Beobachtung in Heilbronn - Rotwein aus der Region Heilbronn-Franken ist für Kenner ein Begriff. Tagestouristen aus aller Welt, aber auch Einheimische, die die Weinbaugebiete Württemberg, Baden und Franken zu schätzen wissen, kehren in die Besenwirtschaften, Weinstuben und auf Weinfesten ein, um direkt vom Erzeuger den Rebensaft zu genießen.

Familie Stetten(*) aus Brackenheim, Ortsteil Neipperg (Landkreis Heilbronn) sind Wengerter, wie man die Winzer in Württemberg nennt. Sie bewirtschaften seit Generationen einen Weinberg an den südlichen Ausläufern des Heuchelbergs. Selbst gekelterte Produkte bietet die Winzerfamilie, ergänzt mit Kutteln, Rostbraten, Krustenbraten, Siedfleisch mit Meerrettich oder Schälripple, an maximal vier Monaten Gesamtöffnungszeit im Jahr, in der eigenen Besenwirtschaft im Ort an.
Die stetig steigende Nachfrage im In- und Ausland nach temperamentvollen Weinen aus Deutschland, bescherte dem bäuerlichen Familienbetrieb Jahr für Jahr höhere Umsätze. Solide Zukunftsaussichten für die nachrückende Generation der Stettens, die bereits in den Startlöchern steht.
Die Zwillinge Rebecca(*) und Robert(*) Stetten, geboren 1985 in Heilbronn, haben sich mit der Wahl ihrer Ausbildung, entsprechend auf die Übernahme des elterlichen Betriebs vorbereitet.
Beide sind Weinbaufachwirte und stehen kurz vor dem Abschluß B.Sc. (Bachelor of Science)
des 6 Semester Studiums, Fachrichtung Weinbau und Getränketechnologie, an der Hochschule RheinMain in Geisenheim / Hessen. Rebecca verbrachte ihr Praktika auf einem Weingut im Napa Valley, Napa, California, Vereinigte Staaten während Robert in dieser Zeit auf einem der zwei in Namibia existierenden Vineyards zwischen Karibib und Outjo in Omaruru, nördlich Swakomund und Windhoek, in die Geheimnisse der Anbautechnologie im südlichen Afrika (ehemals Kolonie Deutsch-Südwestafrika ) eingeweiht wurde.
Zehn Kilometer südwestlich von Heilbronn, im Wurmbachtal, in Nähe zum Heuchelberg, ist dass eintausend-Einwohner-Dorf Brackenheim-Stockheim gelegen. Auch in Stockheim ist Weinbau ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Unterhalb des Schloss Stocksberg erstrecken sich in südwestlicher Lage, sonnenverwöhnte Weinreben, aus deren Trauben einer der besten Weine von Deutschland gekeltert wird.
Arno-Friedrich Rappenau(*), 30 Jahre alt, ist der Nachkomme einer alt eingesessenen Weinbauerfamilie, deren Vorfahren nachweislich während des Deutschen Bauernkrieges im so genannten -Haufen von Stocksberg- mit an der Erstürmung, Plünderung und Brandschatzung des Stocksberger Schlosses beteiligt gewesen sein sollen. Noch heute, fast fünfhundert Jahre später, munkelt man im Dorf, dass die Rappenaus nur dadurch in den Besitz des Weingutes kamen.
2007
Die Winzerfamilien Stetten aus Neipperg und Familie Rappenau aus Stockheim nehmen je mit einem Verkostungs- und Verkaufsstand an den Lauffener Weintagen in Lauffen am Neckar, Metropolregion »Stuttgart (Stuttgart, Heilbronn-Franken, Nordschwarzwald, Ostwürttemberg, Neckar-Alb) teil. Man kennt sich als Nachbarn, aber auch als Konkurrenten. Zu verbergen haben die Rebensaft Produzenten voreinander nichts. Ganz im Gegenteil, immer schon pflegt man gute nachbarschaftliche Kontakte und selbst wenn Not am Mann ist, wird sich gegenseitig unter die Arme gegriffen.
Arno-Friedrich Rappenau ist mit seinen dreißig Jahren noch ledig. Er ist von seiner Erscheinung und Ausstrahlung nicht gerade das, was sich Frauen unter einem „Traummann“ vorstellen. Seit eh und je mit den Eltern unter einem Dach wohnend, sollte sich die zukünftige Frau an seiner Seite mit der Schwiegermutter arrangieren können.
