Manfred von Bieberburg* bewohnt seit dem Ableben seiner Ehegattin vor einigen Jahren allein die geräumige Villa in Grünwald, südlich München, einer der exklusivsten Wohngegenden Deutschlands.
Sicher, Personal steht dem hoch vermögenden M. von Bieberburg täglich zur Verfügung, aber dies kann und soll eine Familie oder Lebenspartner nicht ersetzen.
Der Achtundsiebzigjährige hat die Gewohnheit, bei schönem Wetter, sich mindestens einmal in der Woche von seinem Gärtner an den Weßlinger See fahren zu lassen. Hier führt er dann allein einen ausgiebigen Spaziergang entlang des Seeufers durch. Ab und an, so zur Abwechslung, wählt er auch einen anderen Ausflugsort in der Ammersee-Region oder weilt direkt beispielsweise am Starnberger See.
Frühherbst, 19°C – Föhnwetterlage, Manfred von Bieberburg nimmt das milde Klima zum Anlass, um einen Ausflug an den Tegernsee zu unternehmen.
Ein angenehmes Wochenende, sogar mit Übernachtung im Hotel "Bachmair am See" ist organisiert. Der Gärtner fährt von Bieberburg mit dem Mercedes der S-Klasse direkt zum bekannten Hotel in Rottach-Egern. Am Sonntagnachmittag möge er zur Abholung wieder an den Tegernsee kommen, um seinen Dienstherrn nach Hause zu bringen.
Schon bei der Ankunft am Hotel, so wird sich der Gärtner später bei seiner Aussage gegenüber den Ermittlern der Detektei Tudor erinnern, fällt ihm eine circa Anfang fünfzigjährige attraktive Dame auf, die das Prozedere des Check-in seines Arbeitgebers verfolgt.
„Die hat schon damals ganz genau registriert, dass Herr von Bieberburg allein anreist und wohl sehr vermögend ist…!“ - so der aufmerksame Angestellte.
Nachdem Manfred von B. das Appartement im Hotel "Bachmair am See" bezogen hat, macht er sich frisch, um dann gleich die noch intensiven Sonnenstrahlen entlang dem Seeufer zu genießen. Anschließend, so hat er geplant, möchte er den Wellness-Bereich des Hotels nutzen.
In der Lobby des "Bachmair am See" kreuzt wie zufällig eine Dame den Weg des Adligen. Es ist Anna P.*, die dem Fahrer Herrn von Bieberburg bereits bei der Ankunft auffiel. Wie in einem alten Hollywood-Streifen, lässt sie, „rein zufällig“, ihr Taschentuch direkt vor die Füße des Manfred von B. fallen. Er, ein Mann der alten Schule, der selbstverständlich feinste Benimmregeln schätzt, erkennt die Situation sogleich und rettet ritterlich die verloren gegangene Seide der Dame.
„Darf ich mich vorstellen Gnädigste, Manfred von Bieberburg, ich stehe zu ihren Diensten!“
Anna P. gibt sich professionell:
„Oh, ich hatte den Verlust des mouchoirs nicht bemerkt, wie liebenswürdig!“ - „Sind sie allein hier in Oberbayern?“ - gibt sich die Angesprochene naiv-interessiert, obgleich sie das Münchener Kennzeichen am Mercedes ihrer „Zielperson“ wohl registriert hatte.
„Ich bin leider verwitwet und wohne seit dem allein in meinem Haus in Grünwald bei München!“ - „Es wäre mir eine Ehre und Freude ihnen Gesellschaft leisten zu können!“ erzählt ganz unbefangen M. von B. seiner Bekanntschaft.
„Der Fisch hat angebissen!“ - denkt sich gerissene Mittfünfzigerin. - „Gern nehme ich ihre Gesellschaft an, denn auch ich bin allein hier!“ - haucht sie Manfred von B. mit einem gekonnten Augenaufschlag entgegen.
