Beobachtung in Erfurt - Diebstahl etlicher Kubikmeter Beton nachgewiesen!


Jens Plaue(*), Baukraftfahrer alter Schule, ist mit seinem Fahrbetonmischer Liebherr- Typ HTM 904 / Fassungsvermögen 9 m³ auf MAN-Basis (MAN Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg) in Thüringen unterwegs.
Detektiv TUDOR - betonmischer
An einer geschlossenen Bahnschranke auf der Bundesstraße 7 in Mechterstädt zwischen Eisenach und Gotha kommt der Spezial-LKW mit seinem Gesamtgewicht von etwa 26.000 kg zu halt.

Jens P. lässt seine Gedanken zurückschweifen, in die Zeit, da er mit einem weitaus grobschlächtigeren Fahrzeug vom Typ KrAZ aus dem Krementschuker Automobilwerk (heute ukrainischer Automobilhersteller in der Stadt Krementschuk) in den Weiten der Ukraine die grobstolligen Reifen durch den Schlamm trieb.

Die Ukraine (Hauptstadt Kiew), heute mit 603.700 km² großer, unabhängiger Flächenstaat in Osteuropa, war seinerzeit ein Teil der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Das Land hat gemeinsame Grenzen mit Russland, Weißrussland, Polen, Slowakei, Ungarn, Rumänien und Moldawien. Im Süden verfügt die Ukraine über einen 2.782 km langen Küstenabschnitt am Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer.

Nach seinem achtzehn Monate dauernden Grundwehrdienst in der NVA in der 4. motorisierten Schützendivision in Erfurt und in der Panzerjägerabteilung 4 in Bad Salzungen, nahm der seinerzeit ledige Plaue das Angebot wahr, für gutes Geld (Teil des Lohnes ging auf ein Genex-Konto) an die Druschba-Trasse, zum DDR-Abschnitt der Erdgastrasse, in die Sowjetunion zu gehen. Mit aufgepflanzter FDJ-Fahne fuhr er zwei Jahre lang, unter schwierigen meteorologischen und geografischen Bedingungen, den besagten Schwerlaster.

Wieder zurück im heimischen Bezirk Erfurt, errichtete Jens Plaue bis zur Wende, als Mitglied einer Bau-Brigade, Plattenbausiedlungen im Rahmen des Wohnungsbauprogramms der SED, „Jedem seine Wohnung”, 1976 bis 1990.

1989 heiratete Jens P. seine langjährige Verlobte Katrin Magdala(*) aus Nohra im Landkreis Weimarer Land. Noch unter DDR-Einfluß erhielt die junge Familie, Frau Katrin Plaue war schwanger, ganz im Sinne der damals vorherrschenden Philosophie, eine Neubauwohnung im Stadtteil Erfurt-Nord.

Im Anschluss an die Bundesrepublik Deutschland entstand wieder der »Freistaat Thüringen und Erfurt wurde Landeshauptstadt. Mit seinen dreißig Lebensjahren und großer Berufserfahrung im besten Alter stehend, sollte es für Jens Plaue nicht schwer werden, eine neue Arbeitsstelle in der Baubranche zu finden. Nahtlos wurde er von einem Konzern aus Bad Kissingen, aus dem bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken, der den ehemaligen VEB-Betrieb von der Treuhandanstalt kaufte, übernommen.

Wie in Ostdeutschland üblich, wurde Sohn Kevin(*) bereits früh einer Betreuungseinrichtung anvertraut, so dass Frau Katrin recht schnell nach der Babypause, entsprechend ihrer Ausbildung als Industriekauffrau, in einer Erfurter Gummiwarenfabrik eine Anstellung fand.

Dem Trend der Suburbanisierung in den „neuen Bundesländern“ folgend, schlossen sich die Plaues der allgemeinen Stadtflucht an. Sie verließen das Plattenbaugebiet im Norden Erfurts, um auf der „grünen Wiese“ im Stadtteil Krämpfervorstadt in der Ringelberg-Siedlung, den Traum vom Eigenheim in die Tat umzusetzen.

Der vorbeibrausende Intercity-Express (ICE) der Linie 50 »Wiesbaden - »Frankfurt am Main - »Erfurt - »Leipzig - »Dresden reißt Jens Plaue aus seinen Vergangenheitsträumereien. Das Andreaskreuz blinkt, die Halbschranke öffnet sich, er startet den MAN, um in der Kolonne aus Fahrzeugen auf der Bundesstraße in Thüringen Richtung Osten zu fahren. Via Teutleben, Aspach, Trügleben geht es nach Gotha.

Weder in der thüringischen 46.000-Einwohner-Stadt, noch in deren Nachbargemeinden im Landkreis Gotha wie Bufleben, Goldbach, Remstädt, Friemar, Seebergen, Tüttleben, Emleben, Günthersleben-Wechmar, Leinatal, Trügleben oder Hörselgau hat Jens Plaue seine feuchte Fracht anzuliefern. Er macht ganz bewusst einen Umweg nördlich der Bundesautobahn BAB4, um einen Teil der Ladung in die Gemeinde Warza, 14 km südlich von Bad Langensalza, zu transportieren. Hier in der Verwaltungsgemeinschaft "Mittleres Nessetal" baut Dipl. Ing. Dachwig ein Eigenheim. Das Projekt steht noch ganz am Anfang, denn das Fundament wurde erst vor wenigen Tagen ausgeschachtet und muß nun vergossen werden.
  • „Hallo Herr Dachwig(*), ich bin’s, der Jens Plaue. In etwa fünfzehn Minuten werde ich mit der ersten Ladung ankommen. Ist alles bereit?“ - telefoniert Jens P., Gotha verlassend, über die Handy - Freisprecheinrichtung seines modernen Dienstfahrzeugs - „Okay, ich erwarte sie mit meinen Handwerkern!“ - bestätigt Ingenieur Dachwig.
Nachdem Plaue circa drei Kubikmeter Beton als erste Tranche in die Seitenverschalung hat fließen lassen, setzt er ohne große Umschweife seine Fahrt, die kleine Gemeinde verlassend, fort. Noch wabern etwa sieben Kubikmeter Transportbeton der Festigkeitsklasse C50/60 im Mischer, während Herr Plaue über die Ortschaften Westhausen, Ballstädt, Eschenbergen, Molschleben, Bienstädt, Zimmernsupra, Alach nach Bindersleben in die Binderslebener Landstraße zum Flughafen Erfurt gelangt.

