TUDOR die Verfolgung auf. Unregelmäßigkeiten sind bisher nicht registriert worden. Die Stückzahl der Lieferung deckt sich mit den Angaben des Auftraggebers. Von Schkeuditz verläuft die Frachtroute auf die Bundesautobahn 9, BAB 14 nördliche Richtung, vorbei an Halle (Saale), Zörbig, Lutherstadt Eisleben, Könnern, Köthen (Anhalt), Bernburg (Saale), Aschersleben, Staßfurt, Förderstedt und Wanzleben nach Magdeburg.

Zielperson Kevin Gerwisch ist noch an seinem Arbeitsplatz zugegen, als der Transporter mit der brisanten Fracht sprichwörtlich just-in-time im Magdeburger Arzneimittelwerk ankommt.
Während der circa eine Stunde und fünfzehn Minuten dauernden Fahrt, haben die Berufsermittler aus Frankfurt keine Unregelmäßigkeiten registriert. Nach Kontrolle der Frachtpapiere vom Wachdienst Magdeburg, wird dem Fahrzeug gestattet, auf das Betriebsgelände zu fahren, um die Ladung direkt an der Produktionshalle zu löschen. Über Funk erhalten die Detektiv-Sachbearbeiter –Innen- detailliert alle Abläufe zeitgleich übermittelt. Schließlich melden sie die Ankunft des Sprinters am Zielobjekt.

Zur gleichen Zeit registriert die -Außengruppe- die Ankunft des weißen VW Scirocco Herrn Oleg Saratow auf dem Mitarbeiterparkplatz. Er fährt abseits der geparkten Wagen an das äußerste Ende des Areals direkt an die Objektumzäunung. Von den Wirtschaftsdetektiven nimmt er keine Notiz, denn TUDOR arbeitet grundsätzlich nach dem Prinzip

Sehen, ohne gesehen zu werden!

Während dessen ist Kevin G. mit eingeteilt die angelieferten Säcke Cathin zu entladen. Dabei werden aus Qualitätsgründen die noch vorhanden zwei fünf Kilo-Einheiten Cathin-Reserve von der Lieferung vor einem halben Jahr, cathin anlieferungzur Vernichtung aussortiert. Grundsätzlich wäre die Substanz noch gut zwei Monate verwendbar, aber der Auftraggeber als Hersteller hochwertiger Rein-Medikamente, hat sich selbst die hohen Qualitätskriterien auferlegt und setzt diese konsequent durch.

Im ganzen hin und her des Prozedere gelingt es, das halten die Privatdetektive auf Film fest, Kevin Gerwisch eines der Säckchen mit auf die Toilette zu nehmen. Dieser Bereich ist von den Ermittlern, aus verständlichem Grund, nicht technisch überwacht.

Dann verlässt G. die Toilette, aber immer noch mit dem Sack in der Hand.
  • Alles nur ein Irrtum? Musste Herr Gerwisch doch „einfach nur mal auf die Toilette“?
Mit dem abgelaufenen Säckchen läuft er zur Vernichtungsstation, wo von einer amtlich bestellten Person, sofort vor Ort und ohne weitere Analyse, das Pulver in einer entsprechenden Flüssigkeit unbrauchbar gemacht wird.

Vierzig Minuten muß die Schichtmannschaft wegen der Entladeaktion heute länger arbeiten. Um Klarheit in die Situation zu bringen, hat Detektiv TUDOR, mit Einverständnis der Betriebs- und Betriebsratsleitung situationsnah technisches Equipment in der Mitarbeitertoilette installiert.

Kevin G. zieht sich an seinem Spint um. Aus dem Fach entnimmt er eine größere Sporttasche, die mit zwei Handtüchern gefüllt zu sein scheint. Aus dem Umkleideraum gelangt er in die Toilette.

Höchste Alarmbereitschaft für die TUDOR-Detektive!

In einer der Boxen löst Gerwisch eine Bodenfliese heraus. Zum Vorschein kommt ein ausgehobenes Loch. Von dort entnimmt er zwei Säckchen von Größe und Aussehen der eben erst angelieferten Ware. Die Säcke verbringt er in die Sporttasche und deckt alles mit den Handtüchern ab. Hiernach verschließt er sorgsam die Bodenplatte.

Auf dem Werksgelände schleicht sich Kevin G. unbemerkt vom Objektschutz, aber beobachtet von Detektiv TUDOR, zur Umzäunung angrenzend an das Parkplatzreal. In Höhe VW Scirocco des Oleg Saratow wirft er dreist die komplette Tasche über den Zaun in die Hände des Russlanddeutschen.
  • „до скорого, äh, bis später meine ich!“ – ruft Saratow hinüber.
Schnellen Schrittes läuft G. zum Werksausgang.

Oleg S. verbringt die „heiße Ware“ in den Kofferraum des Volkswagens, platziert sich am Steuer, als er den Wagen startet fahren zwei Einsatzfahrzeuge der Detektei TUDOR vor, um ihm die Weiterfahrt unmöglich zu machen.
  • „Oleg Saratow, sie sind vorläufig festgenommen - behalten sie die Hände am Lenkrad - in Kürze wird die Polizei eintreffen, um den Sachverhalt aufzunehmen!“
O.S. ist so geschockt, dass er keine Anstalten unternimmt, sich aus der Lage zu befreien. Gefügig lässt er die Situation über sich ergehen. Nach Verlassen des Betriebsgeländes, wird Kevin Gerwisch noch auf dem Parkplatz gestellt. Mit der Sachlage konfrontiert, zeigt sich die Zielperson sofort geständig. Obgleich er belehrt wurde, nicht verpflichtet zu sein, sich selbst zu belasten, nutzt G. zum Stressabbau das umfangreiche Gespräch.

Er sei da in eine missliche Lage gerutscht und mit der Zeit habe er, auch unter dem Einfluß der Drogensucht keine Möglichkeit gesehen, der Situation selbst wieder Herr zu werden.

Im Verlauf des halben Jahres zwischen den Anlieferungen des Cathins habe er ca. fünf Kilo peu à peu durch Kleinstmengen, bei Entnahme aus dem Mischungsautomaten entnommen und im Versteck in der Toilette gelagert, bis die Menge erreicht war.

Die anderen fünf Kilo hatte er heute bei der Anlieferung durch Vertauschen erbeutet. Das heißt, er ist mit dem Sack auf die Toilette verschwunden, hat hier das echte Cathin gegen ein Pulver das vom Aussehen her der Ware ähnelt vertauscht und es dann zur Vernichtung gegeben. Nur zu gut wusste Kevin G., dass die amtlich bestellte Person aus Bequemlichkeit und blindem Vertrauen, den Inhalt nicht noch einmal überprüft.

Die entsprechenden Behörden stehen vor umfangreichen Ermittlungen, denn die Tablettenwerkstatt in Walternienburg, wo Steven Calbe der Checker und Pawel der Imker auf ihre neue Lieferung warteten, aber durch die umfassende Aussage des Kevin Gerwisch wenig später dingfest gemacht wurden, sind nur einige Räder des Unterweltgetriebes nicht nur in Ostdeutschland sondern in Europa und weltweit.
top



Anmerkung:
(*) Namen der Beteiligten sowie Orts- und einige Detailangaben wurden aus Diskretionsgründen geändert. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Auftraggeber.

Follow Detektei_TUDOR on Twitter