Mutter Maria Rappenau(*) zieht, einem Spieß (Kompaniefeldwebel) gleich, die Fäden des Familienbetriebs. Vater und Mutter drängen ihr einziges Kind seit langem, endlich eine Schwiegertochter nach Hause zu bringen. Mit zwanzig Jahren, kurz nach der Reifeprüfung (Abitur, allgemeine Hochschulreife) meldete sich Arno-Friedrich zum Wehrdienst an die Gebirgs- und Winterkampfschule (als Schule des Heeres der Bundeswehr die zentrale Ausbildungseinrichtung für die Ausbildung der Gebirgsjägertruppe) in die Karwendel-Kaserne Mittenwald (Oberbayern, Landkreis »Garmisch-Partenkirchen). Nach der anspruchsvollen Ausbildung, als Beispiel Kampf im Gebirge, im schwierigen Gelände und unter besonderen Umweltbedingungen, wollte es R. endlich allen einmal zeigen. Oft in der Schule verlacht und im Dorf nicht richtig anerkannt fühlend, war es sein Ziel im echten Kampfeinsatz den Status zu erlangen, den er sich immer wünschte. Dafür ließ er sich, hoch motiviert, als Bewerber für die Spezialeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) registrieren. Einsatzschwerpunkte Aufklärung, Observation, Terrorismusbekämpfung, Rettung, Evakuierung und Bergung, Kommandokriegführung und militärische Beratung – das war es, was er wollte. Zumal es mit kaserniertem Standort in der Graf-Zeppelin-Kaserne Calw (Stadt in Baden-Württemberg, 18 Kilometer südlich von Pforzheim, 33 Kilometer westlich von Stuttgart) nach Dienstschluß oder an den Wochenenden nicht weit bis zur Heimat wäre.
- Doch wie so oft im Leben – erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!
Voller Pein passte sich A.F. Rappenau nur widerwillig wieder an das Zivilleben an.
Jahre später, mittlerweile als - Staatlich geprüfter Betriebswirt für Agrarwirtschaft -, arbeitete sich R. unter Aufsicht der herrischen Mutter mehr und mehr in die Übernahme des Weingutes ein.
Zurück zum Weinfest.
- „Hallo, ich bin’s, der Arno-Friedrich vom Gut Rappenau aus Stockheim. Magst mal unseren Roten vom letzten Jahr probieren?“ – tritt der Dreißigjährige vom Nachbarweinberg verlegen, mit hochrotem Kopf, an den Stand der Stettens heran, wo sich zu diesem Zeitpunkt allein Rebecca Stetten aufhält.
- „Als ob ich dich nicht kennen würde. Wir haben uns schon als Sechsjährige mit überreifen Trauben beworfen, oben in den Weinbergen. Wie geht’s denn so?“ – fragt, bewusst gelangweilt, Rebecca S. ihren Gegenüber, den sie schon immer für einen seltsamen Deppen hielt.
- „Och, ge- ge- geht so - und selbst? Wollen wir spä- spä- später mal zusammen das Tanzbein schwingen?“ – stottert Arno-Friedrich R. zu leise herüber - „Tanzen? Wir? Zusammen?“ - Rebecca Stetten lacht laut auf – „Ich habe heute noch viel zu schaffe. Guten Umsatz noch – ciao!“.
Abends
Arno-Friedrich Rappenau dreht noch mal, auf Befehl seiner Mutter, zum Zwecke der Brautschau, eine Runde über die Lauffener Weintage in Lauffen. Sein Vater Augustin Rappenau und Mutter Maria betreuen derweil den Stand allein.
Plötzlich traut A.F.R. seinen Augen kaum. Auf der Tanzfläche im Freien, vergnügt sich Rebecca Stetten mit einem anderen. Arno-Friedrich spürt, wie sich sein Herz zusammenzieht. Der Tanzpartner scheint das genaue Gegenteil von ihm zu sein. Dunkles volles Haar, vom zurückliegenden Sommer braungebrannt, strotzend vor Kraft und ein enormes Selbstbewusstsein ausstrahlend.
Als Rebecca Stetten von Arno-Friedrich Rappenau Notiz nimmt, zeigt sie mit dem Finger auf ihn, flüstert ihrem männlichen Begleiter etwas ins Ohr, worauf beide laut zu lachen anfangen.