Am Airport Rohbau, des Anbaus der mehrstufigen Reisegepäckkontrollanlage, liefert Jens P. seine Ladung an. Dass eine nicht unerhebliche Menge fehlt, wird direkt am Bau nicht registriert, denn schon rollt hinter dem MAN des Erfurters der nächste Kollege mit seinem Mischer heran. Die folgende Fuhre holt Plaue auftragsgemäß wieder im Mischwerk Bad Langensalza. Dafür nimmt er die Route via BAB71, Erfurt-Gispersleben, B4, Elxleben, Walschleben, Andisleben, Landstraße L1042, Döllstädt, Gräfentonna nach Bad Langensalza in das Gewerbegebiet Ost.

Neun m³ Transportbeton ergießen sich abermals in den gewaltigen Mischer. Noch vier dieser Runden wird Jens Plaue heute zwischen dem Erfurter Flughafen und Bad Langensalza pendeln und jedes Mal etwa je drei m³ nicht am Bauprojekt in Bindersleben anliefern, sondern damit das Fundament des Eigenheimneubaus in Warza füllen.

Juni 2009

In Meiningen, Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Südthüringen, kommt im Romantik Hotel Sächsischer Hof das Meeting zwischen Mitarbeitern der Geschäftsleitung eines renommierten Baukonzerns aus Bad Kissingen und Ermittler/-innen der Firma Detektiv TUDOR aus Frankfurt am Main zustande. Die, auf die Einleitung und Verfolgung von detektivischen Gegenmaßnahmen bei gewerblichen Krisensituationen spezialisierte Berufsdetektei, wurde dem unterfränkischen Unternehmen vom Wirtschaftsanwalt ausdrücklich empfohlen.

Detektiv TUDOR - Dampfloktage in Meiningen„Meine Herren Detektive, unser Unternehmen sieht sich in seiner Existenz gefährdet, denn es sind Schadenersatzforderungen herangetragen worden, die neben gewissen wirtschaftlichen Konsequenzen, vor allem einen immensen Imageschaden mit sich bringen!“ - eröffnet der Bezirksleiter Hessen/Thüringen/Sachsen Herr Tabarz das konspirative Treffen.

Die Wirtschaftsdetektive aus Frankfurt werden in den Sachverhalt eingewiesen. Im Abstand weniger Wochen sind gleich mehrfach Regressforderungen von Großkunden des nordbayrischen Bauunternehmens angezeigt.

Eine Anwaltsgemeinschaft bekannter Rechtsanwälte für Wirtschaftsrecht, mit Niederlassungen in München, Frankfurt, Jena, Weimar und Radebeul (Kreisstadt im Freistaat Sachsen, Landkreis Meißen, gehört neben Pirna, Freital [Sächsische Schweiz-Osterzgebirge] und Meißen zu den größten Mittelzentren des Ballungsraums Dresden) tätig, beauftragt von einer Klagegemeinschaft meist ostdeutscher Bauträger, massive Ermittlungen gegen das Bad Kissinger Unternehmen.

Der Vorwurf lautet auf Betrug zum Nachteil der Auftraggeber, sprich der Bau- und Projektträger, die die Fertigung kompletter Betonkonstruktion wie
  • Bogentragwerk aus Beton
  • Dachkonstruktion Beton
  • Skelettbau aus Beton
  • Gleitschalung
  • Plattenbau
an den Bad Kissinger Marktführer der Region übertragen haben.

Nachweislich sind die berechneten Mengen gerade an hochpreisigen Spezialsorten wie
  • SVB (selbstverdichtender Beton) bzw. SCC (Self-Compacting Concrete)
  • Ultrahochfester Beton (UHFB) bzw. Ultra High Performance Concrete (UHPC)
  • Selbstreinigender Beton
nicht in Übereinstimmung zu bringen mit dem, in den Konstruktionsunterlagen erstellten Volumen.
Momentan sei die Lage dramatisch. Die bissige Anwaltskanzlei hat weitere Nachforschungen angekündigt, die weit bis in die neunziger Jahre zurückreichen.

Als Ursachen der fatalen Lage kommen für das Bauunternehmen nur zwei Varianten in Frage.
1. die Buchhaltung und Technologie machen bewusst oder unbewusst Berechnungsfehler
2. ein oder mehrere Mitarbeiter entwenden Baubeton
Für die technologischen und buchhalterischen Überprüfungen vermittelt Detektiv TUDOR eine renommierte Partner-Unternehmensberatung aus Frankfurt am Main an den Auftraggeber.
Das Detektivbüro wird mittels Beobachtungen und Ermittlungen den Fall im Außendienst bearbeiten. In Zusammenarbeit mit der Personalleitung erstellen TUDOR-Detektive Persönlichkeitsprofile in Frage kommender Transportfahrer.