Während des langen Spaziergangs entlang der malerischen Kulisse in den Bayerischen Alpen erfährt Anna P., sehr zu ihrer Freude, die Lebensgeschichte ihres „großen Fisches“.
Auch sie gibt sich (dieses Mal) als Witwe aus, mit Wohnsitz im Münchener Stadtteil Trudering-Riem. Mit der Bahn sei sie angereist, um einfach mal am Wochenende in der wunderschönen Umgebung auszuspannen. Dafür habe sie eine Weile gespart, um in einer Pension ganz in der Nähe des "Bachmair am See" abzusteigen. Nein, berufstätig sei sie nicht mehr und Kinder sind aus ihrer Ehe auch nicht hervorgegangen.
Spätnachmittags dann im Hotel auf seinem Zimmer ist Manfred von Bieberburg völlig entzückt von seiner Bekanntschaft. Seit dem Tod seiner Ehefrau, mit der er eine glückliche und harmonische Zweisamkeit verbracht hatte, hat er sich nicht mehr so von einem Menschen hinreißen lassen. Die von Anna P. übermittelte Mobilfunknummer probiert er gleich aus. Nach kurzem Freizeichen ertönt ihre Stimme am anderen Ende der Leitung. Manfred von B. verspürt angenehm seine erhöhte Herzfrequenz.
„Frau P., es wäre mir eine Freude sie heute Abend zum Essen ausführen zu dürfen!“
Die Umworbene nimmt das Angebot an. Sie wird pünktlich um 19:30 Uhr im Panorama-Restaurant des "Bachmair am See" erscheinen.
Während des gediegenen Dinners verdreht Anna P. ihrem Opfer vollends den Kopf. Noch am gleichen Abend lässt Manfred von Bieberburg ein Einzelzimmer für Anna P. im Hotel "Bachmair am See" anmieten, denn er möchte auch das Sonntägliche Frühstück mit der Dame seines Herzens, wie er sich schon jetzt sehr sicher ist, verbringen. Sie nimmt das Angebot an und zieht gleich nach dem Abendmahl in ihr Einzelzimmer in der Nobelherberge am volkstümlich so genannten "lago di bonzo".
Sonntag, nach dem gemeinsamen Frühstück verbringen Manfred von B. und Anna P. einen idyllischen Tag, bei mildem Föhnwetter unterhalb des Mangfallgebirges in den Bayerischen Voralpen.
Am späten Nachmittag erreicht der Chauffeur des Hauses von Bieberburg mit der Edelkarosse Rottach-Egern. Manfred von B. bietet seiner Begleitung an, mit ihm nach Grünwald zu reisen. Er werde ihr kurz seinen Wohnsitz vorstellen und dann möchte er sie nach München fahren lassen. Auch dieses Angebot schlägt Anna P. nicht aus.
Während der Rückreise werden neue gemeinsame (!) Kurzausflüge für die kommenden Wochenenden geplant. Anna P. ergreift hier sehr forsch die Initiative und macht schon Vorschläge für Aufenthalte am Chiemsee, in Salzburg und sogar Wien. Auch in München selbst zählt sie einige Festivitäten und gediegene Restaurants auf, in welche sie gern „entführt“ werden würde, erinnert sich der Bedienstete, der während der Fahrt die Unterhaltung mit anhören musste.
In Grünwald, im Süden von München, am reizvollen Isarhochufer gelegen angekommen, lädt von Bieberburg Frau P. zum Tee in seine Villa in ruhiger Lage Nähe der Ludwig-Thoma-Straße.
Anna P. glaubt zu träumen. Diesen Reichtum hatte sie nicht erwartet. Hier wähnt sie sich am Ziel.
Zu früher Stunde am Abend wird Anna P., wie versprochen im Daimler nach Hause chauffiert. Sie wohnt in der Nähe des ehemaligen Flughafens, in kleinbürgerlichem Idyll.