Für Rappenau ist das, als würde ihn eine feindliche Kugel treffen. Er will nur noch weg. Läuft vom Festplatz. Entlang dem Neckaruferweg rennt er sich die Seele aus dem Leib. Erst auf Höhe gegenüber dem Kernkraftwerk Neckarwestheim kommt er, nach etlichen Kilometern, schnaubend zu halt. Das Mobiltelefon in seiner Hosentasche meldet sich. Am Klingelton erkennt R. bereits, dass die Mutter die Telefonüberwachung tätigt. Widerwillig drückt er die grüne Taste, um das Gespräch anzunehmen
- „Na mein Kleiner, hast du schon eine Braut gefunden? Wenn du noch fernbleiben möchtest, dein Vater und ich, wir schaffen das schon!“ – „Mutter nerv nicht – ich bin bald wieder da!“ – brüllt Arno-Friedrich in den Hörer, wie es Maria Rappenau noch nicht erlebt hat.
Mai 2008
Aufgeregt, völlig niedergeschlagen und wild gestikulierend kommt Robert Stetten vom Bio-Weinberg in Neipperg zum Gut herunter gestürmt.
- „Fundatrix! Sie sind überall auf den jungen Rebblättern!“ - ruft er der Zwillingsschwester und seinem Vater entgegen.
- „Funda was? Ihr Oberstudierten mit eurem latainschen Zeugs.“ - entgegnet Vater Stetten zur Tochter – „Na Maigallenläuse, flügellose Blatt- oder Gallenläuse - Rebläuse eben!“ – erklärt die studierte Weinbaufachwirtin ihrem Vater.

Im Verlauf der Begehung des Wingert, kommen sie zu dem Schluß, dass möglicherweise nachgeholfen wurde. Fast wirkt es auf Gotfridus Stetten, dem Familienoberhaupt und erfahrensten Kenner der Materie, als sei bei jeder Rebe mit einem Spaten das Wurzelwerk freigelegt worden um, trotz der reblaustoleranten Unterlage SO4, den Befall mit der Reblaus erst zu ermöglichen, was auch an den Nodositäten (knotenförmigen Verdickungen), die durch das Saugen der Reblaus an den Feinwurzeln ausgelöst wird, zu erkennen ist.
Der Schaden ist wirklich immens und könnte die Arbeit von Generationen zunichte machen. Eine Dringlichkeitssitzung des Familienrates mit den Saisonmitarbeitern ist angesetzt. In reiner Handarbeit will man das Problem in den Griff bekommen. Doch zuvor sollen Fahnder nach Spuren suchen, um einen eventuellen Täter zu ermitteln. Die Familie wünscht es so, dass dabei mit höchster Diskretion vorgegangen wird, um den Imageschaden an den Produkten der Stettens und in deren Besenwirtschaft weitestgehend zu vermeiden. Im Dörfchen würde es sich wie ein Lauffeuer verbreiten. Zudem werden aus ein paar Rebläusen dann ganz schnell Seuchen biblischen Ausmaßes erfunden.
Rebecca und Robert Stetten als Spezialisten ihres Fachs, entnehmen einige Wurzelballen aus ihrem Wingert in Neipperg, denn sie haben einen Verdacht. Die Proben fahren sie umgehend zu einem Weininstitut in »Mainz (Rheinland-Pfalz). Von Brackenheim, Ortsteil Neipperg geht es entlang der K2151, Schwaigern, B293, Gemmingen, Eppingen, Angelbachtal, B292, Östringen, Bad Schönborn, auf Grund zahlreicher Verkehrsbehinderungen auf den Autobahnen, Waghäusel, Philippsburg, B35, Germersheim, B9, Speyer, Schifferstadt, Mutterstadt, Frankenthal (Pfalz), Bobenheim-Roxheim, »Worms, Osthofen, Alsheim, Guntersblum, Oppenheim, Nierstein, Gau-Bischofsheim, Bodenheim nach Mainz.

Die veranlasste Schnellanalyse im Labor des renommierten Institutes verfolgen die akademischen Weinspezialisten R&R Stetten live mit. Der Anfangsverdacht bestätigt sich.
Ja, auf den Proben lassen sich die Überreste des so genannten „Winterei“ nachweisen.
Aus Wintereiern schlüpfen im Frühjahr weibliche Rebläuse (Gründerinnen). Diese leben oberirdisch, rufen Blattgallen an den Reben hervor und produzieren parthenogenetisch zahlreiche Nachkommen, die im Herbst ins Erdreich zurückkriechen, wo sie wieder als Wurzelläuse leben.