Nach einer Woche intensiver personeller Ermittlungen, hat die Detektivkanzlei aus Frankfurt zwei Mitarbeiter eingegrenzt, die zum einen wegen ihrer wirtschaftlichen Situation, des Zeitraums der Zugehörigkeit zum Unternehmen und auf Grund von Auffälligkeiten die Kollegen an die unmittelbaren Vorgesetzten über die Jahre gemeldet haben, als Zielpersonen gerastert sind.

Es sind dies der Betonmischerfahrer Ingolf Kahla(*) aus Ottstedt am Berge (Landkreis Weimarer Land), der als hoch verschuldet gilt und zudem in die zeitliche Relevanz fällt und Jens Plaue aus Erfurt, seit 1991 als Fahrer eines Fahrbetonmischers im Schichtbetrieb in Hessen, Thüringen, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg eingesetzt, der mit seinem verschwenderischen Lebensstil gern prahlt, neben dem Eigenheim zwei PKWs der Premiumklasse unterhält und nicht versäumt jährlich aus dem Überseeurlaub etwa Thailand, USA, Kanada, Dominikanische Republik, Südafrika, Namibia oder den Bermuda-Inseln (Britisches Überseegebiet, Hauptstadt Hamilton) eine Postkarte an die Kolleginnen und Kollegen nach Thüringen zu senden. Außerdem ist den Mitarbeitern über die Jahre mehrfach aufgefallen, dass Plaue andere Routen fährt als üblich. Darauf angesprochen, verwickelt er sich gern in Widersprüche. Zu volle Straßen, angebliche Gewichtsbeschränkungen (Höchstzulässige Achslasten) oder Fehler im Navigationssystem macht er hierfür verantwortlich.

Die involvierte Geschäftsleitung, in Abstimmung mit dem Betriebsratsvorsitzenden, bevollmächtigen Detektiv TUDOR, Ingolf Kahla und Jens Plaue nach eigenem Ermessen zu überwachen, um zweifelsfrei und gerichtsverwertbar Beweise dafür zu erbringen, ob diese Kollegen mit als Ursache der existenzgefährdenden Differenzen in Frage kommen.

An zwei aufeinander folgenden Tagen beobachten die Detektiv-Sachbearbeiter aus Frankfurt als erstes Herrn Kahla.

Ottstedt am Berge, Montag,

04:00 Uhr - Ermittler der Detektei TUDOR bringen sich in der 260-Einwohner-Gemeinde am Wohnsitz Herrn Kahla in Beobachtungsposition. Die mobile Observationsgruppe sichert die Ausfahrten in Richtung der Nachbargemeinden Hopfgarten, Niederzimmern, Ollendorf und Berlstedt ab. Nach der Ehescheidung vor vier Jahren, seine Frau ist mit einem LKW-Fernfahrer aus Österreich durchgebrannt und wohnt mit den zwei Kindern nun in Krems an der Donau (Niederösterreich), ist Ingolf Kahla auf dem bäuerlichen Hof der Eltern eingezogen. Ein nicht unerheblicher Teil seines Verdienstes geht an die Unterhaltszahlungen für die leiblichen Kinder (Düsseldorfer Tabelle).

Beobachten in dieser recht abgeschiedenen, ländlichen Lage ist nur möglich, weil sich Detektiv TUDOR, basierend auf die Erfahrung seit 1967, unter Legende im Dorf aufhält. Das Privat- und Wirtschaftsdetektive in Thüringen im Einsatz sind, vermutet somit niemand der Außenstehenden.

05:01 Uhr - Im Hof des Zielobjektes nehmen die Detektivsachbearbeiter Licht wahr. Gleich darauf erscheint Ingolf Kahla aus dem Anwesen kommend im Beobachtungsbereich. Die Zielperson trägt einen Overall. Er öffnet den im Innenhof abgestellten Opel Corsa platziert sich hinter dem Steuer des Kleinwagens und startet den Dieselmotor. Das laute Tackern des kalten Selbstzünders lässt die Hofkatze, die es sich unter dem Fahrzeug bequem gemacht hatte, fauchend davon flitzen. Über den Betriebsfunk werden die Privatdetektive in ihren Einsatzfahrzeugen informiert. Als Herr Kahla den alten Pferdehof seiner Eltern verlässt, bilden die Ermittler eine taktische Formation, um den Zielwagen, ohne als Verfolger registriert zu werden, zu folgen.

Die Zielperson benutzt die L2139, um nach Daasdorf am Berge zu gelangen. Am Imbiss „Big Foot“ hält er an und kauft sich zwei belegte Brötchen. Dann setzt er die Fahrt fort über Gaberndorf, Bundesstraße B7/B85, Tröbsdorf, Nohra in westliche Richtung auf die Autobahn 4 vorbei an Klettbach, Rockhausen, Waltersleben, Ausfahrt B4 nach Eischleben zum Gewerbegebiet Erfurter Kreuz in Ichtershausen (Ilm-Kreis).

05:40 Uhr - In der thüringischen Niederlassung der Auftraggeberfirma aus Bad Kissingen, im Ichtershausen, südlich Erfurts, parkt Ingolf Kahla seinen Opel Corsa. Aus dem Kofferraum des Zweitürers entnimmt er einen Kraftstoffkanister, den er umgehend zu einem MAN-Fahrbetonmischer auf dem Betriebsgelände transportiert. Er öffnet geschwind die Führerkabine, um den schwarzen Behälter darin zu verbringen. Kollegen, die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Areal aufhalten, haben von dem Geschehen nichts mitbekommen oder wollten es wohl auch einfach nicht sehen. Aus ihrer verdeckten Beobachtungsposition heraus notieren die Detektive sofort das KfZ-Kennzeichen des Betonmischers. Damit ist schon gleich zu Beginn der Observation ziemlich genau gesichert, mit welchem Dienstfahrzeug Kahla auf Tour geht.
 