Hier hatte bis zu seiner Schließung 1992 Manfred von Bieberburg sein Privatflugzeug vom Typ Cessna T-303 Crusader stationiert. Nachdem EDDM, so der ICAO-Code für den Ex-Flughafen, geschlossen wurde und die Bayernmetropole den Flughafen München Franz Josef Strauß (IATA: MUC, ICAO: EDDM) erhielt, der aber 28 Kilometer nordöstlich von München im Erdinger Moos in unmittelbarer Nachbarschaft zu Freising gelegen ist, nahm von Bieberburg dies zum Anlass, die private Fliegerei aufzugeben.
Einige Nachbarn am Wohnanwesen der Anna P. verdrehen sich die Hälse, als diese mit der stattlichen Karosse vor das Mietshaus gefahren wird. So mancher denkt sich dabei:
„wieder hat sich die P. einen mit Geld geangelt!“.
Manfred von Bieberburg ist von den Eindrücken seines Wochendausflugs noch immens bezaubert. Schon sehr lange hatte er nicht mehr solchen Lebensmut und Zuversicht.
Er will Anna so schnell als möglich wieder treffen.
Noch am gleichen Sonntagabend ruft er seinen einzigen Sohn in New York / USA an, der hier mit seiner Familie seit einigen Jahren lebt und arbeitet.
„Mark*, stell dir vor – ich habe am Wochenende eine nette Dame aus München kennen gelernt, was rätst du mir – wann soll ich sie wieder einladen!“. Dem Sohn wird die ganze Wochenendstory berichtet.
Zum einen freut sich Mark von Bieberburg für seinen Vater, ist aber auch besorgt um ihn.
„Hoffentlich ist die Dame seriös!“ – denkt er sich.
„Fatal, wenn Vater hier eine Pleite erlebt. Das wirft ihn moralisch um Jahre zurück!“.
Montagvormittags, das Telefon der Villa von Bieberburg schellt. Am Apparat ist Anna P., mit schluchzender Stimme begrüßt sie Manfred von B.
Nach kurzer Begrüßung erklärt sie ihr angebliches Leid: „Ich soll alsbald meine Wohnung in München räumen, die Eigentümer haben Eigenbedarf angemeldet - wo soll ich dann nur hin?!“. - „Ich werde dir gern mit einer Wohnung helfen!“ - so Manfred von B.
„Vorerst ist auch in meinem Haus genügend Platz!“ –
„Bingo!“ - denkt sich Anna P. - „Ich bin drin!“
Schon am nächsten Tag wird Anna P. vom Personal des Manfred von Bieberburg, mit all ihren persönlichen Utensilien nach Grünwald gebracht, wo sie sich ganz ungeniert in der Villa regelrecht einnistet, wie die Bediensteten später aussagen werden.
Als schließlich der Sohn des Manfred von Bieberburg davon erfährt, das die „flüchtige“ Bekanntschaft seines Vaters bereits im Hause wohnhaft ist, schlagen bei ihm die Alarmglocken an. Er korrespondiert mit seinem Münchener Rechtsanwalt und bittet um Rat. Die renommierte Anwaltskanzlei schlägt vor die Dame beobachten zu lassen und ihre Historie sollte ermittelt werden.
Hierfür empfiehlt der Advokat die Firma Detektiv Tudor zu beauftragen, mit der man seit Jahren hervorragend in privaten und wirtschaftlichen Angelegenheiten zusammenarbeitet.
Die professionell arbeitenden Berufsdetektive des Hauses Tudor gelten europaweit als eine der wenigen Spezialisten, die dazu in der Lage sind in gehobenen Wohnlagen wie Grünwald über längere Zeit lückenlos zu observieren, ohne aufzufallen, also als Privatdetektive nicht erkannt zu werden.
Der Auftraggeber aus New York folgt dem Rat und weist die Kanzlei in München an, mit seiner Vollmacht Detektiv Tudor mit Beobachtungen und Ermittlungen zur Zielperson Anna P. zu beauftragen.
Prämisse hat dabei, dass Manfred von Bieberburg hiervon zunächst nichts erfährt!