Aber, und das ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Mainz so noch nicht vorgekommen - es lassen sich Klebmittel finden, mit denen die Wintereier praktisch von Hand, also künstlich von Menschen an den Rebstöcken „montiert“ worden sein müssten. Als Haftmittel wurde hierfür natürliches Baumharz benutzt, was der Entwicklung weiblicher Rebläuse wohl nicht schaden dürfte, wenn es nur an einer winzig kleinen Stelle des Wintereies aufgetragen wird.
- „Wir können es nicht zweifelsfrei beweisen, aber offenbar wurde, nach Art einer Sabotage, ihr Bio-Weingarten in Baden-Württemberg mit diesem gefährlichen Schädling gezielt verseucht!“ - so das Résumé auf dem Gutachten der Mainzer Institution.
Zu Hause trifft sich der Familienrat in der eigenen Besenwirtschaft zum Krisengespräch. Als erstes ist das genaue Ausmaß des Reblausbefalls festzustellen, um dann geeignete Gegenmaßnahmen zu entscheiden, die vor allem den strengen Bio-Verordnungen gerecht werden.
Wer aber hat, wenn die These richtig ist, dass die Wintereier angeklebt wurden, diese Straftat begangen?
Das ist die Frage, die sich verzweifelt Winzerfamilie Stetten stellt.
- „Wir brauchen ganz diskrete Nachforschungen, damit im Ort nicht jeder zweite mit uns bis in alle Ewigkeit verkracht ist, wenn er befragt wird. Ermittlungen durch Detektive, Privatdetektive, private Berufsermittler, die auf so etwas spezialisiert sind!“ - stellt Rebecca Stetten fest und alle stimmen ihr zu.
- „»Detektei für Heilbronn - Das erfahrene Team der Privatdetektei TUDOR ist ihr kompetenter Ansprechpartner bei Observationen und Recherchen zum Privat- und Wirtschaftsrecht in Heilbronn!“ - ließt der Junior langsam vor - „Detektive in Heilbronn, ist ja cool, dass die von TUDOR auch hier bei uns tätig sind.“ - „Kennst du die denn?“ - fragen Mutter und Vater Stetten - „Na logisch! Ihr erinnert euch doch, dass ich vor einigen Jahren die Freundin in Frankfurt am Main hatte. Dort habe ich immer die auffällige Werbung am Eschenheimer Turm in der Frankfurter Innenstadt bewundert und mich dann hier bei uns in Heilbronn gefreut, die Reklame der Detektei TUDOR auch auf dem Telefonbuch und den Gelben Seiten zu sehen. TUDOR-Detektive gehören zu den absoluten Marktführern der privaten Informations- und Nachrichtenbranche und sind Spezialisten bei privatem und gewerblichem Krisenmanagement. Ich rufe gleich an.“

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Unkompliziert und schnell ist für den Abend ein Beratungsgespräch, unter Beachtung strengster Diskretion und Konspiration, wie es bei Detektiv TUDOR die Norm ist, direkt in Brackenheim/Neipperg organisiert. Die Mitarbeiter des Detektivbüro TUDOR reisen nach Außen hin offiziell als Versicherungsvertreter an.
Im Verlauf der umfangreichen, selbstverständlich kostenlosen Erstberatung, stellt Detektiv TUDOR fest, dass der Status einer - Überlebenskrise - für das Familienunternehmen Stetten erfüllt ist. Deshalb werden im Rahmen der Identifikation und Analyse der Krisensituation, umgehend systematisch-detektivische Strategien sowie die Einleitung und Verfolgung von Gegenmaßnahmen vorgeschlagen, um den Schutz des Unternehmens vor Imageverlusten und wirtschaftlichem Niedergang, also die Bewältigung der Krise, zu gewährleisten.
Mittels Ermittlungen im Umfeld der Stettens werden Täterprofile erstellt. Zeitgleich tätigen private Ermittler der Detektei TUDOR Spurensicherung im Weinberg. Dabei werden relevante Trittspuren, Hand- sowie Körperabdrücke im Boden festgestellt und gesichert. Textilfasern, verwertbares DNA-Material (Haare, Hornhautrückstände, Taschentücher etc.), Zigarettenreste und als Beispiel verlorene Gegenstände forensisch-investigativ bearbeitet. Parallel dazu startet per sofort die Planung und Durchführung einer Observation des Zielgebietes sowie folgend die Überwachung von, durch das Ermittlungsraster selektierten, verdächtigen Personen.