Punkt sechs Uhr gelangen die Arbeiter aus dem Betriebs- und Verwaltungsgebäude. Auch Zielperson Ingolf Kahla platziert sich im MAN.
  • „Show-time!“ - geben sich die Ermittler über Funk durch.
Einem verhältnismäßig langsamen Fahrzeug, wie diesem schweren Spezial-LKW permanent zu folgen, verlangt höchstes detektivisches Geschick und eine ausgefeilte Taktik, um nicht als Verfolger erkannt zu werden.

Entlang der BAB4 Richtung Eisenach / Wildeck - Obersuhl (Hersfeld-Rotenburg) folgen die TUDOR-Beobachter dem Zielfahrzeug. Herr Kahla nimmt die Ausfahrt Laucha, L1025, Teutleben, L1029, Friedrichswerth, B84, Reichenbach nach Bad Langensalza. Dort nimmt er die erste Ladung Transportbeton auf. Besonderheiten bemerken die Detektiv-Sachbearbeiter bislang nicht.

Mit drehender Trommel fährt Ingolf K. vom Areal des Betonwerks in Bad Langensalza. Gefolgt von den Berufsermittlern geht die Fahrt, wie es auch vom Auftraggeber laut Plan für den heutigen Tag angegeben wurde, Richtung Nordthüringen B247, Schönstedt, Großengottern, Weinbergen, Mühlhausen/Thüringen, Unstruttal (Unstrut-Hainich-Kreis), Niederorschel, Gernrode an die Autobahnbaustelle der Südharzautobahn A38, im Bereich Eichsfeld.

08:26 Uhr - Nach fünfundvierzig Kilometer Wegstrecke hat Kahla sein erstes Etappenziel erreicht. Er entlädt den Frischbeton, wie bestellt, an die Autobahnbauer. Dies deckt sich mit seinen Vorgaben, die auch den Detektiv-Sachbearbeitern vom Auftraggeberunternehmen schriftlich zur Verfügung gestellt wurden. Nach kurzer Kaffeepause in der Bauarbeiterkantinenbaracke fährt Ingolf K. weiter. Laut Plan hat er den nächsten Betonnachschub in Nordhausen am Harz, Gewerbegebiet „An der Helme“ in Empfang zu nehmen.

Und richtig, auf der Bundesstraße 80, Bernterode, Wülfingerode, Sollstedt, Obergebra, Niedergebra geht es auf ein fertig gestelltes Teilstück der Südharz-Autobahn in Fahrtrichtung Nordhausen / Sangerhausen / Halle (Saale).

09:37 Uhr - Die circa dreißig Kilometer nach Sundhausen, Abfahrt von der A38 auf die B4 in das Industriegebiet südlich Nordhausen -An der Helme-, hat Herr Kahla flüssig und ohne Unterbrechung zurückgelegt.
In der Produktionsstätte für Spezialbeton nimmt er neun Kubikmeter Ladung auf. Auf gleichem Weg folgen ihm die Ermittler zurück zur Autobahnbaustelle.

11:27 Uhr - Wieder zurück in Nordhausen/Sundhausen fährt Ingolf K. auf die Aral-Station in der Helmestraße. Aus dem Führerhaus entnimmt er den morgens beobachteten Benzinkanister.
Während er den MAN mit LKW-Diesel betankt, zwackt Kahla zehn Liter in den Kanister ab, den er nach der Betankung in die Fahrerkabine verbringt.

Bis in die Nachmittagsstunden pendelt Ingolf Kahla mit dem Zementfahrzeug, immer beobachtet von den Wirtschaftsdetektiven, zwischen Nordhausen und der Autobahnbaustelle zwischen Breitenworbis und Wipperdorf. Unregelmäßigkeiten im betrieblichen Ablauf, abgesehen von dem noch zu klärenden Befüllen des Kraftstoffkanisters, sind nicht registriert worden.

17:03 Uhr - Nachdem Kahla die letzte Ladung Straßenbeton angeliefert hat, stellt er den Lastkraftwagen an der neu entstehenden A38 neben den Fahrzeugen seiner Kollegen ab. Zeitgleich wird ein orangefarbener VW Transporter mit Firmenaufschrift des Auftraggeberunternehmens in den Beobachtungsbereich gefahren. Die Kollegen der Spätschicht übernehmen gleich vor Ort die Fahrzeuge, während Ingolf Kahla und weitere Bauarbeiter ihre Frühschicht beenden. Ohne Umschweife erscheint die Zielperson mit dem gefüllten Kanister in der Hand am VW-Transporter, der die Mannschaft zurück nach Ichtershausen bringen soll –
  • „Na Ingolf, dein ~Pipi-Kanister~ ist aber wieder gut gefüllt heute!“ – scherzt ein Kollege – „Wie oft soll ich noch sagen, dass ich den Human-Urin mit Regenwasser im Mischungsverhältnisses von 1:20 als Dünger für meinen Rababeracker benutze!“ – rechtfertigt sich fadenscheinig K., obwohl doch jeder der Anwesenden weiß, dass er zwei bis drei mal wöchentlich je zehn Liter LKW-Diesel mitgehen lässt, um damit seinen Opel Corsa zu tanken, mit dem er täglich von Ottstedt bei Weimar nach Erfurt-Süd pendelt.
Der Rücktransporter nimmt die Fahrtroute
Großlohra, L1033, Kleinberndten, Dietenborn, Helbedündorf, L1032, Wiedermuth, Ebeleben, B249, Rockensußra, Schlotheim, Marolterode, Blankenburg, L1027, Bad Tennstedt, B176, Ballhausen, Schwerstedt, Gebesee, B4, Andisleben, Walschleben, Elxleben, Erfurt-Gispersleben, BAB71 zum Gewerbegebiet Erfurter Kreuz/Ichtershausen.
18:41 Uhr - Mit absolutem Selbstverständnis transportiert Ingolf Kahla, sich bei den Kollegen verabschiedend, den Spritbehälter zu seinem Privatwagen. Er stellt die zehn Liter Diesel, von ihm als Human-Urin-Dünger deklariert, im Kofferraum ab, um vom Betriebsareal nach Ottstedt am Berge zu fahren. Den Detektiven gelingt es, aus ihrer Beobachtungsposition heraus, Beweisaufnahmen zu tätigen, die zweifelsfrei belegen, dass Herr Kahla, den in Nordhausen beim Betanken seines Dienst-LKW entwendeten Diesel, in seinen Privatwagen füllt.