Nach Auftragsbesprechung und Erteilung desselben direkt in der Rechtsanwaltskanzlei in der Münchener Innenstadt, beginnen die Ermittler der Detektei Tudor mit ihrer Einsatzplanung vor Ort.
Vor den Ermittlungen zur Zielperson wird diese über einen bestimmten Zeitraum lückenlos observiert, da soviel wissen die Detektive der Firma Tudor bereits, Manfred von B. für Anna P. einen Wagen angemietet hat, von dem sie reichlich Gebrauch macht.
- Interessant ist zu wissen, wohin sie ihre täglichen alleinigen Ausflüge unternimmt, mit wem sie sich trifft und was hier besprochen wird.
Des Weiteren kommen mehrere Funkwagen der Detektei - Detektiv Tudor zum Einsatz, die der Zielperson folgen.
Anna P. wird nun rund um die Uhr überwacht. Die mobile Beobachtungsgruppe der Detektei Tudor folgt ihr durch München und der Peripherie des Ballungsraums. Die hervorragenden Ortskenntnisse der Ermittlerinnen und Ermittler des Hauses Tudor sind dabei von unschätzbarem Vorteil. Auch pflegt Tudor seit Jahrzehnten vorzügliche Kontakte zu Informations- und Auskunftspersonen in und um München und in ganz Oberbayern, die auch in diesem Fall genutzt werden.
Während der gemeinsamen Ausflüge des Manfred von Bieberburg mit Anna P. sind Einsatzkräfte der Firma Detektiv Tudor ebenfalls stets in der Nähe, um als bewaffnete Personenschützer „im Falle eines Falles“ präsent zu sein und sofort eingreifen zu können.
Es gilt: "Safety first" die Sicherheit des Manfred von Bieberburg hat oberste Prämisse!
Nach vierzehn Tagen lückenloser Observation und anderer detektivischer Maßnahmen sowie umfangreicher Ermittlungen zu Anna P. steht gerichtsverwertbar fest:
- 1. Anna P. ist verheiratet!
- 2. Die Ehe befindet sich nicht im Trennungsjahr.
- 3. Der Ehemann Thomas P.* ist zehn Jahre jünger als die Zielperson und gilt als verschuldeter und krankhafter Spieler, er bewohnt die Adresse in München Trudering-Riem. Einer Arbeit geht nicht nach.
- 4. Während ihrer Abwesenheit aus der Villa des Manfred von Bieberburg (Begründung: sie fahre zu ihrer Freundin) trifft sie sich mit ihrem Ehemann Thomas P., übergibt diesem Geld, welches Sie von Manfred von B. erhalten hat und führt mit ihm intimen Kontakt durch - während bei Cafebesuchen mit ihm, mitgehörte Gespräche durch die Detektive der Firma Tudor, bringen diese in Erfahrung, dass Anna P. und ihr Mann Thomas P. mit höchster krimineller Energie vorgehen, um sich weitere, enorme Geldbeträge bei Manfred von Bieberburg zu erschleichen.
- 5. Anna P. ist bereits wegen Heiratsschwindel und Betrug einschlägig vorbestraft.
Gesamt füllen die Beobachtungs- und Ermittlungsergebnisse der Detektei Tudor, nebst hunderter kompromittierender Fotos und Videofilme, zehn Aktenordner an gerichtsverwertbaren Erkenntnissen zu den Zielpersonen.
Mark von Bieberburg als Auftraggeber reiste persönlich aus New York an, um im Beisein der Geschäftsleitung der Detektei Tudor und des Rechtsanwalt, seinem Vater die bittere Wahrheit so schonend wie möglich zu überbringen und weitere juristische Schritte gegen Anna P. und ihrem Mann Thomas P. einzuleiten.
Anmerkung:
(*)Namen der Beteiligten sowie Orts- und einige Detailangaben wurden aus Diskretionsgründen geändert. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Auftraggeber.
(*)Namen der Beteiligten sowie Orts- und einige Detailangaben wurden aus Diskretionsgründen geändert. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Auftraggeber.