Herr Gotfridus Stetten erteilt an Detektiv TUDOR den Auftrag, durch Beobachtungen und Ermittlungen den Sachverhalt aufzuklären, sowie weiteren Schaden vom Unternehmen abzuwenden.
Folgetag
Mit einer Legende untersuchen speziell geschulte Detektive der Detektei TUDOR akribisch jeden Quadratmeter des Weinberges am Ortsrand und unterhalb der Burg Neipperg ab. Dabei werden sie auf Sohlenabdrücke aufmerksam, die der Verursacher versucht hatte weitestgehend zu verwischen, deren Profil jedoch einem TUDOR-Ermittler bekannt vorkommt.
- „Moment Mal, das sind doch unsere paratrooper boots (Fallschirmjäger Stiefel) - die habe ich während meiner Dienstzeit im Kommando Luftbewegliche Kräfte/4. Division in Regensburg und beim Einsatz in Kundus, Afghanistan getragen! Hier ist entweder ein Ex-Falli am Werk oder einer, der es gern sein würde“ - stellt der Detektivsachbearbeiter, der ehemals als Fallschirmjäger der Bundeswehr im Einsatz war fest.
Geklärt werden soll:
1. Wer trägt Fallschirmjägerstiefel mit solcher Sohle in Neipperg und Umgebung?Der Fokus der Ermittlungen ist damit für die Detektivsachbearbeiter klar definiert.
2. Ist den Geschädigten bekannt, wer bei einer militärischen Spezialeinheit seinen Wehrdienst ableistet oder abgeleistet hat?
3. Gibt es im relevanten Umfeld Personen, die sich militärisch kleiden bzw. mit Ausrüstung in so genannten Army Nato Shops versorgen?
4. Welche Person hat soweit fundierte Kenntnisse in der Entomologie (Insektenkunde), um gezielt diese Tiere als Sabotage-Waffe einzusetzen?
Abends
Das Observationsteam beginnt mit der Beobachtung des relevanten Gebietes. Zum Einsatz bringen dabei die erfahrenen In- und Auslandsdetektive modernste Techniken und Taktiken. Neben auf dem Fachgebiet der Forensischen Entomologie (Zweig der Forensik) ausgebildeten Fachleuten, setzt Detektiv TUDOR nachts Wärmebildkameras und Restlichtverstärker neuester Generation ein, um ohne erkannt zu werden, ein Maximum an Ergebnisausbeute zu erzielen.
23:00 Uhr - Neben allerlei Federwild (Rebhuhn, Fasan, Haselhuhn) tummelt sich bis zu diesem Zeitpunkt nur Haarwild (Feldhase, Wildkaninchen, Marder, Mauswiesel) im Weinberg.
00:51 Uhr - Alarm. Die Falschfarbenbilder auf den Monitoren der Beobachter zeigen die Umrisse einer Person mit kurzbeinigem Hund. Das Bewegungsmuster spricht für einen Mann mit Rauhaardackel. Zweifelsfrei trägt er eine Langwaffe bei sich. Aus Richtung Nachbardorf Haberschlacht kommend, nähert sich die Zielperson dem Beobachtungsbereich der Berufsdetektive.
Den Stetten-Wingert überquerend, gelangt der Waffenträger in ein angrenzendes Waldstück, um dort einen Hochsitz für Jäger zu erklimmen. Die verdeckten Ermittler hat er nicht bemerkt. An den Bepflanzungen der Auftraggeber hat er sich nicht zu schaffen gemacht.
02:30 Uhr - Der Jäger geht, ohne Beute, über den Weinberg in Neipperg zurück nach Haberschlacht. Auch hierbei werden keine subversiven Aktivitäten beobachtet.
06:00 Uhr - Die Beobachtungsnacht ist ohne besondere Vorkommnisse beendet. Das will nichts heißen. Ganz im Gegenteil. Detektivarbeit verlangt Geduld und Akribie. Für den tatsächlichen Ernstfall ist die Technik der Ermittler genau auf das Zielgebiet justiert. Die Einsatzgruppe Observation kennt das Areal nun sehr genau und kann in den kommenden Fahndungen noch perfekter arbeiten.