Folgetag

In Absprache mit der Geschäftleitung Frankfurt und Auftraggeber in Bad Kissingen wird die Zielperson Ingolf Kahla nochmals observiert.

Prinzipiell registrieren die eingesetzten Detektiv-Sachbearbeiter den gleichen Ablauf wie am Beobachtungstag zuvor. Der MAN/Liebherr-Fahrbetonmischer ist in der Schicht des K. noch ausreichend betankt, so dass er während dieser Beobachtung nicht in die Versuchung kommt, Sprit für private Zecke zu entwenden.

Unregelmäßigkeiten in Bezug auf seine Ladung sind nicht festgestellt worden.

Tambach-Dietharz im Thüringer Wald / Rennsteig, Mittwoch, 12:00 Uhr

Im idyllischen Hotel-Restaurant-Café "Zur Quelle" in Tambach-Dietharz kommt das Meeting Geschäftsleitung und Anwalt des Auftraggeberunternehmens aus Bad Kissingen - Geschäftsleitung und Ermittler der Detektei TUDOR aus Frankfurt am Main zustande.Ermittlungs- und Beobachtungsberichte

Die bisher erstellten Ermittlungs- und Beobachtungsberichte werden mit dem Auftraggeber und seiner Rechtsberatung akribisch ausgewertet. Besondere Beachtung findet das Ermittlungsergebnis der Firma Detektiv TUDOR in Bezug auf ein Baugutachten, das einem vor zwei Jahren beauftragten Ingenieurbüro in Erfurt vorliegt. Risse im Fundament eines Zweifamilienhauses in Pößneck (Saale-Orla-Kreis im östlichen Thüringen) haben zu Tage gebracht, dass für den privaten Neubau eine Betonsorte verwendet wurde, die für ein Hausfundament als absolut ungeeignet scheint. Weitere Recherchen zu diesem Sachverhalt hatten ergeben, dass die Bauherren nicht schriftlich nachweisen konnten und auch nicht wollten, woher sie den Baustoff bezogen hatten.

Befragungen in der Nachbarschaft belegen aber, dass ein Fahrbetonmischer mit bayrischem Kennzeichen KG - ??? die Frischbetonlieferung tätigte, wobei sich die umliegenden Anwohner nur wunderten, dass solch schweres Gerät beauftragt wurde. Trotz weiterem Befragungsdruck seitens der Baubehörden, hüllen sich die Bauherrn des Zweifamilienhauses in Schweigen.

Detektiv TUDOR erhält die Freigabe vom der Auftraggeberfirma, in den folgenden Tagen Herrn Jens Plaue zu beobachten, der in dieser Woche die Spätschicht auf einer Baustelle in Saalfeld/Saale (Kreisstadt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt im Südosten Thüringens) bedient.

Erfurt-Krämpfervorstadt, Donnerstag,

13:00 Uhr - In der Ringelberg-Siedlung beziehen die Privat- und Wirtschaftsermittler der Detektei TUDOR ihre unterschiedlichen Beobachtungspositionen, mit Blick auf das Einfamilienhaus der Eheleute Katrin und Jens Plaue.

13:53 Uhr - Die Detektiv-Sachbearbeiter beobachten, das ein historisches Motorrad der Marke MZ (Motorenwerke Zschopau im Erzgebirge in Sachsen) Typ -MZ ETS 250 Trophy Sport- am Zielobjekt zu halt gebracht wird. Der Fahrer, circa 17 - 19 Jahre alt, etwa 180 cm groß, sportliche Statur, dunkelblonder - markanter Rastafari Look, bekleidet mit Jeanshose und schwarzer kurzer Motorradlederjacke, steigt ab, um dann das Einfamilienhaus mit eigenem Schlüssel zu betreten.

14:14 Uhr - Jens Plaue verlässt mit dem Motorradfahrer das Haus. Herr P. führt an einer Leine einen Golden Retriever. Aus der Beobachtungsposition der Detektivsachbearbeiter wird die Konversation der beiden verständlich -
  • „Na mein Sohn, noch zwei Monate, dann wird es ernst mit deiner Matura (Abiturprüfungen). Deine Mutter und ich hatten nicht so viel Unterstützung von den Eltern. Allein dein Sprachaufenthalt letztes Jahr in Hobart und Launceston auf Tasmanien (Tasmania, Vandiemensland, Van-Diemens-Land, eine Australien südöstlich vorgelagerte Insel) hat uns eine hübsche Stange Geld gekostet!“.
Dabei öffnen die Zielpersonen das Garagentor der Doppelgarage, bündig am Haus. Linker Hand steht ein militärgrüner russischer Geländewagen UAZ-469 der Firma -Uljanowski Awtomobilny Sawod abgestellt. Rechts daneben ist ein weißer Mercedes-Benz S204, C-Klasse T-Modell geparkt.
  • „Wir nehmen den UAZ, heute ist es noch schlammig!“ - erklärt Jens Plaue seinem Sohn Kevin.
Wenig später fahren beide, den Hund im Stoff bespannten Heckraum des Jeeps, aus dem Wohngebiet. Die Sachbearbeiter der mobilen Beobachtungsgruppe folgen dem Fahrzeug, denn Ziel des Auftrages ist es auch, einen Abriss der Lebensverhältnisse, des unter Tatverdacht stehenden Mitarbeiters Jens Plaue herauszuarbeiten, um die bisher getätigten Ermittlungsergebnisse zu verdichten.

So viel steht schon jetzt fest, für die Einkommensklasse der Eheleute Plaue, leben beide auf sehr hohem materiellem Niveau.

Auf einer Wiese, entlang der Gera (Nebenfluss der Unstrut in Thüringen), die durch die Landeshauptstadt Erfurt mäandert, führen Jens und Kevin Plaue ihren Hund aus.

  • 15:51 Uhr „the fiercest Russian Military Vehicle“, wie der robuste UAZ-Geländewagen auch von seinen Fans liebevoll genannt wird, steht wieder in der Garage am Zielobjekt in Erfurt.
Unter dem Car Port, neben der Garage, parkt eine weibliche Person, circa Ende vierzig Jahre alt, einen schwarzen VW Golf VI mit dem KfZ-Kennzeichen EF – KP . . .

Offensichtlich steht das Erfurter Kennzeichen für Katrin Plaue, die soeben von ihrer Arbeitsstelle im Gummiwerk kommend das Zuhause erreicht. Jens Plaue, Sohn Kevin und der Hund verlassen zeitgleich das Einfamilienhaus. Die „Männer“ nehmen Frau P. prall gefüllte Tüten mit Lebensmitteln ab, um sie in das Anwesen zu verbringen.

16:10 Uhr - Im Overall mit der Aufschrift des Auftraggebers gelangt Jens Plaue aus dem Zielobjekt in der Ringelberg-Siedlung kommend in den Observierungsbereich der Detektive. Über Funk geht an alle Sachbearbeiter die Information, dass die Zielperson das Haus verlassen hat.

P. steigt in den VW Golf seiner Frau, um aus dem Car Port heraus das Wohngebiet zu verlassen. Ihm folgen, unter Einhaltung höchster detektivischer Konspiration, gewerbliche Beobachter der Firma Detektiv TUDOR.

Via Hochheim, Bischleben und Molsdorf gelangt die Zielperson zum Gewerbegebiet Erfurter Kreuz in Ichtershausen. Er stellt den PKW auf dem Areal ab, um die Bau- und Niederlassungsleitung zu betreten. Derweil beziehen die Detektivsachbearbeiter ihre verdeckten Beobachtungspositionen im Außenbereich des Betriebsareals und in den relevanten An- und Abfahrtsstrecken.

16:35 Uhr - Mit einer Gruppe Kollegen verlässt P. die Verwaltungsräumlichkeiten. Gemeinsam steigen sie in einen orangefarbenen VW-Transporter der Auftraggeberfirma zu. Die Detektive folgen dem Kleinbus
Ichtershausen verlassend die L3004, Arnstadt, Siegelbach, Dosdorf, Plaue, Neusiß, Martinroda, Ilmenau-West auf die Autobahn 71 vorbei an Oberhof, Gehlberg, Schmücke, Zella-Mehlis, Suhl, BAB73, St. Kilian, Schleusingen, Auengrund, Brünn/Thüringen, Eisfeld, Ausfahrt B89, Bachfeld, Schalkau, Grümpen, Effelder-Rauenstein, Mengersgereuth-Hämmern nach Sonneberg.
An einer Betonabfüllanlage am Ortsrand von Sonneberg kommt der Transporter zu halt. Mit seinen Bau-Kollegen steigt Jens Plaue aus dem Fahrzeug. Ohne großen Zeitverzug, übernehmen die Mitarbeiter von der Frühschicht Bau- und Transportfahrzeuge. P. steigt in einen bereits beladenen MAN- Fahrbetonmischer, unterschreibt die nötigen Papiere, um sofort zu starten.
Beton übergabe
Von Sonneberg fährt er via Neustädter Straße über die Landesgrenze nach Bayern. Auf der bayrischen Staatsstraße St2202 gelangt Jens P. nach Neustadt bei Coburg. In einem Neubaugebiet am Stadtrand fährt Herr Plaue an ein Baugrundstück heran. Das Fundament scheint eben erst ausgeschachtet. Unter der Einweisung eines Bauleiters lässt die Zielperson umgehend circa 3 bis 4 Kubikmeter Beton aus seiner Trommel in den Schacht. Aus der verdeckten Beobachtungsposition tätigen die Berufsermittler der Detektei TUDOR  Beweisfotos und Videoaufnahmen. Plaue steigt nicht aus, sondern ruft bei geöffneter Scheibe zum Bauherrn -
  • „Bis später! Das Loch kriegen wir heuer und morgen noch voll.“
Er steuert den schweren LKW zurück in den Freistaat Thüringen über Ketschenbach, Hohn, Fischbach, Schönstadt und Weißenbrunn entlang der St2206. Die thüringische L1112 bringt das Zielfahrzeug nach Schalkau (Stadt in Thüringen, Landkreis Sonneberg) an die Großbaustelle der Talbrücke Truckenthal.
  • „Wo warst du denn?“ - fragt genervt der verantwortliche Polier „Toilette!“ – antwortet kurz und knapp Herr Jens Plaue, geübt, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen.
Er entleert die sich permanent drehende Trommel an die angewiesenen Stellen, um gleich zurück nach Sonneberg, Nachschub holen, zu fahren.