2. Einsatztag
Umfangreiche, legendierte Befragungen und detektivische Nachforschungen in der gesamten Weinstadt Brackenheim mit Botenheim, Dürrenzimmern, Haberschlacht, Hausen an der Zaber, Meimsheim, Neipperg und Stockheim die am Vortag getätigt worden, haben Arno-Friedrich Rappenau aus Stockheim in das Visier der Ermittlungen gebracht. Unabhängig voneinander bestätigen Anwohner der umliegenden Gemeinden, dass Herr Rappenau seit langem um Frau Rebecca Stetten, vom Weingut Stetten in Neipperg wirbt. Der als verklemmt und beziehungsgestört geltende, Anfang Dreißigjährige, gilt als Sonderling. Er stehe unter dem Druck seiner Eltern, speziell der Mutter. Mit der militärischen Laufbahn bei einer Spezialeinheit der Bundeswehr, wollte sich R. aus den Zwängen des elterlichen Weingutes befreien, was jedoch durch einen Unfall verhindert wurde. Arno-Friedrich gilt als Waffen- und Special Forces vernarrter Einzelgänger, der aber von seinem Fach als Weinbauer viel versteht und sich gerade auf dem Gebiet der biologischen Schädlingsbekämpfung ein großes Wissen angeeignet hat.
Rebecca Stetten wird beim vormittäglichen Meeting Wirtschaftsdetektei TUDOR - Auftraggeber Familie Stetten mit diesen Ermittlungsergebnissen konfrontiert:
- „Der Arno-Friedrich, ja klar, der will schon seit Jahren mit mir anbandeln. Keine Chance, als Mann oder Freund kommt der für mich gar nicht in Frage. Aber richtig, manchmal habe ich das Gefühl, dass mir der Arno als Stalker auflauert. Oben im Weinberg oder auch hier im Ort, wie ein Schatten bekomme ich ihn, wenn überhaupt, zu sehen. Eventuell verspricht er sich ja doch mehr als ich dachte?“ - erklärt Rebecca Stetten.
Zum Zeitpunkt des Beginns der Überwachung, mit Blick auf das Zielareal in Stockheim, wird von den Detektiven A.F.R. auf dem einzusehenden Hof aufgenommen. Er ist damit beschäftigt Weinreben, die in größeren Töpfen gezogen wurden, mit einer Dosierflasche mit Spritzeinsatz und Sprühkopf mit Schaumsieb zu benetzen. Welche Flüssigkeit sich in dieser Plastikflasche befindet, ist nicht möglich zu identifizieren.
12:00 Uhr - Mit einem John Deere 2345 F Weinbergtraktor möchte Arno-Friedrich R. gerade vom Gut fahren, als seine Mutter, einer Furie gleich, auf den Hof gerannt kommt. Sie schreit ihren Sohn fauchend an, er solle gefälligst pünktlich zum Mittagessen zurück sein, wenn er seine Zeit schon mit seinen sinnlosen Experimenten den ganzen Vormittag verschwende. Die Zielperson winkt nur genervt ab und fährt mit dem Kleintraktor in den Wingert.
Von den Beobachtern der Firma Detektiv TUDOR werden höchstes Geschick und konspirative Taktik verlangt, um von der Zielperson nicht wahrgenommen zu werden. Obgleich er, unfallbedingt, seine militärische Laufbahn vorzeitig beenden musste, hat er doch wohl Grundkenntnisse als Gebirgsjäger und damit auch als Elitesoldat erfahren, die ihn dazu befähigen, gerade im Gelände, etwaige Verfolger zu erkennen.
Auf dem Gipfel des Rappenauischen Weinbergs bringt A.F.R. sein Gefährt in Stellung. Er zückt ein Fernglas, um damit in Richtung Neipperg, direkt auf das Gut von Familie Stetten zu blicken. Aus dieser strategisch günstigen Position, hat R. alle Vorgänge des Familienareals Stetten im Blick. Ein weiteres Indiz dafür, dass er Aktivitäten in diese Richtung beabsichtigt.
12:54 Uhr - Abrupt beendet die Zielperson die Beobachtung der Auftraggeber. Mit beängstigender Geschwindigkeit rast er mit dem Schmalspurgerät Richtung Tal. Punkt dreizehn Uhr stellt Arno-Friedrich den Trecker im Hof ab. Die Fäuste in die Hüften geballt, erwartet ihn die Mutter mit herrischem Blick.
Im weiteren Verlauf der Beobachtung am Nachmittag, fährt R. wieder in den Berg. Dabei ist er aber nicht allein. Sein Vater begleitet ihn. Zusammen führen sie Pflegearbeiten im Wingert durch.
20:00 Uhr - Mit einbrechender Dunkelheit, postieren die Aufklärungsspezialisten der Detektei TUDOR ihre Technik in den unterschiedlichen Beobachtungspositionen.
22:00 Uhr - Merklich weniger Getier bekommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Observationsgruppe heute vor die Linsen. Spüren die Vögel, Nager, Kleinräuber & Co. etwas?
23:11 Uhr - Die Beobachter am Standort Wohnsitz der Zielperson Arno-Friedrich Rappenau registrieren, dass eine Person, bei völliger Dunkelheit das Objekt verlässt. Licht wird dabei weder im Haus noch auf dem Anwesen eingeschaltet. Die Person trägt einen schwarzen Overall und schwarze Schnürstiefel. Auf dem Rücken hat er einen schwarzen Rucksack geschnallt. Durch die Gemarkungen läuft der Beobachtete Stockheim verlassend in Richtung Neipperg. In stockfinsterer Nacht, es herrscht Interlunium (Neumond), ist kaum die Hand vor Augen zu sehen. Die Wärmebildkameras der Detektive lassen erkennen, dass die Zielperson eine Binokulare-/Doppeläugige Nachtsichtbrille benutzt.
23:26 Uhr - Hat A.F.R. den Weinberg der Stettens erreicht. Die Aufnahmegeräte der Privatdetektive laufen und halten jedes Detail gerichtsverwertbar fest. An einer Stelle, im unteren Bereich des Weinbergs, der offensichtlich mit den Wintereiern der Maigallenläuse nicht manipuliert wurde, zumindest sind keine Spuren und Befall feststellbar, besprüht Arno-Friedrich Rappenau die frischen Maiblätter der Reben aus einer Sprühpistole mit einer Flüssigkeit.
00:02 Uhr - Ein Rotfuchs (Vulpes vulpes) nähert sich, östlicher Richtung kommend, der Zielperson. Was die Detektiv-Sachbearbeiter auf ihren Bildschirmen verfolgen können, sieht es so aus, dass beide, weder Fuchs noch Rappenau etwas voneinander bemerkt haben. Die Hochdruckwetterlage, mit Wind aus Ost, tut ihr übriges, dass der Wildhund den Menschen nicht wittert. Wenig später fuchtelt R. wild mit den Armen. Offensichtlich sind sich Reineke und Rappenau fast in die Arme gelaufen. Den Schock nimmt die Zielperson zum Anlass, den Rückzug anzutreten. So wie er gekommen ist, läuft er zurück zum Familien-Weingut nach Stockheim.
00:19 Uhr - Registrieren die Mitarbeiter der Detektei TUDOR vor Ort, dass die Zielperson das Anwesen betritt. Er geht dabei so vor, dass wohl niemand von seinem nächtlichen Ausflug etwas bemerkt. Das Licht bleibt Außen wie Innen ausgeschaltet. Mit perfekter Geräuschtarnung, einem Schatten gleich, haucht sich R. durch den Beobachtungsbereich der Detektivsachbearbeiter.

Umgehend, nachdem sicher scheint, dass A.F.R. nicht mehr zurück zum Tatort kommen wird, beginnen die Privatermittler mit der Spurensicherung. Abdrücke der Profile des Schuhwerks werden ebenso gegossen, wie die versprühte Substanz aufgefangen.
Von der Zentrale Frankfurt am Main erhalten die Detektive den Auftrag, bis Sonnenaufgang das Zielgebiet weiter abzusichern.
Derweil gehen die Beweisstücke sofort in die Auswertung an das Labor des Detektivbüro Frankfurt Detektei TUDOR.
3. Einsatztag
08:00 Uhr - Bis zu diesem Zeitpunkt ist Arno-Friedrich Rappenau nicht wieder zum Weinberg von Familie Stetten zurückgekehrt.
Die Laborergebnisse sind eindeutig. Das Schuhprofil vom Täter letzter Nacht, also Herrn A.F. Rappenau deckt sich mit den Spuren, die an den manipulierten Rebstöcken im oberen Bereich des Weinbergs der Auftraggeber sichergestellt wurden. In der versprühten Substanz, die Rappenau vor wenigen Stunden ausgebracht hat, lassen sich zweifelsfrei Sporen des Schlauchpilz Guignardia bidwellii (Schwarzfäule / Black-rot / Phyllosticta ampelicida) nachweisen. So viel lässt sich auch jetzt bereits sagen, die gefürchtete Pilzkrankheit scheint mutiert zu sein oder wurde direkt aus den USA, Kanada oder Mittelasien eingeführt, da sie in dieser Form in Deutschland noch nicht bekannt ist.