Während dieser Schicht werden die Detektive noch vier Mal beobachten, wie Jens Plaue einen Teil seiner Ladung an die private Eigenheimbaustelle in Neustadt b. Coburg, nach Oberfranken liefert.

Gerichtsverwertbar, in ausführlicher, beeidbarer Berichtsform, unterlegt mit Beweisfotos und Beweisvideos, ist nachgewiesen, dass die Eingrenzung der Täter mittels ausgeklügelter, Praxis bewährter detektivischer Methoden der Detektei TUDOR, zum schnellst möglichen Fahndungserfolg geführt hat, ohne dabei die Persönlichkeitsrechte unbeteiligter Dritter unverhältnismäßig zu gefährden.

01:01 Uhr - In einem Eigenheim der Erfurter Ringelberg-Siedlung winselt hinter der Tür ein Golden Retriever. Der Hund ist ganz aufgeregt, denn er hat das Motorgeräusch des Familien-Golfs genau erkannt. Jens Plaue fährt, observiert von Frankfurter Detektiven, nach Schichtende zu seinem Wohnsitz. Er fühlt sich sicher und selbstverständlich unbeobachtet, denn von der Beschattung, die genau ihn im Visier hat, ahnt er Dank der hochfachmännischen Vorgehensweise der Berufsermittler natürlich nichts.
  • „Zielperson betritt das Haus - Abbruch!“ - tönt es aus den Betriebsfunkgeräten der Einsatzwagen.
Noch werden die Beobachter aber nicht in der Unterkunft ihre wohl verdiente Nachtruhe, nach diesem hartem Einsatztag antreten können, denn ein Dringlichkeitsmeeting mit Auftraggeber / Rechtsabteilung und Geschäftsleitung sowie aller an der Observation beteiligten Sachbearbeiter der Detektei TUDOR ist an einem konspirativen Objekt angesetzt.

Umfassend werden alle Verantwortlichen mit den brandfrischen Beobachtungs- und Ermittlungsergebnissen vertraut gemacht.

Die Entscheidung fällt.

Am kommenden Tag ist der finale Zugriff, in Zusammenarbeit mit staatlichen Organen, geplant. Schließlich liegen gesicherte Erkenntnisse vor, dass Jens Plaue auch während seiner Freitagsspätschicht die private Baustelle in Neustadt b. Coburg beliefern wird. Weil sich das Geschehen grenzüberschreitend in Thüringen und Bayern ereignet, ist die Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen aus beiden deutschen Freistaaten geplant und wird deshalb noch in der Nachtstunde von der Rechtsanwaltskanzlei und Detektei TUDOR mit den entsprechenden Behörden abgesprochen und organisiert.

Um tatsächlich umfassende Erkenntnisse, im Zusammenhang mit der beobachteten Straftat des Mitarbeiters Jens Plaue zu gewinnen, ist gleich für die Morgenstunden die Wiederaufnahme der Beobachtung, an dessen Wohnsitz in Erfurt festgelegt.

Freistaat Thüringen, Landeshauptstadt Erfurt,

06:00 Uhr - Die Ermittler/innen der Frankfurter Privat- und Wirtschaftsdetektei TUDOR haben Ihre Beobachtungspositionen auf das Zielobjekt im Wohngebiet Ringelberg-Siedlung bezogen. Detektive der mobilen Einsatzgruppe sind an den relevanten Punkten verteilt positioniert.

06:29 Uhr - Sichtlich verschlafen verlässt Kevin Plaue als erster das Haus am heutigen Morgen. Er führt den Hund Gassi. Nach der kurzen Runde im Wohngebiet geht er mit dem Tier zurück in das Anwesen.

06:45 Uhr - Die Tür des im Fokus der Observation stehenden Einfamilienhauses öffnet sich. Katrin Plaue geht aus dem Haus. Sie steigt in den, unter dem Car Port von ihrem Mann nachts abgestellten VW Golf VI EF - KP ..., startet den Wagen, um aus dem Zielgebiet zu fahren. Zwei Einsatzwagen folgen der weiblichen Zielperson, denn jedes Detail scheint nun geeignet, zur endgültigen Klärung des Falls beizutragen.

07:00 Uhr - Niederlassung Erfurt des Gummifabrikanten aus Yarra City / Australien. Katrin P. stellt den Golf auf dem Mitarbeiterparkplatzareal ab. Die Detektiv-Sachbearbeiter beobachten, wie sie auf direktem Weg den Verwaltungstrakt auf dem Fabrikgelände betritt. Danach fahren die mobilen Ermittler zurück zum Standort Wohnsitz.

07:29 Uhr - Kevin Plaue schiebt die alte MZ aus der Garage. Er startet den Einzylinder-Zweitakter und fährt aus dem Beobachtungsbereich der Detektive über einen schmalen Fahrrad/Gehweg aus dem Wohngebiet. Um ein Auffallen zu vermeiden, folgen die Ermittler der Detektei Tudor nicht.

09:00 Uhr - Die Lage am Objekt im Erfurter Stadtteil Krämpfervorstadt ist ruhig. Zielperson Jens Plaue hat das Anwesen nicht verlassen. Besuch haben die Detektiv-Sachbearbeiter nicht registriert.

10:02 Uhr - Aus dem Zielobjekt ist Hundegebell zu vernehmen. Wenig später öffnet sich das Tor der Doppelgarage. Jens P. fährt den UAZ-Geländewagen vor das Haus. Er geht zurück in das Eigenheim, um den Golden Retriever aus dem Gebäude zu holen. Bei sich trägt P. eine kleine Herren-Dokumententasche.

An die eingesetzten TUDOR-Detektive geht über Funk jedes Detail der Beobachtung. In den umliegenden Nebenstraßen machen sich die mobilen Beobachter fertig zur Verfolgung.