- Ein sofortiges Meeting Auftraggeber - Rechtsanwalt - Wirtschaftsdetektiv TUDOR wird angesetzt.
11:00 Uhr - Die Beobachtungsgruppe Standort Weinberg Rappenaus in Stockheim gibt an die Zentale durch, dass sich die Zielperson A.F.R. allein im Wingert aufhält. Nachdem er wieder mit seinem Feldstecher akribisch das Weingut von Familie Stetten in Brackenheim-Neipperg observiert hat, ist er nun damit beschäftigt, unerwünschten Bewuchs zwischen den Reben zu beseitigen. Mutter und Vater Rappenau sind mit dem PKW zum NSU-Einkaufscenter nach Neckarsulm gefahren.
Mit »Personenschutz durch die Detektei TUDOR, fahren Vertreter der Geschäftsleitung der Detektei, Rechtsanwalt und die Auftraggeberfamilie in den Wingert, direkt zu Arno-Friedrich Rappenau. Die Leibwächter für Heilbronn wurden dringend angeraten, weil aus den Ermittlungserkenntnissen hervorgeht, dass die Zielperson militärische Einzelkämpfervorkenntnisse hat und außerdem an Schusswaffen und Kriegsgerät Interesse zeigt, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass er im Besitz nicht registrierter Waffen ist.
Schnell bemerkt R. die „Eindringlinge“ auf seinem Weinberg. Er zückt sein Fernglas mit eingebauter Bildstabilisierung, das ihm auch über weite Distanzen, stativfreies – scharfes Sehen ermöglicht. Arno-Friedrich Rappenau erkennt den „Landy“ der Stettens. Ihm schwant nichts Gutes. Flink schwingt sich A.F.R. auf seinen Traktor, um mit Full-Speed entlang den Rebstöcken zu rasen. Einsatzfahrzeuge der Detektei machen eine Flucht aus dem Sektor jedoch unmöglich. Über die, während der umfangreichen Ermittlungen zur Zielperson eruierte Mobilfunknummer, tritt der Rechtsanwalt von Familie Stetten mit Arno-Friedrich Rappenau in Kontakt:
- „Herr Rappenau, bitte bleiben sie vernünftig. Wir wissen alles. Umfangreiche private Ermittlungen zu ihrer Person, haben die Tatsachen aufgezeigt. Behörden sind bisher nicht involviert. Sie haben alle Chancen, die Angelegenheit mit uns sachlich zu klären. Halten sie deshalb bitte an! Machen sie nicht alles noch schlimmer! Bitte zwingen sie uns nicht, ein polizeiliches Sondereinsatzkommando zu alarmieren!“ –„O.K. ich stelle mich. Folgen sie mir bitte zur Schutzhütte, auf halben Weg des Hangs!“ gibt die Zielperson über sein Funktelefon bekannt.
- „A. F. Rappenau ist clean – er hat keine Waffen am Mann!“
- „Ja, ich habe die Reben der Stettens mit Wintereiern der Rebläuse infiziert. Die Eier selbst habe ich mir von einem Privatlabor aus Canada schicken lassen und dann habe ich die Idee mit dem Baumharz, als natürlichen, unschädlichen Kleber, in die Tat umgesetzt. Jetzt wollte ich weiter machen mit Schlauchpilzsporen. Die habe ich von einem Händler aus dem Internet direkt aus Kachetien in Georgien, an den Südhängen des Großen Kaukasus gelegen bezogen. Eine historische Weinanbauregion mit großer Zukunft übrigens. Es tut mir echt alles Leid, aber ich war durch Rebecca so in meiner Ehre verletzt, dass bei mir wohl der Verstand ausgesetzt hat. Komme ich ins Gefängnis?“
- Straftäter - Geschädigte - Detektiv TUDOR - Rechtsanwalt
Inwieweit die Geschädigten strafrechtlich gegen R. vorgehen, machen sie von seiner Bereitschaft abhängig, die Wiedergutmachung vollständig abzuleisten und von seiner Verpflichtung, in Zukunft jegliche Angriffe gegen Familie Stetten und ihrem Besitz zu unterlassen.

Anmerkung:
(*) Namen der Beteiligten sowie Orts- und einige Detailangaben wurden aus Diskretionsgründen geändert. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Auftraggeber.
(*) Namen der Beteiligten sowie Orts- und einige Detailangaben wurden aus Diskretionsgründen geändert. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Auftraggeber.