Plaue fährt, den Hund im Wagen, aus dem Viertel. Mit höchstem detektivischem Geschick folgen die Beschatter für P. unbemerkt.

Am Domplatz in Erfurt bringt Jens Plaue den auffälligen Militärjeep zu halt. Der Hund verbleibt im Fahrzeug, während die Zielperson eine in der Nähe befindliche hanseatische Bankfiliale betritt. Dort sucht er die Räumlichkeit, in welcher die privaten Tresore montiert sind auf. Aus der Beobachtungsposition der Ermittler gelingt es einzusehen, wie ZP aus der Herrenhandtasche einen Briefumschlag entnimmt, um diesen in einem Schließfach zu deponieren. Zügig verlässt er die Bank in Erfurt.

10:30 Uhr - Die mobile Einsatzgruppe der Detektei TUDOR folgt der Zielperson durch Erfurt zum Nordpark. Hier stellt P. den UAZ ab und geht entlang der Parkaußenbegrenzung mit seinem Hund spazieren.

11:39 Uhr - Mit einem Zwischenstopp auf der -GO Tankstelle- in der Weimarischen Straße, wo er den „durstigen Russen“ mit hoch-oktanigen Sprit versorgt, fährt er zurück in die Ringelberg-Siedlung.

Die nächsten Stunden verlaufen ohne besondere Vorkommnisse. Nachdem Sohn Kevin zum elterlichen Wohnsitz zurückgekehrt ist, trifft am frühen Nachmittag auch Frau Katrin, von ihrer Arbeitsstelle kommend, wieder am Zielobjekt ein.

16:10 Uhr - Exakt zur gleichen Zeit wie am Vortag, gelangt Jens Plaue, in Arbeitsmontur aus dem Zielobjekt kommend, in den Beobachtungsbereich der Detektivsachbearbeiter. An der Pforte verabschiedet ihn die Familie, wohl nichts ahnend, welch dramatischen Verlauf der Tag heute noch nehmen wird. Die gehobenen Lebensverhältnisse der Eheleute P., die so einfach nicht zu ihren regulären Einkommen passen wollen, sind auf dünnem Eis gebaut. Nichts wird in vierundzwanzig Stunden noch so sein, wie es einmal war. Wieder werden die Thüringer, zwanzig Jahre nach der Wende, in diesem Fall ihren ganz persönlichen Umsturz erleben.

Mit dem VW Golf VI fährt Plaue zum Gewerbegebiet südlich der Landeshauptstadt nach Ichtershausen. Von dort geht es mit dem Transporter des Arbeitgebers, wie am Vortag auch, zum Schichtwechsel nach Sonneberg.

Umgehend melden die Wirtschaftsdetektive den Behörden in Thüringen und Bayern die Ankunft der Zielperson und damit den eigentlichen Beginn der Observation vor Ort.

Mit neun Kubikmetern Spezialbeton nimmt P. wieder den Umweg über die Landes- bzw. Staatsgrenze nach Neustadt bei Coburg, statt wie seine Mitkollegen die Großbaustelle der Talbrücke Truckenthal bei Schalkau zu versorgen.

Der Einsatzplan sieht vor, ohne Zeitverzug, wenn gesichert ist, dass die Zielperson die private Baustelle in Oberfranken, Landkreis Coburg, mit Beton versorgt, die vorläufige Festnahme nach dem Jedermann-Festnahmerecht nach  »§ 127 Abs. 1 Strafprozessordnung (StPO), zu veranlassen. Parallel dazu werden die bereits zuvor in Kenntnis gesetzten Beamten informiert, die die weitere Bearbeitung des Sachverhalts, auf Grundlage einer Strafanzeige bearbeiten.

18:01 Uhr - Die Fotoapparate der Detektive klicken und die Camcorder haben das Beweismaterial als Film verewigt, wie Herr Plaue drei bis vier Kubikmeter seiner Ladung an speziellem Baubeton in das Fundament der Privatbaustelle ergießen lässt.

Zwei Einsatzwagen der Privat- und Wirtschaftsdetektei TUDOR blockieren die Ausfahrt für den MAN- Fahrbetonmischer
Zement füllung
  • „Detektiv TUDOR! Jens Plaue, sie sind vorläufig festgenommen. In Kürze treffen die Kollegen der Polizei ein. Sie stehen unter dringendem Tatverdacht, Baustoffe ihres Arbeitgebers, zum Zwecke der privaten Bereicherung zu entwenden.“
Zielperson und Bauherr sind perplex. Unter Schock hebt P. beide Hände nach oben, als würde er erwarten, gleich einer Schusswaffe gegenüber zu stehen. Beruhigend wirken deshalb, die für solche Situationen speziell geschulten Detektivinnen und Detektive,
auf die Beteiligten ein.

Ein Streifenwagen, gefolgt von Kollegen in Zivil und der Firmenwagen des Auftraggebers in Begleitung seines Rechtsberaters fahren wenig später zum Tatort. Umfangreiche behördliche Ermittlungen schließen sich in den kommenden Tagen und Wochen an, denn es gilt zu klären, über welches Netzwerk Jens Plaue an seine „Kunden“ gelangt ist, über welchen Zeitraum er Beton und mehr entwendet und welchen Gesamtschaden er damit schätzungsweise verursacht hat.

Wie immer stehen die beteiligten Detektiv-Sachbearbeiter, mit ihrem umfangreichen Beweismaterial, als erfahrene Zeugen zur Verfügung.
top



Anmerkung:
(*) Namen der Beteiligten sowie Orts- und einige Detailangaben wurden aus Diskretionsgründen geändert. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Auftraggeber.

Follow Detektei_TUDOR on Twitter